46 Arbeit&Wirtschaft 7/2016 Akkulturation: Hineinwachsen bzw. Anglei- chen an eine Gesellschaft mit fremder Kultur. (Seite 37) Annexion: gewaltsame, widerrechtliche An- eignung eines fremden Gebiets. (Seite 4) autochthon: alteingesessen, eingeboren. (Seite 14) Berlin-Institut (für Bevölkerung und Entwick- lung): Im Jahr 2000 gegründeter, unabhän- giger Thinktank, der sich mit den Ursachen und Folgen regionaler und globaler demografischer Veränderungen beschäftigt. (Seite 26) Bundesagentur für Arbeit (BA): größter Dienst- leister auf dem deutschen Arbeits- und Aus- bildungsmarkt, vergleichbar mit dem AMS in Österreich. Als Körperschaft des Öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung führt die BA ihre Aufgaben im Prinzip eigenverantwortlich durch. Die Organisation der BA umfasst neben der Zentrale in Nürnberg unter anderen 156 Agenturen für Arbeit (Arbeitsagenturen) plus rund 600 Dependancen sowie 303 Jobcenter. (Seite 26) Chauvinismus: extrem patriotische, nationa- listische Haltung; selbstgefällige und über- hebliche Art von Männern gegenüber Frauen. (Seite 4) Freie Gewerkschaften: Bezeichnung für die sozialdemokratisch orientierte Gewerkschafts- richtung in den österreichischen Ländern bzw. ab 1918 in der Republik Österreich. Anlässlich des ersten österreichischen Gewerkschafts- kongresses 1893 wurde die Reichskommission der Freien Gewerkschaften als Dachorgani- sation gegründet, ab 1928 nannte sich der Dachverband „Bund Freier Gewerkschaften“. Er wurde 1934 verboten. (Seite 4) Grundversorgungsgesetz: Bundesgesetz, mit dem die Unterstützung und Versorgung von AsylwerberInnen geregelt wird. Das Gesetz entstand 1991 unter der Bezeichnung Bundes- betreuungsgesetz, um die Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern festzulegen. 2005 trat die Novelle mit dem Titel Grundversor- gungsgesetz – Bund 2005 in Kraft. Basis dieser Neufassung ist ein Lastenausgleich als Grundversorgungsvereinbarung. Zuletzt wurde das Gesetz 2015 aufgrund des Frem- denrechtsänderungsgesetzes 2015 novelliert. Damit wurde die Bestimmung, nach der Asyl- werberInnen nach einem abschlägigen Asyl- bescheid aus der Grundversorgung fallen können, abgeschwächt: Aus humanitären Gründen muss die Versorgung bis zur fakti- schen Abschiebung beziehungsweise bis zur Ausreise erfolgen. (Seite 22) Hueber, Anton: österreichischer SP-Politiker und Gewerkschafter (1861–1935); Mitbegrün- der und erster Vorsitzender des 1928 gebil- deten Bundes Freier Gewerkschaften. (Seite 4) IWF: Internationaler Währungsfonds, auch IMF (International Monetary Fund), gegründet 1945; UN-Sonderorganisation mit Sitz in Washington, 189 Mitgliedstaaten. Das Stimm- recht ist am Kapitalanteil orientiert. Da IWF- Beschlüsse mit einer Mehrheit von 85 Prozent getroffen werden müssen, verfügen jeweils die USA allein sowie die EU-Staaten gemein- sam de facto über eine Sperrminorität. Eine der Hauptaufgaben des IWF ist die Vergabe von Krediten an Länder ohne ausreichende Währungsreserven, die in Zahlungsbilanz- schwierigkeiten geraten sind. Dementspre- chend sind Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Aus- weitung des Welthandels, Stabilisierung von Wechselkursen, Überwachung der Geldpolitik sowie technische Hilfe seine Tätigkeits - felder. Kreditvergaben des IWF sind immer an (wirtschaftspolitische) Auflagen geknüpft. (Seite 29) Jobcenter: lokale Einrichtungen der Arbeits- agenturen gemeinsam mit einem kommunalen Träger. Die Bezeichnung geht zurück auf die Hartz-IV-Kommission, dementsprechend wer- den in den Jobcentern ausschließlich Hartz-IV- BezieherInnen betreut. (Seite 26) Kermani, Navid: deutsch-iranischer Schrift- steller, Publizist und Orientalist, geb. 1967 in Deutschland; in seiner Festrede zum 50. Jah- restag der Wiedereröffnung des Burgtheaters 2005 hielt Kermani die Festrede, in der er die Flüchtlings- und Asylpolitik der EU infrage stellte. Kermani erhielt bereits zahlreiche re- nommierte Preise, unter anderen 2015 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Werke: Ausnahmezustand, Der Schrecken Gottes, Sozusagen Paris. (Seite 10) MIPEX (Migrant Integration Policy Index): Be- zeichnung für einen Länderindex, mit dem regelmäßig die Integrationspolitik für Migran- tInnen in 38 Staaten anhand von 144 Indika- toren bewertet wird. An der Erstellung der entsprechenden Studie arbeiten jeweils rund 25 Organisationen, darunter die deutsche Friedrich-Ebert-Stiftung, unter Federführung des British Council. 2015 lag Österreich vor der Schweiz auf Rang 20, Deutschland auf Platz 10. Von IntegrationsexpertInnen wird MIPEX zum Teil kritisiert, u. a. weil nur der rechtliche Status und nicht die Lebenswirk- lichkeit von MigrantInnen im jeweiligen Land berücksichtigt wird. (Seite 38) More-Programm: Im Wintersemester 2015/16 gestartete Flüchtlingsinitiative der Universi- täten, an der heute alle 21 österreichischen Hochschulen beteiligt sind. Die Unis stellen eine bestimmte Zahl an Plätzen in ausge- wählten Lehrveranstaltungen und Kursen zur Verfügung. Diese More-Kurse richten sich an geflüchtete Menschen, die Orientierung für ein mögliches Studium und Verbesse- rung der Sprachkenntnisse brauchen. Sie können später eventuell ein ordentliches Studium aufnehmen oder fortsetzen. Mithilfe der Plattform „More Perspectives“ können geflüchtete WissenschafterInnen und Künst- lerInnen mit Angehörigen der österreichi- schen Universi täten Kontakt aufnehmen. (Seite 28) Renner, Karl: österreichischer sozialdemokra- tischer Politiker (1870–1950); 1918–1920 Staatskanzler, danach bis 1934 NR-Abgeord- neter, 1933 legte Renner aus abstimmungs- technischen Gründen sein Amt als NR-Präsi- dent zurück, was letztendlich zum Staats- streich von Engelbert Dollfuß führte. Renner, der sich schon 1918 für den Anschluss an das Deutsche Reich eingesetzt hatte, war auch 1938 dafür. Die NS-Zeit verbrachte er unter Hausarrest, 1945 wurde Renner erster Bundespräsident der Zweiten Republik. (Seite 4) Schulmeister, Stephan: österreichischer Wirt- schaftswissenschafter und Publizist, geb. 1947; seit 1972 am Wirtschaftsforschungsin- stitut (WIFO) tätig, vehementer Kritiker des Neoliberalismus. (Seite 44) SOS Mitmensch: 1992 anlässlich des FPÖ- Volksbegehrens „Österreich zuerst“ gegründe- te Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Wien; zu den InitiatorInnen zählten u. a. André Heller, Josef Haslinger, Willi Resetarits, Rudolf Scholten (damals Unterrichtsminister) und Helmut Schüller (damals Caritas-Präsident). 1999 stiftete SOS Mitmensch den Ute-Bock- Preis für Zivilcourage. (Seite 11) Subsidiär Schutzberechtigte: Personen, deren Asylantrag zwar abgewiesen wurde, aber deren Leben oder Gesundheit im Herkunftsland be- droht wird und die daher Schutz vor Abschie- bung benötigen. (Seite 23) ZARA: 1999 gegründeter, in Wien ansässiger Verein für Zivilcourage und Antirassismus- Arbeit. Zentraler Bestandteil der Vereins- tätigkeiten sind Trainings und Workshops an Schulen und für Erwachsene. Seit dem Jahr 2000 veröffentlicht ZARA einmal jährlich den Rassismus Report. (Seite 10) Man kann nicht alles wissen ...