Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen - Ländervergleich Mag. Gerald Klec 10/14 Studie im Auftrag der AK- Wien In Österreich gibt es keine verpflichtende Indexierung. Bei Beitragszusagen über Pensionskassen können die Pensionen sogar nominal reduziert werden. Die konkrete Anpassung hängt im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab: Veranlagungsergebnis, versicherungstechnisches Ergebnis, Dotierung/Auflösung der Schwankungsrückstellung, verwendeter Rechnungszins. Je vorsichtiger der Rechnungszins gewählt wurde, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer positiven Anpassung kommt bzw. dass zumindest nominelle Kürzungen vermieden werden können. In den Niederlanden wurden nach den Kapitalmarkteinbrüchen in den Jahren 2001/2002 in sehr vielen Pensionsplänen Änderungen bei den Indexierungsregeln vorgenommen. Statt der früheren Anbindung an die Entwicklung der Löhne gibt es nun in den meisten Fällen eine variable Indexierung - im Wesentlichen abhängig von den Ergebnissen der Kapitalveranlagung. Das Risiko negativer Ergebnisse in den Fonds trifft damit nicht mehr – wie früher – ausschließlich die beitragleistenden Arbeitgeber und aktiven Arbeitnehmer (Anhebung der Beitragssätze), durch die Auswirkung auf die Indexierung sind davon auch die Anwartschafts- und Leistungsberechtigten betroffen. Die Entscheidung ob und in welchem Ausmaß Indexierungen vorgenommen werden, haben die Pensionsfonds nach Maßgabe der Finanzierungssituation zu treffen. In Deutschland gibt es bei Direktzusagen eine Verpflichtung für die Arbeitgeber, alle drei Jahre die Interessen der Pensionsbezieher nach Indexierung mit der eigenen wirtschaftlichen Situation abzuwägen. Lässt es die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu, so muss eine Indexierung erfolgen. Dabei gibt es aber lediglich Richtwerte über die Höhe der Indexierung, keine verpflichtenden Vorgaben. Im Vereinigten Königreich gibt es verpflichtende Regelungen für Indexierung in den Defined Benefit Plänen. Pensionszahlungen müssen - sofern sie nach 1997 angefallen sind - jedes Jahr an die Preissteigerungen angepasst werden (allerdings max. mit 2,5% p.a.). Unverfallbare Anwartschaften müssen während der Periode bis zum Leistungsbezug in gleicher Weise wie die Verbraucherpreise wachsen (max. mit 5 % p.a.). In Schweden entscheidet im Defined Benefit Pensionsmodell für Angestellte (ITP) das Versicherungsunternehmen, das die Zusage bei Auslagerung aus dem Unternehmen abwickelt (Alecta), ob und in welcher Höhe Indexierungen durchgeführt werden. Die Unternehmen mit Direktzusage müssen die vom Versicherungsunternehmen gewährten Erhöhungen in Folge in derselben Höhe mittragen. Seit Einführung des Systems erfolgte bisher jedes Jahr eine Anpassung. In Dänemark gibt es keine gesetzliche Garantie für eine Indexierung. Die nominale Rente wird je nach erzieltem Ergebnis angepasst (indexiert). Die Anpassung erfolgt gleichermaßen bei den Rentenbeziehern und bei den Anwartschaften. In Belgien gibt es Indexierungsregelungen nur vereinzelt, sie sind nicht üblich. Veranlagung - Rechenparameter Bei den Pensionsfonds kommt meist das Prudent Man Prinzip zur Anwendung, die Einrichtungen haben im Wesentlichen nur die Vorgabe, „vorsichtig“ zu agieren. Quantitative Grenzen für die Veranlagung gibt es kaum, außer den sehr weit gefassten Grenzen, die durch die EU- Pensionsfondsrichtlinie bestimmt werden. Die Richtlinie verbietet den nationalen Gesetzgebern, strengere quantitative Beschränkungen festzulegen (beispielsweise muss ein Aktienanteil von bis zu 70 % erlaubt sein, sofern keine Mindestertragsgarantie besteht).