31REPORTAGE Arbeit&Wirtschaft 7/2016 N ach kurzem Klopfen öffnet ein Bub mit kurzen schwarzen Haa- ren und großen braunen Augen die Wohnungstüre. „Hallo“, grüßt Ahmad. Seine Mutter Mufida Awayed und sein Vater Niddal Alkhaled bitten die Gäste, Platz zu nehmen. Sie sind sichtlich stolz darauf, Besucher in ihren vier Wänden empfangen zu kön- nen. Neugierig setzt sich der Fünfjährige mit seinem hölzernen Schaukelpferd an das Kopfende des Wohnzimmertisches. Die Sprache der Gäste versteht er noch nicht, aber ein paar Worte Deutsch hat er bereits im Kindergarten aufge- schnappt. Die Familie sieht erwartungs- voll auf Manan Hamou Khalil, der ih- nen die Fragen der BesucherInnen in ihre Muttersprache übersetzt. Vater Nid- dal Alkhaled ist seit mehr als einem Jahr in Österreich und durfte als Asylberech- tigter (nach der Genfer Flüchtlings- konvention) seine Familie nach holen. Mufida Awayed und ihre fünf Söhne im Alter von einem bis elf Jahren leben erst seit knapp zwei Monaten in Österreich. Die Familie stammt aus Golan, einem kleinen Ort in Syrien, an der Grenze zu Israel. Im „Integrationshaus“ in Wien- Leopoldstadt haben sie ein neues Zu- hause gefunden. Sie leben dort in einer Wohnung im ersten Stock und die Kin- der können bei schönem Wetter drau- ßen im Park spielen.