Arbeit&Wirtschaft 1/2013 5Veranstaltung vida-Vorsitzender Gottfried Winkler: „Viele Arbeitgeber aus der Branche sind in der Armutsbekämpfung aktiv. Vergesst dabei nicht auf eure Beschäftigten. Zu niedrige Einkommen machen arm.“ GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian: „Schon jetzt liegen die Ein- kommen im Sozial- und Pflegebereich um 18 Prozent unter dem Durchschnittseinkommen.“ Nachdem die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 120.000 Angestellten im Sozial- und Gesundheitsbereich Ende Jänner unter- brochen worden sind, gingen die Beschäftigten auf die Straße. Vor dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz fand schließlich die Schlusskundgebung der Demonstration für bessere Einkommen im Pflege- und Sozialbereich statt. © F ot os : d ew i/G PA -d jp Demo für faire Einkommen 7.000 Beschäftigte der Sozialbranche demonstrierten am 30. Jänner 2013 in Wien, St. Pölten, Linz, Graz und Klagenfurt. Für faire Einkommen demonstrierten 7.000 Beschäftigte aus dem Sozial- und Pflegebereich am 30. Jänner in mehreren österreichischen Städten. Allein in Wien zogen über 3.000 Menschen über den Ring zur Abschlusskundgebung am Ball- hausplatz. In Linz waren es 2.200, in Graz 600, in Klagenfurt 450 und  in St. Pölten 400. Achtzig Prozent der Beschäftigten in der Branche sind Frauen. Die Mehr- heit arbeitet Teilzeit, sehr viele Organi- sationen und Betriebe aus dem Sozial- bereich bieten keine Vollzeitarbeit an. 30-Stunden-Jobs mit relativ niedrigen Stundenlöhnen – das führt dazu, dass immer mehr Beschäftigte mit ihrem Ein- kommen kaum auskommen. Neben ei- nem Reallohnplus verlangen die Gewerk- schaften auch Verbesserungen bei den arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Am 4. Februar 2013 um 23.00 Uhr einigten sich die VertreterInnen der Arbeitgeber und der Gewerkschaften GPA-djp und vida darauf, dass die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Mindestgrundgehälter im privaten Gesundheits- und Sozialbereich mit 1. Februar 2013 um 2,75 Prozent stei- gen. Höhere Löhne und Gehälter sowie alte Lohn- und Gehaltstabellen werden um 2,7 Prozent erhöht. Damit wurde erstmals ein Kollektivvertragsabschluss der Globalrunde im Sozialbereich für Beschäftigte in der Sozialwirtschaft Österreich (vormals BAGS), der Diako- nie und den karitativen Einrichtungen der katholischen Kirche erzielt. Mehr Infos unter: www.vida.at und www.gpa-djp.at