Arbeit&Wirtschaft 11/2006 Aus AK und Gewerkschaften 7 Gewerkschaft Bau-Holz: Neuer Vorsitzender In der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter (GBH) löst Johann Holper den langjährigen Vorsitzenden Johann Driemer ab. Mit 100 Prozent Zustimmung wurde schon im Oktober der stellvertretende Bundes- vorsitzende und Wiener GBH-Landesse- kretär Johann Holper vom GBH-Bundes- vorstand für diese Funktion designiert. Er ist seit 1988 in der GBH tätig, seit 2003 als Landessekretär der GBH Wien. Seit 2002 ist er stellvertretender Bundesvorsit- zender. Holper: »Ich werde diese Heraus- forderung gerne annehmen. Es ist für mich nichts Neues, Verantwortung zu tragen, das habe ich auch über lange Jahre erst als Betriebsratsvorsitzender und schließlich als Landessekretär der GBH Wien und stv. Bundesvorsitzender getan. Wir werden die Zukunftsthemen und -forderungen für die Bau- und HolzarbeiterInnen in den kom- menden Jahren gemeinsam umsetzen und natürlich auch die ÖGB-Reform wesent- lich mitgestalten.« Der zunächst als Nach- folger von Johann Driemer vorgesehene Josef Muchitsch wurde nach einem erfolg- reichen Vorzugsstimmenwahlkampf in den Nationalrat gewählt und wird die GBH-Forderungen im Parlament einbrin- gen. Der scheidende GBH-Vorsitzende Johann Driemer begrüßte die rasche und klare Nachfolgeentscheidung, um die wichtigen Zukunftsfragen wie eine echte Schwerarbeitsregelung, eine sozial verträg- liche Pensions- und Gesundheitsreform, aber auch die ÖGB-Reform gemeinsam bewältigen zu können. W. L. Lebensversicherungen: Unseriöse Schönfärberei Immer öfter erhält die AK in letzter Zeit Beschwerden, dass bei Lebensversicherungen die ausbezahlten Beträge zu gering seien. Die Enttäuschung ist groß, kann aber verhindert werden. So wurde laut AK OÖ etwa einem Kon- sumenten bei Vertragsverlängerung im Jahr 2002 gesagt, dass der Auszahlungs- betrag maximal um Euro 1000,– bis 1500,– schwanken könne. Tatsächlich erhielt er dann um fast 5000,– Euro we- niger als vorausgesagt. Daher Achtung auch bei Neuabschlüssen! Nicht von rosigen Prognosedaten blenden lassen, nur die Versicherungssumme ist garan- tiert, warnt die AK! Alles darüber hinaus hängt vom Veranlagungserfolg ab. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen gibt es überhaupt keine garantierten Beträge. Die gesamte Auszahlung ist hier von der Entwicklung des Fonds abhän- gig. Daher empfiehlt die AK: ? Lassen Sie sich nicht von rosigen Prognosedaten blenden! ? Suchen Sie in Ihrem Vertrag die garan- tierte Auszahlungssumme! Gehen Sie bei Ihren Überlegungen immer von den garantierten Mindestrenten aus! ? Lesen Sie sich die Polizze zu Ihrer Ver- sicherung nach Erhalt genau durch. Bei Unzufriedenheit können Sie nach Erhalt der Polizze immer noch zurücktreten! ? Im Ernstfall gelten schriftliche Unter- lagen mehr als mündliche Zusagen! W. L. Kollektivvertragsverhandlungen: Es geht auch anders 2,3 Prozent, das war das vorläufig letzte Unternehmerangebot für die Beschäftigten in der Metallbranche Ende Oktober. Dagegen machten die Gewerkschaften mobil. Von 23. bis 31. Oktober fanden in mehre- ren hundert Betrieben der Metallindustrie und des Bergbaus Betriebsversammlungen bei Arbeitern und Angestellten statt. Grund waren die verfahrenen Kollektiv- vertragsverhandlungen, die die Gewerk- schaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) und die der Privatangestellten (GPA) für diese Branchen führten. Unter dem Mot- to »2,3 Prozent Lohnerhöhung sind zu wenig – Höhere Löhne – auch für uns« wurde bei Hunderten Betriebsversamm- lungen mit insgesamt rund 13.000 Betei- ligten in ganz Österreich der Unmut und das Unverständnis der Beschäftigten deut- lich sichtbar. Von den meisten Versamm- lungen wurden Resolutionen an Arbeit- geber und Wirtschaftskammer verabschie- det. Man verlangte darin Abschlüsse, die den Lebensstandard sichern und einen ge- rechten Anteil am wirtschaftlichen Wachs- tum darstellen. Das Angebot der Arbeit- geber von 2,3 Prozent Lohn- und Gehalts- erhöhung und einer nicht näher definierten Einmalzahlung wurde als völlig unzurei- chend und unannehmbar abgewiesen. Kein Verständnis gab es für das Verhalten der Arbeitgeber, den Beschäftigten ange- messene Lohn- und Gehaltserhöhungen zu verwehren, während die Branche gleich- zeitig hohe Gewinne schreibe und die künftige Wirtschaftslage als ausgezeichnet eingestuft werde. W. L.