Arbeit&Wirtschaft 6/2012 7Aus AK und Gewerkschaften Arbeiterkammer: Neue Kampagne zur Schieflage ArbeitnehmerInnen leiden unter den Belastungen durch die Krise und den hohen Preisen. Der Beitrag der großen Vermögen ist ungenügend. Wussten Sie, dass ... » ... Vermögen sehr ungleich verteilt ist? Das reichste Prozent der österreichischen Bevölkerung besitzt ein Drittel des Ge- samtvermögens. » ... Vermögen kaum besteuert wird? In Österreich stammen nur 1,3 Prozent des Steueraufkommens aus vermögensbezo- genen Steuern. In der OECD sind es durchschnittlich 5,5 Prozent. » ... die Einnahmen aus der Lohnsteuer viel stärker gewachsen sind als die Löhne und Gehälter insgesamt? Das Steuerauf- kommen hat von 2000 bis 2010 um 41 Prozent zugenommen, die Löhne sind aber nur um 35 Prozent gestiegen. » ... die Einnahmen aus Unternehmens- steuern zwischen den Jahren 2000 und 2010 viel weniger angestiegen sind als die Gewinne der Unternehmen? Die Steuereinnahmen sind um 14 Prozent gestiegen, die Gewinne aber um 44 Pro- zent gewachsen. » ... von den Steuererleichterungen der letzten Jahre 2/3 den Unternehmen zu- gute kamen und nur 1/3 den Arbeitneh- merInnen? Forderung Das fordert die AK: 1. Steuerliche Entlastung von Arbeits-einkommen: Die hohen Abgaben müssen vor allem für niedrige und mitt- lere Einkommen gesenkt werden. 2. Mehr vermögensbezogene Steuern: Die AK setzt sich für Vermögens- steuern auf sehr hohe Vermögen und eine Erbschafts- und Schenkungssteuer mit hohen Freigrenzen ein. 3. Einführung einer Finanztransakti-onssteuer: Die Spekulationen auf den Finanzmärkten haben die Krise verursacht, sie sollten daher über eine Finanztransaktionssteuer einen Teil der Kosten tragen. 4. Steuer-Schlupflöcher im Unterneh-mensbereich schließen: Gewinne sollten zum Beispiel nicht mehr in Steu- eroasen verschoben werden können, son- dern in Österreich besteuert werden. Mehr Info: tinyurl.com/cqfw4qr ÖGB: Alter Hase, junger Spund Wettbewerb: Dialog der Generationen in der Arbeitswelt Aktives Altern geht nur die älteren Men- schen etwas an. Ältere kennen sich mit moderner Technik nicht aus. Ältere Be- schäftigte nehmen den Jungen die Arbeits- plätze weg. Diese und weitere Vorurteile zum Thema Jung und Alt sind durch nichts belegt, halten sich aber dennoch hartnäckig in der Diskussion. Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz hat deshalb im Rahmen des Europäischen Jahres für Solidarität zwischen den Gene- rationen einen Wettbewerb ins Leben gerufen. Der Wettbewerb „Dialog der Generationen in der Arbeitswelt“ soll im Erwerbsleben bzw. in Ausbildung ste- hende Personen dazu motivieren, sich mit Fragen der Zusammenarbeit und So- lidarität von Jung und Alt im beruflichen Umfeld kreativ auseinanderzusetzen. Di- alog der Generationen leistet dadurch einen Beitrag zur öffentlichen Bewusst- seinsbildung und hilft, innovative Ideen sowie Good-Practice-Erfahrungen zur Gestaltung eines solidarischen Miteinan- ders über Generationengrenzen hinweg sichtbar zu machen. Teamwork von Jung und Alt ist au- ßerdem dazu gedacht, den Wissens- bzw. Erfahrungsaustausch anzuregen, genera- tionenübergreifende Lern- und Verände- rungsprozesse in der Arbeitswelt zu för- dern und gegenseitige Wertschätzung zu steigern. Statt das häufig medial vermit- telte Bild eines konfliktreichen Gene- rationenverhältnisses weiterzutragen, be- teiligen sich die Teams durch ihre Zusammenarbeit aktiv am Abbau von beidseitigen Vorurteilen und Alterskli- schees. Mitmachen dürfen gemischte Teams aus Jungspunden (15 bis 25 Jahre) und alten Hasen (ab 45 Jahre), die in österreichischen Betrieben, Organisati- onen, Institutionen etc. beschäftigt oder dort in Ausbildung sind. Gebraucht wer- den: ein bis drei selbstgemachte Fotos (unter je 3 MB), die die Visionen oder Beispiele darstellen, ein Titel für die Grundidee und eine kurze Beschreibung derselben. Daraus kann ein Kurzfilm entstehen, der mit Profis gemeinsam ent- wickelt wird – vorausgesetzt, dass die Jury von den Ideen begeistert wird. Bei- spiele gibt es auf der Website. So funktioniert’s: Beispiele schicken, wie ein solidarisches Miteinander der Generationen im eigenen Arbeitsalltag aussieht, oder Vorstellungen, wie es bes- ser gehen könnte! Zu gewinnen gibt es eine Brüssel- reise, Geldpreise sowie attraktive Sach- preise, zum Beispiel Action-Kameras. Alles zum Wettbewerb unter: www.dialogdergenerationen.at