Arbeit&Wirtschaft 4/201346 Man kann nicht alles wissen Adult Education Survey (AES): wurde erstmals im Zeit- raum 2005 bis 2007 in fast allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie in Kroatien, Norwegen, der Schweiz und Türkei durchgeführt. In Österreich wurde die Erhebung über Erwachsenenbildung erstmals 2007 durchgeführt. Sie liefert Statistiken über Aus- und Weiterbildung sowie andere Lernaktivitäten der öster- reichischen Wohnbevölkerung im Haupterwerbs alter. (Seite 21) Anderson, Mary: amerikanische Bauunternehmerin, Farmerin und Winzerin (1866–1953); 1903, „inspiriert“ durch eine Straßenbahnfahrt bei Eisregen, entwickelte sie die weltweit erste Scheibenwischanlage. Anderson erhielt dafür allerdings kaum Tantiemen. Denn als die Massenproduktion in der Automobilindustrie begann, war ihr Patent bereits abgelaufen. (Seite 27) Austrian Institute of Technology (AIT): Gegründet 1956 als Österreichische Studiengesellschaft für Atomenergie (SGAE) wurde das Institut nach dem Atomsperrgesetz 1978 in Forschungszentrum Seibers- dorf umbenannt, danach in Austrian Research Centers geändert. 2009 wurde die aktuelle Bezeichnung eta- bliert. Heute ist das AIT Österreichs größte außeruni- versitäre Forschungseinrichtung und an mehreren Standorten tätig. (Seite 27) Bahrdt, Hans Paul: deutscher Soziologe (1918–1994), der sich vor allem mit Industrie-, Stadt- und Wissens- soziologie beschäftigte. Er bezeichnete 1958 in seinem Werk „Industriebürokratie“ das Telefon als Medium der Desorganisation, weil dadurch formalisierte Kommu- nikationswege nicht mehr eingehalten werden muss- ten. (Seite 19) Biogas-Kraftwerk: Anlage zur Erzeugung von Biogas durch Vergärung nachwachsender Rohstoffe (Gülle, Mist und andere Bioabfälle) mit angeschlossenem Blockheizkraftwerk, um das Gas zur Wärme- und Stromerzeugung zu nutzen. (Seite 12) Biomasse-(Heiz-)Kraftwerk: erzeugt Strom bzw. Wärme durch Verbrennung fester Biomasse wie Stroh oder Altholz. (Seite 12) BITKOM: Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V., Sprachrohr der IT- und Telekommunikationsbranche, gegründet 1999 in Berlin. BITKOM vertritt mehr als 1.700 Unter- nehmen und repräsentiert damit rund 90 Prozent des deutschen IKT-Marktes. (Seite 18) Bottleneck: Flaschenhals (Seite 45) Cedefop: Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung, 1975 gegründete dezentrale Agentur der EU mit Hauptsitz in Thessaloniki. (Seite 21) Content-Syndikation: Austausch oder Mehrfachver- wendung medialer Inhalte. (Seite 37) CRM: hier: Customer Relationship Management, Doku- mentation und Verwaltung von Kundenbeziehungen. (Seite 37) Cross-Media-Publishing: medienübergreifende Ver- öffentlichung, z. B. in Printmedien und im Internet. (Seite 36) EPUB: Standard für das Publizieren mit E-Books, der eine automatische Anpassung an die Bildschirmgröße ermöglicht. (Seite 37) Experimentierwerkstatt Wien (EWW): 2009 an der Pädagogischen Hochschule Wien eröffnete Einrich- tung, die mit rund 60 Experimentierstationen zu den verschiedensten Themenbereichen Wissenschaft zum Anfassen für Kinder und Erwachsene bietet. (Seite 26) Forschungsförderungsgesellschaft (FFG): 2004 ge- gründete staatliche Förderungsinstitution zur Stär- kung des Forschungs- und Innovationsstandortes Österreich mit Sitz in Wien. (Seite 14) IAQ-Report: Mehrmals pro Jahr erscheinender Report zu aktuellen Forschungsergebnissen des Instituts Ar- beit und Qualifikation (IAQ), das 2007 als eigenstän- dige wissenschaftliche Einrichtung in der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duis- burg-Essen gegründet wurde. Das IAQ setzt die Arbeits- markt- und Bildungsforschung des Instituts Arbeit und Technik (IAT) fort, das Ende 2006 aufgelöst wurde. (Seite 35) Infobroking: Informationsvermittlung (Seite 37) Ludditen: 1811 in Nottingham wurden erstmals als Protest gegen die mit der industriellen Revolution ein- hergehenden Lebens- und Arbeitsbedingungen für die ArbeiterInnen gezielt Maschinen zerstört. Die nach ihrem legendenumwobenen fiktiven Anführer Ned Ludd benannte Bewegung der Ludditen wurde bis 1814 militärisch niedergeschlagen. Zahlreiche Beteiligte wurden hingerichtet oder nach Australien deportiert. (Seite 12) Lukrez (Titus Lucretius Carus): römischer Dichter und Philosoph (ca. 97–55. v. Chr.); er war überzeugt, dass die Seele sterblich sei und sich die Götter nicht in das Leben der Menschen einmischen könnten. Sein Werk De rerum natura (Über die Natur der Dinge) gilt als das älteste erhaltene lateinische Lehrgedicht und besteht aus sechs Büchern. (Seite 39) Meckel, Miriam: deutsche Kommunikationswissen- schaftlerin und Publizistin, geb. 1967, die v. a. durch ihre Bücher zu den Themen Burn-out, neue Technolo- gien und eine von Computern kontrollierte Zukunft bekannt ist. (Seite 19) Michalitsch, Gabriele: österreichische Politikwissen- schaftlerin, Publizistin und Volkswirtschaftlerin, die sich vor allem mit den Themen feministische Ökono- mik, politische Ökonomie und Neoliberalismus be- schäftigt. (Seite 22) Multioptionalität: Der Begriff bezeichnet das moderne Phänomen, dass der/die Einzelne in allen Lebensbe- reichen viele Möglichkeiten hat – was auch dazu füh- ren kann, dass man sich gezwungen fühlt, auch alles zu erleben, was getan werden kann bzw. der Einzelne den Druck hat, auch tatsächlich das Beste aus all diesen Möglichkeiten zu machen. (Seite 19) Nimbus: besonderes Ansehen, Heiligenschein (Seite 34) Paulus, Käthe: erste deutsche Ballonfahrerin und Luftakrobatin (1868–1935), im Ersten Weltkrieg lie- ferte sie die von ihr entwickelten Paketfallschirme an die Armee, 1917 wurde Paulus mit dem Verdienstkreuz für Kriegshilfe geehrt. (Seite 27) Revolutionäre Rätebewegung: Hunger, die Arbeits- bedingungen in der Kriegsindustrie und der Wunsch nach Frieden führten ab 1917 zu massiven Protesten unter ArbeiterInnen, Soldaten und Matrosen der Kriegs- marine. Nach dem Vorbild Russlands, wo die sieg- reichen Bolschewiki die „Union der sozialistischen Sowjet(= Räte)republiken“ gegründet hatten, ent- wickelten sich diese Proteste zu einer Rätebewegung. Sie wollte die Monarchen nicht durch parlamentarische Demokratie, sondern durch ein von den Betrieben aus- gehendes Mitbestimmungssystem ohne kapitalis- tische Wirtschaft ablösen und den Krieg sofort been- den. Den SozialdemokratInnen und Gewerkschaften warfen sie Verrat an der Revolution vor. Aus der Räte- bewegung entstanden die kommunistischen Parteien, in Österreich der linke Flügel der Sozialdemokratie, der sich (wieder) in die Freien Gewerkschaften integrierte. (Seite 11) Rousseau, Jean-Jacques: französischsprachiger Phi- losoph, Schriftsteller, Komponist und Forscher (1712– 1778), Wegbereiter der französischen Revolution. Das meiste Wissen eignete sich der gebürtige Genfer auto- didaktisch an. Rousseau betrachtete die menschliche Geschichte als einen Prozess des Niedergangs, der ein in jeder Hinsicht radikal erneuertes Denken und Han- deln erfordere. Seine in „Émile oder über die Erziehung“ dargestellten Theorien beeinflussten viele Pädagogen. Der nach dem (darin propagierten) Prinzip der freien Selbstentfaltung aufgewachsene Mensch würde von sich aus später zum Gemeinwohl beitragen, so eine der Thesen seines Werkes „Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des politischen Rechtes“. (Seite 12) Stakeholder: Anspruchsgruppe, ökonomischer Teil- haber; Person oder (auch nicht organisierte) Gruppe, die Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Projekts oder eines Prozesses hat. (Seite 15) TFP (Totale Faktorproduktivität): Maß für die Produk- tivität, die angibt, welcher Teil des Wachstums der Produktion nicht auf vermehrten Einsatz von Produk- tionsfaktoren (in der Regel Arbeit und Kapital) zurück- geführt werden kann, sondern sozusagen als unerklär- ter Rest übrig bleibt. Als Erklärung für diesen Teil des Produktivitätswachstums wird der technische Fort- schritt angenommen. (Seite 20) Virilio, Paul: französischer Architekt und Philosoph, geb. 1936, Begründer der Dromologie, bei der gesell- schaftliche Verhältnisse unter besonderer Berücksich- tigung von Geschwindigkeit untersucht werden. Diese sieht Virilio als verborgene Seite von Macht und Reich- tum und damit als wichtigen gesellschaftlichen Faktor. (Seite 18) XML: Extensible Markup Language; Computersprache, mit der selbsttätig umbrechende Fließtexte hergestellt werden können. (Seite 37)