Arbeit&Wirtschaft 4/201544 Frisch gebloggt Der A&W-Blog ergänzt die Print aus - gabe als digitales Debattenforum. Frisch gebloggt gibt einen Einblick, was in letzter Zeit online los war. In voller Länge finden Sie diese sowie jede Menge anderer aktueller Debattenbei - träge zum Nachlesen auf blog.arbeit- wirtschaft.at. WEBTIPPS DER WOCHE Wir legen euch diese drei Beiträge beson- ders ans Herz: » Der Zugang zum Arbeitsmarkt von AsylwerberInnen (Johannes Peyrl) » Spielen soziale Klassen eine Rolle bei der Vermögensbildung? (Hilde Weiss und Julia Hofmann) » Plädoyer für eine Wiederbelebung der Europäischen Fiskalpolitik (Achim Truger) » Deutliche Entwarnung für das Pensionssystem (Erik Türk) DE-FACTO-ARBEITSVERBOT FÜR ASYLWERBERINNEN Mit 320 Euro müssen AsylwerberInnen einen Monat lang auskommen. Das ist der Betrag, den sie unter dem Titel „Grundversorgung“ für Miete und Ver- pflegung“ erhalten. Von anderen Sozial- leistungen sind sie ausgeschlossen. Doch dürfen sie arbeiten? Dieser Frage geht Johannes Payerl in seinem Beitrag nach. Grundsätzlich ist AsylwerberInnen die Ausübung unselbstständiger Tätigkeit nach einer Frist von etwas mehr als drei Monaten nicht verboten. Voraussetzung dafür ist jedoch eine Beschäftigungsbe- willigung. Eine solche Bewilligung darf aufgrund des sogenannten „Bartenstein- Erlasses“ jedoch nur im Rahmen von Kontingenten für Saisonbeschäftigung (ErntehelferInnen bzw. Sommer- und Wintertourismus) an AsylwerberInnen erteilt werden – und dies auch nur dann, wenn keine „Ersatzkräfte für den kon- kreten Arbeitsplatz“ vorhanden sind. Er- schwerend kommt hinzu, dass Asylwer- berInnen sich nach Meinung des Arbeits- marktservice nicht als arbeitssuchend melden können und daher keine Unter- stützung des AMS erhalten. Trotz der formellen Möglichkeiten muss man da- her von einem „De-facto-Arbeitsverbot“ für AsylwerberInnen sprechen. Lesen Sie mehr: tinyurl.com/pnpagfs GIBT ES NOCH SOZIALE KLASSEN? Hilde Weiss und Julia Hofmann unter- suchen die Vermögensverteilung in Ös- terreich aus (klassen-)soziologischer Sicht. Sie stellen fest, dass die jeweilige Klassenlage einen erheblichen Einfluss auf die Vermögensbildung ausübt. Da sich in sämtlichen Vermögenskate- gorien nur geringfügige Differenzen zwi- schen den qualifizierten DienstleisterIn- nen, unqualifizierten ArbeitnehmerIn- nen und „FacharbeiterInnen“ finden, halten die AutorInnen weiter fest, dass „in Österreich zwischen den Katego - rien der Reichen und denjenigen der Armen keine breite ‚wohlstandsgesät - tigte Mitte‘ liegt“. Wirklich Reiche finden sich teilweise bei Selbstständigen ohne Beschäftigte, aber vor allem bei den UnternehmerInnen mit Beschäftigten. 30 Prozent dieser Gruppe verfügen über ein Nettovermö- gen von über einer Million Euro. Lesen Sie mehr: tinyurl.com/ngyubdg RAUS AUS DER STAGNATION Nach sieben Jahren tiefster Wirtschafts- krise steht die Eurozone – auch wegen der scharfen Austeritätspolitik – am Rande der deflationären Stagnation, während die öffentlichen Schulden- standsquoten krisenbedingt immer wei- ter gestiegen sind. Gerade die öffentli- chen Investitionen, die eigentlich die Volkswirtschaften hätten stabilisieren und langfristig auf Wachstumskurs hal- ten sollen, sind zum Teil dramatisch ein- gebrochen. Diesen Trend gilt es umzukehren, indem öffentliche Investitionen umfassend gefördert werden, fordert Achim Truger. Konkret schlägt er die Befolgung der „goldenen Investitionsregel“ vor, um einen finanzpolitischen Impuls auszu- lösen, den die europäische Wirtschaft dringend braucht. Lesen Sie mehr: tinyurl.com/p5l5fbs PENSIONSAUSGABEN STEIGEN KAUM Die Ergebnisse des EU-Ageing-Report zeigen trotz deutlicher Alterung der Be- völkerung einen nur sehr moderaten Zu- wachs an öffentlichen Ausgaben. In einer seriösen Debatte über die Finanzierbar- keit des Pensionssystems muss das Ge- samtsystem, also auch das Beamtenpen- sionssystem berücksichtigt werden, schreibt Erik Türk. Dabei zeigt sich eine Verschiebung der Bundesmittel für Pen- sionen vom Beamtensystem zum ASVG- Bereich. Die öffentlichen Pensionsaus- gaben nehmen unter dem Strich bis 2060 um gerade einmal 0,5% des BIP zu. Von einer drohenden Unfinanzier- barkeit kann daher nicht die Rede sein! Lesen Sie mehr: tinyurl.com/ov24nl5 Wenn Ihnen ein Blogbeitrag gefällt, belohnen Sie uns und die Autorinnen und Autoren doch damit, dass Sie den Beitrag per Facebook, Twitter, E-Mail oder – ganz klassisch – per Mundpropaganda an interessierte Menschen weitergeben! Wir freuen uns, wenn Sie uns abonnieren: blog.arbeit-wirtschaft.at Sie finden uns auch auf Facebook: facebook.com/arbeit.wirtschaft