Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen - Ländervergleich Mag. Gerald Klec 9/14 Studie im Auftrag der AK- Wien Im Vereinigten Königreich liegen die Veranlagungsrisiken bei Defined Contribution Zusagen während der Anwartschaftsphase zumeist zur Gänze bei den Anwartschafts- und Leistungsberechtigten. Allerdings wird in aller Regel spätestens zum Pensionszeitpunkt eine Annuität gekauft, womit das Veranlagungsrisiko während der Pensionsphase vom Individuum genommen wird und eine Glättung bei den Pensionszahlungen stattfindet. Die Betriebspensionssysteme können entscheiden, welche Auswahlmöglichkeiten sie den Systemmitgliedern bieten (gleich bleibende Renten, indexierte Renten, mit/ohne Hinterbliebenenversorgung, Kapitalteilauszahlung zu Beginn). Die Individuen können aus den angebotenen Möglichkeiten wählen. Jedem Systemteilnehmer steht auch die Möglichkeit offen, zum Pensionszeitpunkt sein gesamtes Kapital aus dem System zu nehmen, um am Versicherungsmarkt bei einem Anbieter seiner Wahl eine Annuität zu erwerben (open market option). Damit kann die Art der Rente frei gewählt werden. In den Niederlanden ist die Bestimmung der Pensionshöhe in aller Regel im Pensionsplan definiert (Leistungszusage), die Finanzierung erfolgt meist zu rund 75 % aus Arbeitgeberbeiträgen und zu 25 % aus Arbeitnehmerbeiträgen. Die zu zahlenden Beiträge sind variabel und abhängig vom Ausmaß der Pensionsverbindlichkeiten und von den Ergebnissen der Kapitalveranlagung. In den letzten Jahren wurde in vielen Plänen von einer Anbindung der Pensionshöhe an den Letztbezug (zumeist 70 %) auf eine Anbindung an das durchschnittliche Einkommen während des gesamten Erwerbslebens und parallel dazu auf variable Indexierung umgestellt - das Risiko schlechter Veranlagungsergebnisse trifft in diesen Fällen nun nicht mehr allein die Arbeitgeber und aktiven Beschäftigten (Beitragsanpassungen), sondern in gewissem Umfang auch die Anwartschafts- und Leistungsberechtigten (siehe unten Indexierung). Defined Contribution Pläne sind wenig verbreitet. In Deutschland sind mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer mit betrieblicher Zusatzvorsorge von einer Direktzusage erfasst, Direktversicherungen und die versicherungsähnlich operierenden Pensionskassen stellen jeweils in etwa ein weiteres Viertel. Die neuen Pensionsfonds sind erst im Aufbau begriffen und noch relativ unbedeutend. Teils sind damit die Arbeitgeber für die Erfüllung der Zusage verantwortlich (Direktzusage), teils führen Versicherungen eine Glättung bei Kapitalmarktschwankungen durch. Bei den neuen Pensionsfonds gibt es zumindest eine vom Arbeitgeber zu tragende Nominalwertgarantie für die eingezahlten Beiträge. In Belgien ist die Höhe des Kapitalstocks zum Pensionszeitpunkt aufgrund der Mindestverzinsung auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge während der Ansparphase gut prognostizierbar, zumindest hinsichtlich eines unteren Schwellenwertes. Zum Pensionsantritt wird von der großen Mehrzahl der Begünstigten die (vom Gesetzgeber ermöglichte und steuerrechtlich relativ günstig gestellte) Kapitalauszahlung des angesparten Kapitals gewählt. Für die Verwendung des Kapitals gibt es keine Vorgaben. Den Begünstigten muss eine Umwandlung in Annuitäten ermöglicht werden. Die Problematik schwankender Pensionen ist daher auch in Defined Contribution Plänen nicht systemimmanent. Indexierung / Inflationsanpassung Eine gesetzlich verpflichtende Indexierung der Pensionszahlungen gibt es in den untersuchten Ländern kaum, wobei in der Regel in den Defined Benefit Plänen Indexierungen durchgeführt werden. In den Defined Contribution Plänen hängt eine etwaige Indexierung von den erzielten Ergebnissen, den Rechenparametern und den vorhandenen Reserven ab.