P O L I T I S C H E Z I E L E U N D D I E A K T U E L L E D I S K U S S I O N Z U B I O T R E I B S T O F F E N B u n d e s a r b e i t s k a m m e r 3 Unter Berücksichtigung dieser Prozesse zeigen die derzeit in Österreich eingesetzten Biok- raftstoffoptionen eine positive Treibhausgasbilanz. 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 PK W -D ie se l 2 00 5 PK W -B en zi n 20 05 PK W E rd ga s P KW R M E P KW R M E (S ub st itu tio ns ef fe kt e) P KW B io et ha no l PK W B io ga s C O 2 Em is si on en in g /P km direkte CO2-Emissionen gesamte CO2-Emissionen gesamte CO2-Äquivalent-Emissionen Von entscheidender Bedeutung für die Treibhausgasemissionen von Biokraftstoffen ist die Verwertung der Nebenprodukte, welche bei der Produktion anfallen. In der Abbildung ist am Beispiel Biodiesel (RME) dargestellt wie die gesamten Treibhausgasemissionen durch den Einsatz der anfallenden Nebenprodukte beeinflusst werden. Im Fall von Biodiesel ent- steht bei der Herstellung Glycerin, welches petrochemisch erzeugtes Glycerin ersetzen kann. Bei der Bioethanolproduktion fällt als Nebenprodukt DDGS (Dried Distillers Grains with Solubles, Trockenschlempe) ein hochwertiges Eiweißfuttermittel für die Landwirt- schaft, an. Dieses Produkt substituiert üblicherweise Sojaimport aus Übersee (Amerika), was wiederum in der Treibhausgasbilanz zu berücksichtigen ist. Der Einsatz von Biokraftstoffen führt zu einem Rückgang der Österreichischen Treibhaus- gasemissionen im Transportsektor. Von 2005 auf 2006 sind die THG Emissionen des Transportsektors um etwa 5% gesunken. Diese Reduktion lässt sich etwa zur Hälfte auf den Einsatz von Biokraftstoffen zurückführen. Der Biokraftstoffeinsatz ist damit bisher die wirksamste umgesetzte Maßnahme der Österreichischen Klimastrategie zur Reduktion der THG-Emissionen im Verkehr. Neben den Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen sind weitere umweltrelevante Aspekte jedoch von hoher Relevanz. Der Einsatz von Biokraftstoffen kann zu einem höhe- ren Flächennutzungsdruck führen und damit – in Abhängigkeit von eingesetzten Rohstof- fen, der Anbauregion, der landwirtschaftlichen Praxis etc. – auch deutlich negative Umwelt- folgen aufweisen. Hierzu zählen speziell die Emissionen aus Böden nach Flächennut- zungsänderung (z.B. Rodung von tropischen Regenwäldern), erhöhter Einsatz an Pflan-