5. Zur Berufswahl von FachschülerInnen Die meisten 14-jährigen SchülerInnen einer KMS wollen einen Maturaabschluss in einer BHS. Sie verbinden dieses Ausbildungsziel nicht unbedingt mit einem geplanten Studium, sondern weil sie sich mit der Matura insgesamt bessere Chancen am Arbeitsmarkt erwarten. In der Tat setzen heute viele Jobausschreibungen ein Maturazeugnis oder gar ein Hochschuldiplom voraus, wo früher noch das positive Abschlusszeugnis einer dreijährigen Fachschule genügte. Den meisten Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern ist dieser Zusammenhang bewusst, weshalb ein großer innerer wie äußerer Druck auf den SchülerInnen lastet. Was macht nun aber den besonderen Reiz von mittleren Fachschulen aus? Warum werden diese aufgesucht, welche beruflichen Hoffnungen werden damit verknüpft? Für den Besuch einer mittleren Fachschule erwärmt sich der geringste Teil aller 14- jährigen PflichtschulabgängerInnen. An erster Stelle der Wunschliste stehen vor allem BHS und kaum AHS (gemeinsam mehr als die Hälfte), Platz zwei geht an eine Karriere mit Lehre (ein gutes Drittel) und erst an dritter Stelle folgt der Wunsch, nach der 8. Schulstufe in eine höchstens dreijährige Fachschule weiter zu gehen (ein knappes Viertel). Die heterogene Zusammensetzung vieler Klassen in den mittleren dreijährigen Fachschulen weist darauf hin, dass viele SchülerInnen diesen Schultyp nicht absichtlich gewählt haben. Eine typische Aussage einer Fachschülerin: „Ich bin zufällig in diese Schule gekommen. Eigentlich wollte ich nach der Hauptschule in eine fünfjährige Modeschule oder in eine Handelsschule gehen, aber in beiden Schulen wurde ich nicht aufgenommen.“ Weitere ähnliche Aussagen bestätigen diese Einschätzung. Die 17-jährige Edina begründet den Besuch der Handelsschule so: „Ich bin nach der Volksschule vier Jahre ins Gymnasium gegangen und wechselte dann in die HAK. In Französisch hatte ich große Probleme, deshalb wanderte ich in unserem Schulgebäude einfach einen Stock tiefer und setzte mich in die Klasse der Handelsschule. Hier habe ich keine schulischen Probleme.“ Eine andere Stimme: „Ich bin draufgekommen, dass mir das Kaufmännische entgegenkommt, deswegen war die Handelsschule für mich die richtige Wahl“, sagt die 18-jährige Tamara, nachdem sie bereits an zwei höheren 68