45 Aus AK und Gewerkschaften Arbeit&Wirtschaft 10/2018 GPA-djp: Junge wollen weniger Stunden arbeiten Umfrage: 42 Prozent der 18- bis 30-J�hrigen w�rden bei zu langer Arbeitszeit k�ndigen. �GB: Keine Gewinne auf dem R�cken anderer! �GB-Pr�sident Katzian beim Weltkongress des IGB: Die Digitalisierung muss fair gestaltet werden. BerufseinsteigerInnen starten optimistisch und mit hohen Erwartungen in die Ar- beitswelt, doch dann folgt mitunter Er- n�chterung: Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage, die IFES im Auftrag der GPA-djp bei 18- bis 30-j�hrigen Berufs- anf�ngerInnen durchgef�hrt hat. Klar kommt heraus, dass junge Arbeitneh- merInnen �berlange Arbeitszeiten ableh- nen und Wert auf Vereinbarkeit zwischen Job und Privatleben legen. Ein Viertel der Befragten ndet, dass der Job eher weniger bis gar nicht mit den au�erberuichen Interessen und Verpichtungen vereinbar ist. 42 Prozent w�rden den Angaben zufolge aufgrund zu langer Arbeitszeit sogar k�ndigen. Die bevorzugte Wochen-Arbeitszeit liegt bei 35 Stunden. Tats�chlich arbei- ten die Jungen im Schnitt 37,3 Stunden, wobei M�nner (39,3) durchschnittlich l�nger arbeiten als Frauen (35,7). �Die Ergebnisse zeigen, dass junge Arbeit- nehmerInnen weniger Stunden arbeiten m�chten und den von der Regierung eingef�hrten 12-Stunden-Tag ablehnen. Wir haben eine Regierung, die eindeu- tig gegen die Interessen der Jungen Poli- tik macht, eine Regierung, der die In- teressen der ArbeitnehmerInnen egal sind�, kommentiert Susanne Hofer, Vorsitzende der �sterreichischen Ge- werkschaftsjugend (�GJ), die Umfrage- ergebnisse. �Das 12-Stunden-Tags-Gesetz ist ein Husch-Pfusch-Gesetz, das dringend re- pariert werden muss�, kritisiert Hofer. �ArbeitnehmerInnen wird mit dem Ge- setz weder eine Freiwilligkeit garantiert, noch k�nnen sie selbstbestimmt Zeit- guthaben verbrauchen oder von einer 4-Tage-Woche Gebrauch machen.� Gefragte Jobs seien solche mit gut geregelten Arbeitszeiten und guter Be- zahlung, etwa in der Pharma- und Che- miebranche, der Elektro- und Elektro- nikindustrie bzw. der Industrie generell. �Also �berall dort, wo die Gewerkschaf- ten stark sind�, so die �GJ-Vorsitzende. Gibt es Probleme bei der Arbeitszeit, wie in der Pege oder der Gastronomie und Hotellerie, gebe es �keinen Run� von jungen Menschen. �Diese Ergebnis- se sollten vor allem der Gastronomie ein weiterer Beweis daf�r sein, dass ihr Fachkr�ftemangel hausgemacht ist. Wer gute Arbeitsbedingungen und gute Be- zahlung bietet, ndet Lehrlinge und Fachkr�fte�, ist Hofer �berzeugt. www.gpa-djp.at/mehrgehtimmer �Mehr und mehr prallen zwei Arbeitswel- ten aufeinander: auf der einen Seite Un- ternehmen, die f�r Besch�ftigung sor- gen, Steuern zahlen und ihren Anteil f�r das Sozialsystem leisten; auf der anderen Seite steht eine digitale Wirtschaft, die mit fast null Besch�ftigung per Maus- klick oder App Riesengewinne einf�hrt, die quasi durch alle Steuerschlupfl�cher durchrinnen�, betonte �GB-Pr�sident Wolfgang Katzian beim IGB-Kongress in Kopenhagen: �Wir m�ssen jene stop- pen, die auf Kosten der Allgemeinheit wirtschaften, und jene Sektoren entlas- ten, die f�r gute Arbeit und Wohlstand sorgen. Kurz gesagt: Wir m�ssen die di- gitalen Goldgr�ber dazu bringen, nach den Regeln zu spielen.� Dabei gehe es �berhaupt nicht dar- um, technische Innovation oder neue Gesch�ftsmodelle aufzuhalten oder zu verbieten. �Es geht darum, daf�r zu sor- gen, dass auch die Allgemeinheit einen fairen Anteil des Gewinnes bekommt. Digitalisierung muss fair gestaltet wer- den: f�r ein gutes Leben f�r alle � statt Profite f�r wenige!�, so Katzian. Bei dem Kongress Anfang Dezember tagten �ber 1.200 GewerkschafterInnen aus mehr als 130 L�ndern unter dem Motto �Building Workers� Power: Die Regeln neu festlegen�. Die Debatten waren um vier Themen herum struktu- riert: Frieden, Demokratie und Rechte; Regulierung der Wirtschaftsmacht; glo- bale Verschiebungen � gerechte �ber- g�nge; Gleichstellung. Die Delegierten diskutierten zudem �ber gewerkschaftli- che Organisierungskampagnen bei mul- tinationalen Unternehmen. Am Rande des Kongresses f�hrte Katzian ein Arbeitsgespr�ch mit afrika- nischen GewerkschafterInnen. �Wer Fluchtursachen bek�mpfen will, muss Perspektiven schaffen�, so Katzian. Ein Afrika ohne Krieg m�sse ganz oben auf der Agenda stehen. �Wir m�ssen demo- kratische Initiativen und Bewegungen st�rken, allen voran die freien Gewerk- schaften�, so Katzian. Als Eckpfeiler nannte der �GB-Pr�- sident au�erdem eine faire Handels- und Wirtschaftspolitik, die ernsthafte Auseinandersetzung mit der Klimapoli- tik sowie die ausreichende Dotierung der Entwicklungshilfe. �Das alles kann nur in gemeinsamen Kraftanstrengun- gen bew�ltigt werden. Gewinne auf dem R�cken anderer, das ist f�r uns Gewerk- schaften kein Zukunftskonzept.�