Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen - Ländervergleich Mag. Gerald Klec 8/14 Studie im Auftrag der AK- Wien Liegt das reale Ergebnis niedriger als der Rechnungsmäßige Überschuss, so kommt es zu einer entsprechenden Auflösung der Schwankungsrückstellung. Ist keine – oder nur eine nicht ausreichende - Schwankungsrückstellung gebildet, so schlägt die Unterschreitung des Rechnungszinses in schlechten Ertragsjahren voll auf die Pensionshöhe durch und führt zu einer entsprechenden Pensionskürzung. Besonders negativ betroffen sind von diesem Mechanismus Zusagen, die Ende der 1990er-Jahre unter Zugrundelegung (relativ) hoher Rechnungszinsen von ursprünglichen leistungsdefinierten Direktzusagen in Beitragszusagen bei Pensionskassen übergeführt worden sind. In diesen Fällen führten bereits die Kapitalmarkteinbrüche 2001 und 2002 zu erheblichen Pensionskürzungen, nun erfolgen weitere massive Kürzungen. Bei der 2006 geschaffenen „Betrieblichen Kollektivversicherung“ ist eine sinkende oder stark schwankende Pensionshöhe aufgrund der von der Versicherung garantierten Mindestverzinsung nicht möglich. Wie oben erwähnt hat diese Form einer Betriebspensionszusage bisher wenig Verbreitung gefunden. Vergleichsländer: Kapitalmarktschwankungen wirken sich in den Vergleichsländern in aller Regel wesentlich weniger kräftig auf die Pensionshöhen aus als das in Österreich der Fall ist. Das gilt selbst dort, wo – wie in Österreich - Beitragszusagen dominieren. Der Hauptgrund dafür ist, dass in diesen Ländern zumeist versicherungsähnliche Produkte vorherrschen (Dänemark, in hohem Maß auch in Schweden und in Deutschland) oder spätestens mit dem Übertritt in die Pensionsphase eine Umwandlung des Pensionskapitals in garantierte Annuitäten mit Garantie einer Mindestleistung und allfälliger Gewinnzuteilung erfolgt (wie das vielfach in Großbritannien der Fall ist). In den zuletzt genannten Fällen liegt das Risiko von Schwankungen in den Kapitalmarkterträgen während der Pensionsphase bei der Vorsorgeeinrichtung (Garantieteil der Leistung). Von vornherein anders ist die Situation in Ländern mit einem hohen Anteil an Leistungszusagen - sei es mit externer Abwicklung und Finanzierungsverantwortung des Arbeitgebers (Niederlande, Großbritannien) oder sei es in Form von Direktzusagen mit voller Absicherung bei Insolvenz des Arbeitgebers (hohe Anteile in Deutschland und in Schweden). In Schweden muss im neuen Defined Contribution Pensionsplan für Angestellte Jahrgang 1979 und jünger (ITP System „neu“) zumindest die Hälfte der Beiträge in eine sichere Anlageform (klassische Lebensversicherung) investiert werden. Für die andere Hälfte hat der Angestellte Wahlfreiheit über die Anlageform, entweder ebenfalls eine klassische Lebensversicherung, oder riskantere Produkte wie fondsgebundene Pensionslösungen. Im Pensionsplan für die Arbeiter (SAF-LO) können die Arbeiter für die gesamten Beiträge wählen, welches Risiko sie eingehen möchten, auch ein Aufteilen zwischen Produkten mit verschiedenem Risiko ist möglich. Sie können für eine „sichere“ Variante die gesamten Beiträge in eine klassische Lebensversicherung investieren, oder für mehr Risiko Fondsprodukte wählen. Es besteht somit die Möglichkeit, eine sichere Veranlagungsform mit Mindestertrag zu wählen. In Dänemark wird bei der großen Mehrheit der Pensionszusagen das Prinzip der aufgeschobenen Annuitäten angewandt. Die Beiträge eines Jahres werden sofort unter Heranziehung der Parameter dieses Zeitpunkts in eine Annuität umgewandelt, die Umwandlung erfolgt nicht erst zum Pensionszeitpunkt. Dies stellt ein gewisses Defined Benefit Element in den Defined Contribution Zusagen dar, denn jedes Jahr erhält man eine Zusage auf eine garantierte Leistung zum Pensionszeitpunkt. Die garantierte Gesamtrente ergibt sich aus der Summe der Einzelrenten aus den jährlichen Beitragsteilen.