17Arbeit&Wirtschaft 10/2018 MitstreiterInnen ist es der AK gelungen, dass die geplante Kürzung des Bundes- zuschusses ab 2019 durch die aktuelle Regierung doch wieder zurückgenom- men wurde. Auch künftig werden damit also gleich viel Mittel bereitstehen. Mehr Investitionen gefordert Auch investiert Österreich nur 0,5 Prozent des BIP in die frühkindliche Erziehung. Im EU-Schnitt wird 1 Prozent des BIP für die sogenannte Kinderbildung ausgegeben. Wenn Österreich nachzieht, müsste dafür eine Milliarde Euro pro Jahr zusätzlich aufgewendet werden. Dieses Geld ist auch dringend notwendig, denn es gibt noch viel zu tun: Ziel ist es, österreichweit ein flächendeckendes Angebot an Kinderbe- treuungseinrichtungen mit ganztägigen und ganzjährigen Öffnungszeiten zu schaffen. Auch soll es einen besseren Per- sonalschlüssel geben, und mehr Pädago- gInnen sollen eingesetzt werden. So bleibt mehr Zeit, auf die Bedürfnisse der Kleinen einzugehen. Außerdem ist eine schrittwei- se Umstellung der Ausbildung auf akade- misches Niveau notwendig, wie es in der EU mittlerweile gängiger Standard ist. Denn die Kleinkindpädagogik ist genauso wichtig wie etwa pädagogische Kompe- tenz von LehrerInnen in der Schule. Die frühe Förderung unserer Kinder und die Möglichkeit, mit Kind auch im Beruf er- folgreich zu sein, sind ein wichtiges Zu- kunftskapital unserer Gesellschaft. Wir bleiben weiter am Ball. Derzeit wird die Umfrage „Kind & Job – Wie schaen Sie das“, die wir gemeinsam mit den ÖGB-Frauen durchgeführt ha- ben, ausgewertet. Hintergrund: Mit 1. September ist das neue Arbeitszeitge- setz in Kraft getreten und ein 12-Stun- den-Tag somit möglich. Kind und Job dabei unter einen Hut zu bringen stellt für viele Eltern eine enorme Herausfor- derung dar. Die Ergebnisse werden bald der Öentlichkeit präsentiert. Wir setzen uns auch für gerechte Löhne und Gehälter ein, denn Frauen verdienen zu wenig. Sämtliche Statisti- ken belegen, dass die Lohnschere bei der Bezahlung von Frauen und Männern in Österreich besonders weit auseinander- klat. Die AK versucht seit Jahren, dage- gen Maßnahmen zu setzen. Nach zähen Verhandlungen ist es uns 2011 gemein- sam mit den Gewerkschaften gelungen, ein Paket zur Einkommenstransparenz zu schnüren. Die Arbeitgeber sind nun gesetzlich zu Einkommensberichten ver- pichtet. Aus diesen lässt sich anonymi- siert die Einstufung von Frauen und Männern im Unternehmen herauslesen und auch die jeweilige Dierenz in der Bezahlung feststellen. Die Einkom- menstransparenz hat inzwischen die Sensibilität für diese Ungleichheit ge- schärft. Doch wir kämpfen dafür, dass für die Beschäftigten innerbetrieblich eine echte Lohntransparenz gelten muss. Genauere Einkommensberichte Die AK unterstützt Betroffene, die bei einer ungerechtfertigten Benachteiligung die Gehaltsdifferenz einfordern. In der Praxis fehlt trotz der aktuellen Regelun- gen jedoch der Vergleich, wie viel die Ar- beitskollegen in der Firma wirklich ver- dienen. Die Einkommensberichte müs- sen daher genauer werden. Gehaltsbe- standteile, wie Grundlohn, Zulagen und Überstunden müssen aufgeschlüsselt werden. Auch die seit 2011 geltenden Gehaltsangaben in Stelleninseraten sollen nicht nur das Mindestmaß, sondern eine Bandbreite der Überzahlung beinhalten. Es reicht nicht, wenn Unternehmen den Mindestlohn vom Kollektivvertrag ab- schreiben und über die tatsächliche Be- zahlung schweigen. Die Abteilung Arbeit, Familie hat auch direkten Kontakt zu Unterneh- men: Wir schulen Firmen dahingehend ein, worauf sie bei der Einhaltung der Lohngleichheit zu achten haben. Unsere Aufgaben gehen nicht aus, denn eines ist klar: Solange Frauen we- niger verdienen und die überwiegende unbezahlte Arbeiten leisten, werden wir uns dafür einsetzen, dass Frauen ihren gerechten Anteil bekommen. Erschreckend: Beim „Equal Pension Day“ schaut es für Frauen noch schlechter aus als beim „Equal Pay Day“: https://tinyurl.com/y93llpnl Der Kinderbetreuungsatlas der AK Oberöster- reich bietet eine tolle Übersicht an Betreuungs- möglichkeiten: https://tinyurl.com/y8kn45s3 Schreiben Sie Ihre Meinung an die Autorin ingrid.moritz@akwien.at oder die Redaktion aw@oegb.at © p at hd oc / Ad ob e St oc k Frauen verdienen weniger und leisten den überwiegenden Teil an unbezahlter Arbeit. Es gilt noch viele Hindernisse zu überwinden, damit sie zu ihrem gerechten Anteil kommen.