45Arbeit&Wirtschaft 1/2017 AK: Schutzpaket für WärmekundInnen! Der Fern- und Nahwärmemarkt ist intransparent. Die AK ist für eine Regulierung wie bei Strom und Gas. AK: Online-Lizenz zum Bestpreis? Test von Preisagenten zeigt: Um beim Online-Shoppen zu sparen, braucht man Zeit und Wissen. Mehr Transparenz und eine stärkere Regu- lierung des Fern- und Nahwärmemarktes: Das fordert die Arbeiterkammer anläss- lich der Präsentation einer Studie zu Ener- giearmut von E-Control und Statistik Austria. „Während es für Strom- und Gas- kundInnen mit finanziellen Schwierig- keiten Schutzregeln gibt, fehlen diese gänzlich für die WärmekundInnen. Die- se Ungleichbehandlung von Energiekon- sumentInnen ist nicht zu rechtfertigen“, sagt Dorothea Herzele, Energieexpertin der AK Wien. Der Markt ist intransparent, es ist kaum möglich, Informationen über Preise und Vertragsbedingungen zu er- halten. Dabei wird mittlerweile fast jede vierte Wohnung (24 Prozent) in Öster- reich mit Nah- oder Fernwärme versorgt. Eine Studie im Auftrag von AK und Kli- ma- und Energiefonds stellte Preisunter- schiede von bis zu 60 Prozent fest. Nur ein behördlich geführter Preis- monitor kann die Transparenz erhöhen und Preisvergleiche ermöglichen, ähn- lich dem Spritpreisrechner oder dem Preismonitor der E-Control. Wie bei Strom und Gas sollte es Mindestanfor- derungen zu den Wärme-Rechnungen und Info-Materialien geben. Besonders schwierig ist es für Wär- mekundInnen, wenn sie Zahlungs- schwierigkeiten haben, denn das kann teuer werden: Für Mahngebühren kön- nen bis zu 15 Euro anfallen, kommt es zur Abschaltung, kann das bis zu 148 Euro kosten. „Für einkommensschwa- che Haushalte können diese Kosten ein Desaster werden und die Spirale der Energiearmut nach unten beschleuni- gen. Die Unterbrechung der Wärmever- sorgung ist auch gesundheitsbedrohend, vor allem in Haushalten mit kleinen Kindern oder alten Menschen“, sagt Herzele. Deshalb fordert die Energie- expertin, dass es wie bei Strom und Gas eine qualifizierte Mahnung vor einer Ab- schaltung der Wärmeversorgung geben soll, wenn zum Beispiel eine Rechnung nicht bezahlt wurde. Eine Abschaltung vor Wochenenden oder Feiertagen muss untersagt werden – wie bei anderen lei- tungsgebundenen Energieträgern. Für die Nebenkosten wie eine Mahnung sollte es eine Höchstpreisregelung geben. Derzeit kann eine Ab- und Wiederan- schaltung bis zu 140 Euro kosten, bei Strom/Gas sind es maximal 30 Euro. Die Studie zu Energiearmut: tinyurl.com/hekfx3z Im Internet kommt es immer öfter vor, dass sich Preise von Produkten im Laufe von wenigen Tagen oder Wochen erheblich ändern. „Für Konsumenten und Konsu- mentinnen wird es immer schwieriger, die Preise für ihr Wunschprodukt zu verglei- chen“, sagt AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Abhilfe versprechen zahlreiche, kostenlose Online-Services, die etwa unter der Bezeichnung Preis- agenten, Preistracker oder Preisalarm auf Preisvergleichs- oder Online-Versandpor- talen als Browser-Erweiterung oder App angeboten werden. Die AK hat 17 ver- schiedene solcher Zusatz-Tools unter- sucht. Das Ergebnis: Vorsicht ist geboten. Preisagenten beobachten Preisschwan- kungen bei verschiedenen Shops und be- nachrichtigen KundInnen automatisch, wenn der gewünschte – oder ein niedri- gerer – Preis für ihr Wunschprodukt er- reicht wird. Für das ausgewählte Produkt kann man den Preisverlauf ansehen, um die Preisentwicklung oder Muster bei der Preisfestlegung erkennen zu können. Einen umfassenden Marktüberblick kann man sich nicht erwarten, gibt Zimmer zu bedenken: „Die Service-An- bieter entscheiden aber alleine darüber, welche Online-Shops sie listen.“ Die Anzahl an Angeboten, die in die Preis- beobachtung miteinbezogen wird, un- terscheidet sich maßgeblich, bei den untersuchten Diensten waren es zwi- schen fünf (Browser-Add-on) und 294 (Preissuchmaschine). Es bleibt intrans- parent, ob überhaupt eine angemessene Vielfalt an Angeboten miteinbezogen wurde und wie aktuell die Daten sind. Nachteilig ist auch, „dass Konsumenten und Konsumentinnen oft nicht sofort den Endpreis inklusive Versandkosten erkennen können. Die Versandkosten hängen davon ab, wie bezahlt wird – etwa per Nachnahme, Vorauskassa, PayPal oder Kreditkarte“, so Zimmer. Ein exemplarischer Test bei vier gän- gigen Produkten (drei Smartphones und eine Kompaktkamera) zeigt ernüchtern- de Ergebnisse. So werden zuweilen viele Treffer angezeigt, jedoch sind diese nicht immer hilfreich. Sie beinhalten zwar mitunter zahlreiche Modellvarianten – aber auch solche, die gar nicht ge- wünscht sind. Die verlinkten Händler liefern nicht immer nach Österreich und wenn doch, dann mit hohen Ver- sandkosten (bis zu 25 Euro für eine Kompaktkamera). Oder als Produkt zum Bestpreis wird ein anderes Modell als das Gesuchte angeführt. Das Fazit: Wer es nicht sehr eilig hat, kann mit- hilfe von Preisagenten mitunter wirklich Geld sparen. Allerdings sollte man sich informieren, welcher Preisagent am sinnvollsten ist und wie man das Tool am besten bedient. Tipps: tinyurl.com/z9asn8n Aus AK und Gewerkschaften