Arbeit&Wirtschaft 3/2014 7Aus AK und Gewerkschaften Arbeiterkammer: Wahlen 2014 Ergebnisse Kärnten, Wien, Steiermark, Burgenland. Historischer FSG-Erfolg in Kärnten Das endgültige Ergebnis der AK-Wahl 2014 in Kärnten steht seit 13. März 2014 fest und bestätigt mit 76,9 Prozent (2009: 66,8) den historischen Erfolg der Sozialdemokra- tischen GewerkschafterInnen unter Gün- ther Goach, die damit einen Spitzenwert bei den AK-Wahlen in der Zweiten Repu- blik in Kärnten erreichten. Nach Auszäh- lung aller Wahlkarten ergibt sich die Plat- zierung der weiteren vier Fraktionen wie folgt: Freiheitliche Arbeitnehmer 8,5 Pro- zent (2009: 2,7), Grüne und unabhängige GewerkschafterInnen 5,4 Prozent (2009: 3,4), ÖAAB – Christliche Gewerkschafte- rInnen 5,2 Prozent (2009: 6,6) und BZÖ- Arbeitnehmer 4,0 Prozent (2009: 20,0). Die Fraktion Sozial de mokratischer Ge- werkschafterInnen stellt künftig 56 Vertre- terInnen (2009: 48) in der 70 Sitze umfas- senden Vollversammlung, die Freiheit- lichen Arbeitnehmer erhalten sechs Sitze (2009: 2), die Grünen drei (2009: 2), der ÖAAB drei (2009: 4) und das BZÖ zwei Kammerräte (2009: 14). Laut Wahlkom- missär Gerhard Jesernig haben von den ins- gesamt 159.551 Wahlberechtigten diesmal 65.137 ihre Stimmen abgegeben. FSG-Stimmenausbau in Wien Nach Einlangen von 7.066 Wahlkarten lag am 28. März 2014 auch das Endergebnis der Wiener AK-Wahl vor. Die Sozial - demokratischen Gewerkschafte rInnen (FSG) konnten ihr Ergebnis gegenüber 2009 auch in absoluten Stimmen ausbau- en. Wahlberechtigt waren 680.356 Arbeit- nehmerInnen. Abgegeben wurden insge- samt 262.500 Stimmen. Die Wahlbeteili- gung beträgt damit 38,58 Prozent. Für die Listen bedeutet das endgültige Ergebnis: Die FSG steigert mit dem amtierenden Prä- sidenten Rudi Kaske ihr Ergebnis von 56,4 auf 58,73 Prozent der Stimmen und konn- te ihr Ergebnis gegenüber 2009 auch in ab- soluten Stimmen ausbauen (2009: 148.079, 2014: 150.349). Verluste erleiden der ÖAAB-FCG und die Freiheitlichen Arbeit- nehmer (FA). Der ÖAAB-FCG liegt beim endgültigen Ergebnis bei 10,34 Prozent, die Freiheitlichen bei 9,03 Prozent. Die Al- ternativen und Grünen Gewerkschafte- rInnen legen gegenüber 2009 leicht zu und erreichen 7,93 Prozent. Zugewinne errei- chen fast alle der weiteren sieben kleinen Listen, lediglich das Bündnis Mosaik ver- passt den Wiedereinzug in die Vollver- sammlung der AK Wien. Insgesamt werden im kommenden „Parlament der Arbeitneh- merInnen“ elf Listen vertreten sein. FSG-Zugewinn im Burgenland Im Burgenland hatte die Auszählung der 568 Briefwahlstimmen keine Auswirkungen auf den Mandatsstand. Die Sozialdemokra- tischen GewerkschafterInnen (FSG) gewan- nen zwei Mandate dazu und halten in der Vollversammlung künftig 38 von 50 Sitzen. Die FSG kam laut dem am 13. April veröf- fentlichten Endergebnis auf 72,15 Prozent der Stimmen (+1,71 Prozentpunkte). Der ÖAAB/FCG verlor 5,12 Prozentpunkte und kam auf 16,83 Prozent. Die Christge- werkschafterInnen büßten damit drei Sitze ein und halten nun bei acht. Die Freiheit- lichen Arbeitnehmer (FA) erreichten 7,01 Prozent und gewannen 1,41 Prozentpunkte sowie ein Mandat dazu. Weiterhin mit einem Mandatar sind die Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen/Unabhän- gige GewerkschafterInnen (AUGE/UG) vertreten, die 3,10 Prozent (+1,09 Prozent- punkte) erreichten. Für den Gewerkschaft- lichen Linksblock, der erstmals seit 1989 wieder bei einer Arbeiterkammerwahl im Burgenland angetreten war, votierten 0,91 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag unter Be- rücksichtigung der Briefwahlstimmen bei 44,36 Prozent. 2009 hatten 50,07 Prozent an dem Urnengang teilgenommen. Insge- samt wurden bei der AK-Wahl 2014 im Burgenland 34.659 Stimmen abgegeben, davon waren 33.869 gültig. Steiermark: Rot und Schwarz verlieren Laut am Sonntag, den 13. April 2014, ver- öffentlichtem Endergebnis kam in der Stei- ermark die Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) auf 57,7 Pro- zent der Stimmen (–8,1 Prozentpunkte) und der ÖAAB-FCG auf 17,1 (–3,2 Pro- zentpunkte). Während SPÖ und ÖVP – im Land die sogenannten „Reformpartner“ – also Einbußen hinnehmen mussten, legten alle anderen Parteien zu: Die Freiheitlichen (FA) kamen auf 14,5 Prozent (+7,1 Pro- zentpunkte), die Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen/Unabhängige Ge- werkschafterInnen (AUGE/UG) auf 5,7 Prozent (+2,0 Prozentpunkte), der Gewerk- schaftliche Linksblock (GLB) auf 4,1 Pro- zent (+2,2 Prozentpunkte). Erstmals in die Vollversammlung gewählt wurde die Liste des Grazer Uni-Angestellten Dieter Kalten- beck mit 0,9 Prozent der Stimmen (+0,3 Prozentpunkte). In Mandaten bedeutet di- es wie schon beim vorläufigen Ergebnis, dass die FSG auf 64 (2009: 74) Mandate kommt, der ÖAAB/FCG auf 19 (22) Man- date, die Freiheitlichen auf 16 (8), die AUGE auf 6 (4), der GLB auf 4 (2) sowie die Liste Kaltenbeck auf 1 Mandat. Die Wahlbeteiligung betrug 38,3 Prozent (2009: 39,97 Prozent). Acht der neun Arbeiterkammer-Wahl- en sind geschlagen und die Trends sind vor dem abschließenden Urnengang in Nieder- österreich eindeutig. Die Landespräsi- denten bauten ihre Vormachtstellung bei geringer Wahlbeteiligung aus, was vor allem für die ChristgewerkschafterInnen dramatische Ergebnisse brachte. Ein Aus- nahmefall bleibt die Steiermark, wo Rot und Schwarz wohl für die Landespolitik abgestraft wurden. Was allen Bundeslän- dern gemein war, ist die Wahlbeteiligung. Sie ging überall zurück und ist nunmehr nirgends mehr über 50 Prozent. Besonders dramatisch ist das Ergebnis in Salzburg mit 35,1 und in Vorarlberg mit 36,4 Prozent Beteiligung. Eine Chance, gegen den Trend zu schwimmen, gibt es bloß noch in Niederösterreich, wo erst von 6.–19. Mai gewählt wird, ein Urnengang nicht ohne Brisanz. Wie in der Steiermark muss sich auch in Niederösterreich mit Markus Wie- ser ein neuer FSG-Präsident erstmals ver- suchen. Das VP-Ergebnis wird wiederum für ÖAAB-Obfrau Johanna Mikl-Leitner zum Gradmesser, wird doch zum Ab- schluss in ihrem Heimatbundesland ge- wählt.