34 Arbeit&Wirtschaft 9/2017 Ö sterreich ist EU-Meister beim Bo- denverbrauch. Der Flächenver- brauch wird gerne in Fußball- feldern angegeben, damit er leich- ter vorstellbar ist. In den letzten zehn Jahren wurden in Österreich pro Tag durchschnittlich 20 Hektar Äcker und Wiesen verbaut, das sind 30 Fußball- felder. Teure Flächen für Wohnen Das Bevölkerungswachstum sowie die Wirtschaftsentwicklung werden auch zu- künftig zusätzliche Flächen erfordern. Boden wird immer knapper, was Flächen für Wohnen immer teurer macht. Es stellt sich die Frage, wie einerseits die Bereit- stellung der erforderlichen Flächen sowie andererseits ein sparsamer Umgang mit den bestehenden Flächen sichergestellt werden kann. Aktuelle Daten des Um- weltbundesamtes zeigen, dass der Boden- verbrauch von 2013 bis 2015 im Durch- schnitt bei 16,1 Hektar pro Tag lag. Da- von wurden täglich 7 Hektar für Bau- und Verkehrsflächen und 9,1 Hektar auf Betriebs-, Erholungs- und Abbauflächen genutzt. Bereits im Jahr 2002 wurde bei der Erstellung der österreichischen Nachhal- tigkeitsstrategie die ungebremste Ent- wicklung des Bodenverbrauchs erkannt. Daher sollte der Zuwachs dauerhaft ver- siegelter Flächen auf 2,5 Hektar/Tag be- grenzt werden. Ein Ziel, von dem Öster- reich bis heute weit entfernt ist. Die Steigerung des Lebensstandards und der Traum vom Eigenheim im Grü- nen sind die ursächlichsten Gründe für den hohen Bodenverbrauch. So zeigen Zahlen der Statistik Austria, dass die Wohnnutzfläche pro Kopf seit 2001 um drei Quadratmeter gestiegen ist. Hohe Kosten für die Allgemeinheit Das Einfamilienhaus mit Garten stellt mit zwei Dritteln der Wohngebäude die wohl beliebteste Wohnform für die Ös- terreicherInnen dar und trägt erheblich zur Zersiedelung bei. Großflächige Ein- kaufszentren am Stadtrand und Be- triebsansiedelungen auf der grünen Wie- se tragen zusätzlich ihren Teil dazu bei. Was auf den ersten Blick für die Gemeinden gewinnbringend erscheint, verursacht auf lange Sicht oft hohe Kos- ten für die Allgemeinheit. So ist mit der Flächenwidmung für neuen Wohnraum und Gewerbebetrieben am Dorf-/Stadt- rand häufig eine Verödung des Ortsker- Iris Strutzmann Arbeiterkammer Wien, Abteilung Umwelt und Verkehr Unter den Füßen wird es knapp Österreich ist Meister im Verbrauch von Landflächen. Boden wird immer knapper, was Wohnen zunehmend teurer macht. Der steigende Lebens- standard und der Traum vom Eigenheim im Grü- nen sind die ursächlichs- ten Gründe für den hohen Bodenverbrauch. So ist die Wohnnutzfläche pro Kopf seit 2001 um drei Quadratmeter gestiegen. © Ö GB -V er la g/ M ic ha el M az oh l