Arbeit&Wirtschaft 2/2016 5Veranstaltung Gemeinsam gegen Ausbeutung Die Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender (UNDOK) beschäftigte sich mit dem Thema „Recht auf Arbeit oder Arbeit ohne Rechte?“. Wie kann der Arbeitsmarkt für Asylwer- berInnen geöffnet werden, ohne Lohn- und Sozialdumping zu fördern? Mit brennenden Fragen wie diesen beschäf- tigte sich eine Tagung der UNDOK- Anlaufstelle Ende Februar. „Menschen werden in die undokumentierte Arbeit und in die Scheinselbstständigkeit ge- drängt, solange sie über keinen freien Arbeitsmarktzugang verfügen“, hielt Karin Joviæ von UNDOK fest. „Arbeit- geber können Lohn- und Sozial dum- ping betreiben, und das schadet al len Be schäftigten. Daher brauchen diese KollegInnen unsere Unterstützung.“ Die Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung UNDOKumentiert Ar- beitender engagiert sich genau dafür. Neben der direkten Beratung veranstal- ten ihre MitarbeiterInnen Workshops, um die Betroffenen über ihre Rechte zu informieren. Die Schweizer Gewerkschafterin Au- rora García (Unia, vergleichbar mit der Bau-Holz) plädierte für ein Umdenken: „Die Menschen müssen spüren, dass die Organisation für sie einsteht, daher sind auch politische Kampagnen wichtig.“ Zoheir Sameri war selbst Asylwerber, heute ist er Mitarbeiter bei UNDOK: „Man darf nur in der Saisonarbeit arbeiten und die Grundversorgung ist sehr niedrig. In einer solchen Situation nimmt man jeden Job.“ Ziel müsse es auch sein, Dequalifizierung zu verhindern und „nach haltige Maßnahmen für eine wirtschaftliche und soziale Integration“ zu setzen, sagte Julia Bock-Schappelwein vom Wirtschaftsforschungsinstitut. „Die schwierige wirtschaftliche Situation wird von Arbeitgebern ausge- nutzt“, schilderte Susanne Haslinger von der Gewerkschaft PRO-GE die Zwickmühle. „Diese Form der Arbeitsausbeutung geht uns alle an.“ „Unternehmen sitzen am längeren Ast, daher ist es wichtig, Integration am Arbeitsmarkt zu ermöglichen, ohne Lohn- und Sozialdumping zu befördern“, erklärte Gernot Mitter (AK Wien). © C ar ol in a Fr an k Ihr Slogan sei „Die Stärke ist unsere Einheit“: „Das heißt wir müssen als Ar- beitnehmerInnen zusammenhalten, un- abhängig vom Pass.“ Dies bestätigte Othmar Danninger, Vize-Bundesvorsitzender der Gewerk- schaft Bau-Holz: „Wenn wir als Ge- werkschaft bestimmte Branchen erfolg- reich organisieren wollen, dann müssen wir ArbeitnehmerInnen ohne österrei- chischen Pass als Mitglieder gewinnen und uns gemeinsam organisieren.“ Mehr Infos unter: www.undok.at