29Arbeit&Wirtschaft 7/2014 Schwerpunkt den ? ausgestattet, die Sonnenenergie in elektrische Energie umwandeln. Was über einen USB-Anschluss ge- laden werden kann ? etwa Handys, Ta- blets, Digitalkameras, GPS- und Satel- litengeräte etc. ?, wird umweltfreundlich mit Sonnenenergie betrieben. „Rück- schläge gab es durchaus“, sagt der 30-Jährige, „in den letzten vier Jahren seit der Gründung betreten wir sehr viel Neuland, davor hat es so etwas nicht gegeben. Diversifikation, die Ein- führung eines neuen Produktes und gleichzeitig eines neuen Marktes, ist das Schwierigste. Aber solche Blue Oceans sind gleichzeitig auch das Schönste.“ Stefan Ponsold kann sich mittler- weile über mehr als 10.000 verkaufte Taschen freuen und arbeitet eng mit Hilfsorganisationen zusammen. „Wenn sich die Herstellungskosten decken, sind wir schon froh.“ Für Ärzte ohne Grenzen Österreich wurden eigene Rucksäcke und Umhängetaschen ent- worfen, ebenso für die UN, eine Koope- ration besteht auch mit dem Projekt Lady Lomin im Südsudan (www.lady- lomin.org). „In dem Dorf gibt es keiner- lei Energieversorgung. Die Frauen ha- ben mit den Taschen die Möglichkeit, ihre Mobiltelefone und ihre Notebooks zu laden und zu arbeiten.“ Allerdings bleiben die sonnigen Taschen dem zivi- len Nutzen vorbehalten: „Wir beliefern keine Militärs, weil wir mit unseren Pro- dukten etwas Positives erreichen wollen. Und Ressourcen, die von einem anderen Stern kommen ? in diesem Fall von der Sonne ?, wollen wir nicht missbrau- chen, um Partei für politische Auseinan- dersetzungen zu ergreifen.“ Solar-Radios und Straßenlampen, die sich tagsüber aufladen und nachts leuchten, oder etwa solarbetriebene Sensoren, die Waldbrände erkennen: Sie sind in Planung. Seit Anfang 2013 leitet das Institut für Sensor- und Aktua- torsysteme der TU Wien das von der EU geförderte Projekt „SolarDesign“ ? hier treffen technologische Forschung, Architektur und Design aufeinander. Geforscht wird nicht allein mit kristal- linen Solarzellen auf Siliziumbasis, son- dern vor allem mit Dünnschichtzellen aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen – da sie leicht und biegsam sind, können sie auch auf Textilien eingesetzt wer- den. Abenteuer mit Sonne Lucy Lynn ist Bergwanderführerin und Outdoorpädagogin (www.lucylynn. com; www.facebook.com/abenteuer. mensch) – und sie liebt das Freie. Drei Jahre lang lebte sie in einem VW-Cam- pingbus und reiste damit quer durch Europa. „Da wir um Campingplätze meist einen großen Bogen gemacht ha- ben und das Übernachten abseits der Zivilisation bevorzugt haben, hatten wir oft keinen Strom“, berichtet die ge- bürtige Wienerin. Kocher und Heizung wurden mit Gas betrieben, der Strom kam teils aus der zweiten Autobatterie, die immer wieder einmal aufgeladen wurde. „Für das Laden unserer Mo- biltelefone, die für uns ja wirklich wichtig waren – nicht nur, um wieder mal den Abschleppservice bei unserem alten Auto anzurufen –, haben wir zu- sätzlich auf Sonnenenergie vertraut.“ Heute verwendet die Outdoorpädago- gin auf ihren Wanderungen und Trek- kingtouren ein mobiles, zusammen- faltbares Solarpanel. „Es handelt sich um ein reines 12-V-System, das sich jedoch mittels Adapter zu einem 5-V- System umkonfigurieren lässt. Somit kann ich entweder 12-V-Batterien auf- laden – im Winter etwa zur Ladeerhal- tung – wie auch mein Smartphone, Powerbanks und das GPS-Gerät. Es verfügt über einen USB-Anschluss und mehrere Adapter.“ Lynns Gerät lässt sich gut transportieren und befestigen, ist mit diversen Karabinern und Bän- dern ausgestattet – ideal für Rucksack, Fahrrad oder Zeltdach. Tipp: „Wenn die Sonne nicht scheint, die Geräte also keine Sonnenstrahlen auffangen, bleibt nur mehr ein Zehntel der Maxi- malleistung zur Verfügung. Ein iPhone zu laden dauert rund 15 Stunden, also zwei ganze Tage. Deshalb rate ich zum Einsatz einer Powerbank – sie kann bei Sonnenschein ein Vielfaches der Kapa- zität eines Handy-Akkus speichern und bei Schlechtwetter an die ange- schlossenen Geräte abgeben.“ Internet: Max-Planck-Filme: „Die Sonne: Der Stern, von dem wir leben“ www.mpg.de/7049356/sonne_grundlagen Schreiben Sie Ihre Meinung an die Autorin sophia.fielhauer@chello.at oder die Redaktion aw@oegb.at © Ö GB -V er la g/ Pa ul S tu rm Bei Kurbel-Taschenlampen wird durch das Drehen Strom erzeugt. Batterien erübrigen sich damit. © Ö GB -V er la g/ Pa ul S tu rm