10 Arbeit&Wirtschaft 4/2016 2/3 Beiträge der Versicherten 1/3 aus dem Steuertopf Die Pensionsausgaben steigen keinesfalls so massiv, wie dies oft behauptet wird: Bis 2035 werden sie nur um 0,7 Prozent wachsen. » Ve rs ch lec ht er un ge n fü r A rb ei tsl os e » Ve rb es se ru ng en b ei K in de r- er zie hu ng sz ei te n » K or rid or pe ns io n al s n eu e F or m d er Fr üh pe ns io n » N ac hh al tig ke its fa kt or 20 06 : » Au sg lei ch sz ul ag en ric ht sa tz w ird er hö ht 20 07 : » „H ac kl er re ge lu ng “ w ird b is 20 10 ve rlä ng er t » Ab sc hl äg e b ei d er K or rid or pe ns io n re du zie rt 2 00 8: » Er hö hu ng A us gl ei ch sz ul ag en ric ht sa tz » Pe ns io ns ko nt o ka nn a bg er uf en w er de n 2 00 9: » Pe ns io ns re fo rm im ö ffe nt lic he n D ie ns t 2 01 1: » N ac hk au f v on S ch ul - u nd St ud ie nz ei te n w ird te ur er 20 12 : » M eh r V er sic he ru ng sja hr e b ei K or rid or pe ns io n nö tig » In va lid itä tsp en sio n: T ät ig ke its sc hu tz er st ab 6 0 Ja hr en » Re fo rm d er A lte rs te ilz ei t » Pe ns io ns er hö hu ng u nt er d er In fla tio n » N eu e F or m el fü r U m re ch nu ng d er Pe ns io ne n au s d em A ltr ec ht Der Leiter der Grundlagenabteilung der GPA-djp verweist darauf, dass die Pensi- onsausgaben zurzeit in Relation zum Bruttoinlandsprodukt bei 14 Prozent lie- gen und bis 2035 nur um 0,7 Prozent steigen werden. WIFO-Expertin Mayr- huber bringt noch einen weiteren Aspekt in die Kosten-Diskussion ein: Ein Sozi- alstaat spiegelt sich auch im Pensionssys- tem wider. So sind Kranken-, Rehabili- tations- oder Arbeitslosengeld pensions- rechtlich relevante Versicherungszeiten. Sprich obwohl die Betroffenen mangels Beschäftigung keine Beiträge zahlen, wer- den diese Zeiten bei ihrer Pension be- rücksichtigt. Der Bund kommt auch für Kindererziehungsersatzzeiten oder Hin- terbliebenenleistungen auf. „Diese Steu- ermittel sind erwünscht und müssen in einem sozialen System Platz haben“, be- tont Christine Mayrhuber. David Mum fasst seine größte Be- fürchtung folgendermaßen zusammen: Im Glauben, das Pensionssystem zu- kunftsfit zu machen, verschlechtert man es so sehr, dass die Leistungen den Jun- gen später keine gute Absicherung mehr gewährleisten. Er verweist darauf, dass Deutschland vor fünfzehn Jahren die öf- fentlichen Pensionen stark gekürzt hatte und der Fokus auf die private Vorsorge gelegt wurde. „Jetzt stehen sie vor dem Problem, dass das Pensionsniveau nur halb so hoch sein wird wie in Österreich und Altersarmut auch für Leute droht, die jahrzehntelang gearbeitet haben.