Arbeit&Wirtschaft 2/201642 Schwerpunkt I n Österreich haben BetriebsrätInnen einen Anspruch darauf, mit der Ge- schäftsleitung über die aktuelle wirt- schaftliche Situation des Unterneh- mens zu sprechen und zu diskutieren. Dieses Recht ist sogar im Arbeitsverfas- sungsgesetz verankert. Von Informationen profitieren Der Betriebsrat „genießt“ besondere In- formations-, Interventions- und Bera- tungsrechte in wirtschaftlichen Angele- genheiten. Dabei umfasst das allgemeine Informationsrecht der Belegschaftsver- treterInnen alle Aspekte, die die Interes- sen der ArbeitnehmerInnen betreffen – sei es wirtschaftlicher, sozialer, gesund- heitlicher oder kultureller Natur. Daher sind aufgrund des Beratungsrechtes zu- mindest vierteljährlich Beratungen mit der Geschäftsleitung durchzuführen, die- se ist laut Gesetz dazu verpflichtet, den Betriebsrat über wichtige Angelegenhei- ten zu informieren. Das sogenannte Wirtschaftsgespräch gilt als eines der wichtigsten Instrumente, die den Be- triebsrätInnen zur Verfügung stehen, um die Interessen der Belegschaft im Betrieb durchzusetzen. Von einem gut geführten Wirtschaftsgespräch profitiert gleich die ganze Belegschaft, die einen zusätzlichen Blick in das Innere des Unternehmens gewinnen kann. Vorbereitung und Nerven Wirtschaftsgespräche mit der Geschäfts- leitung zu führen fordert von Betriebsrä- tInnen viel Vorbereitung und Nerven. Sie stellen für viele eine große Herausforde- rung dar, denn wenn die Beziehung zur Geschäftsleitung nicht die Beste ist oder das wirtschaftliche Fachwissen fehlt, be- gibt man sich nicht nur auf ein unsiche- res, sondern auch gefährliches Terrain. Um BelegschaftsvertreterInnen zu unterstützen, hat die SOZAK im Rah- men der Projektgruppen das Wirt- schaftsgespräch zum Thema gemacht und die TeilnehmerInnen aufgefordert, sich mit diesem Instrument intensiv auseinanderzusetzen. BetriebsrätInnen wird somit eine Hilfestellung für Fragen angeboten wie: Wo kann ich mir als Be- legschaftsvertreterIn Hilfe und Unter- stützung holen? Was muss ich bei der Vorbereitung für ein Wirtschaftsge- spräch beachten? Wie gehe ich das Ge- spräch an? Wie kann ich das Gespräch führen? Wie sieht die Nacharbeit aus? Ali Dogan, Karl Orthaber, Mario Schmidt, Patrick Christian Bauer und Peter Marchsteiner beschäftigten sich ei- nige Monate mit dem Wirtschaftsge- spräch. Das „hilfreiche“ Ergebnis ist die Broschüre „Machtinstrument Wirt- schaftsgespräch“, die Fragen beantwor- tet, Unsicherheiten nehmen will und als Hilfestellung für das Gespräch dienen soll. Es werden sogar Muster für das Ge- spräch als Leitfaden bereitgestellt sowie ein Überblick über die grundlegendsten Informationen über Gesetze und Wirt- schaft. Wissen ist Macht Eine gründliche Vorbereitung ist schon einmal die halbe Miete für ein gelunge- nes Wirtschaftsgespräch. Hierfür haben die SOZAK-TeilnehmerInnen eine Checkliste erarbeitet, die in der Planungs- phase zur Orientierung herangezogen Instrument Wirtschaftsgespräch Es zählt zu den wichtigsten Instrumenten und gleichzeitig Herausforderungen. Die SOZAK stellt hierfür einen detaillierten Leitfaden zur Verfügung. Maja Nizamov Freie Journalistin Neues aus der SOZAK © Ö GB -V er la g/ M ic ha el M az oh l