Arbeit&Wirtschaft 9/201444 Frisch gebloggt Der blog.arbeit-wirtschaft.at erg�nzt die Printausgabe der �A&W� als digitales Debattenforum. Wir legen euch drei ganz besonders spannende Beitr�ge ans Herz: � Arbeiten ohne Ende? Arbeiten bis zum Ende?! (Johanna Kl�sch) � Arbeitszeitverk�rzung (Michael Schwendinger) � F�nf Thesen zur Debatte von TTIP (Pia Eberhardt) ARBEITEN OHNE ENDE? ARBEITEN BIS ZUM ENDE?! Johanna Kl�sch, Arbeits- und Organisa- tionspsychologin der Arbeiterkammer Wien, greift ein Thema auf, das viele von uns kennen: das Gef�hl, aufgrund der st�ndigen Erreichbarkeit nicht mehr ge- nug Zeit f�r Erholung zu haben. Umfragen zeigen, dass bereits ein Drittel der Besch�ftigten auch in der Freizeit ar- beitet, 14 Prozent sogar im Krankenstand. In vielen Unternehmen ist es �blich, dass man am Wochenende erreichbar sein muss oder in der Freizeit wichtige Abendveran- staltungen besucht. Kl�sch weist darauf hin, dass Menschen Erholungszeiten jedoch dringend ben�ti- gen und die individuellen gesundheit- lichen Folgen, aber auch die betriebs- und volkswirtschaftlichen Kosten nicht zu untersch�tzen sind. Einige Unternehmen haben die negativen Auswirkungen des �Hamsterrads� bereits erkannt und ent- sprechende Ma�nahmen gesetzt. Wichtig w�re jedoch eine neue Arbeitszeitkultur in allen Unternehmen. Lesen Sie mehr: tinyurl.com/k8wayb8 ARBEITSZEITVERK�RZUNG Der �konom Michael Schwendinger be- sch�ftigt sich mit dem �quasi-religi�s� dis- kutierten Thema der Arbeitszeitverk�r- zung (AZV). Dabei greift er Argumente auf, die �blicherweise gegen eine AZV ins Treffen gebracht werden. �AZV funktioniert nicht� � KritikerInnen argumentieren, dass die Arbeitszeitver- k�rzung in der Komplexit�t der realen Arbeitsm�rkte nicht funktionieren kann, ein fixes Arbeitsvolumen k�nne nicht einfach problemlos umverteilt werden. Schwendinger pl�diert daf�r, Arbeits- zeitverk�rzung differenziert und unter Ber�cksichtigung wichtiger kritischer Fragen (bspw. des Lohnausgleichs) zu diskutieren. �AZV kann man sich nicht leisten� � Erfahrungen aus �sterreich bzw. Deutsch- land (Bsp.: Kurzarbeit) oder auch Frank- reich zeigen, dass Arbeitszeitverk�rzung nicht per se zu h�heren Kosten f�hrt. Zu- dem erkennen bereits jetzt manche Un- ternehmen, dass eine Arbeitszeitverk�r- zung Krankenst�nde reduzieren und die Produktivit�t steigern kann. �AZV d�mpft die Nachfrage� � hier herrscht gro�e Uneinigkeit unter �kono- mInnen. Schwendinger verweist in die- sem Zusammenhang auf Keynes, der die Verk�rzung der Arbeitszeit als wichtiges Instrument zur Erreichung von Vollbe- sch�ftigung herausgestrichen hat. Schwendinger kommt zum Schluss, dass die Arbeitszeitverk�rzung kein neben- wirkungsfreies Allheilmittel sei, aber unter bestimmten Voraussetzungen Besch�fti- gung schafft. Lesen Sie mehr: tinyurl.com/pwp9eop F�NF THESEN ZUR DEBATTE VON TTIP Pia Eberhardt, Expertin f�r Konzernlob- byismus in der EU-Au�enhandels- und Investitionspolitik, greift das �hei�e Ei- sen� des geplanten Freihandelsabkom- mens zwischen der EU und den USA (TTIP) auf. Sie pr�sentiert f�nf Thesen zur Deutung des doch �berraschenden Schritts der EU-Kommission, Konsulta- tionen zum TTIP zuzulassen. Eberhardt streicht hervor, dass der ge- meinsame Widerstand von zivilgesell- schaft lichen Organisationen und B�rge- rInnen Fr�chte getragen h�tte. Diesen konnte die Kommission � trotz ihrer �Ab- schottung� � nicht l�nger ignorieren. Die Kritik am TTIP bezieht sich vor allem auf die geplanten Investor-Staat-Klagerechte. Konzerne k�nnten die Klagerechte nut- zen, um vor privaten internationalen Schieds gerichten, im Namen des Eigen- tumsschutzes im Investitionsrecht, Politik im Sinne des Gemeinwohls zu bek�mp - fen, und Entsch�digungen in Milli - ardenh�he kassieren. Laut Eberhardt besteht die Gefahr, dass die EU-Kommission die Reform von TTIP heranziehen k�nnte, um neue �re- formierte� Investoren-Rechte in der EU zu verankern und damit das Regime der Investitionsrechte weiterhin abzusichern. Der momentane Streit um das Konzern- Klagerecht k�nne durchaus ein �Window of Opportunity� sein, das es in Anbetracht der Reichweite des Abkommens zu nut- zen gelte. Es brauche dazu aber einen lan- gen Atem und eine Verbreitung des Wider standes auf beiden Seiten des At- lantiks. Lesen Sie mehr: tinyurl.com/q3hvzqy Wenn Ihnen ein Blogbeitrag gef�llt, belohnen Sie uns und die Autorinnen und Autoren doch damit, dass Sie den Beitrag per Facebook, Twitter, E-Mail oder � ganz klassisch � per Mundpropaganda an interessierte Menschen weitergeben! Wir freuen uns, wenn Sie uns abonnieren: blog.arbeit-wirtschaft.at Sie finden uns auch auf Facebook: facebook.com/arbeit.wirtschaft