37Arbeit&Wirtschaft 7/2018 » Zu hohe Kreditkosten Gegen eine Bank wurde wegen unzu- lässiger Klauseln ein Urteil erstritten, bei dem unter anderem eine Zinsan- passungsklausel und eine Verzugszin- senklausel als unzulässig beurteilt wur- den. 1.200 KundInnen haben einen Betrag von einer Million Euro zurück- bezahlt bekommen. » Unzulässiges Sperrentgelt bei Plastik- karten Die Verrechnung eines Sperrentgelts bis 40 Euro für Bankomat- und Kre- ditkarten ist unzulässig. Die Sperre der Karte ist eine gesetzliche Nebenpflicht und muss daher unentgeltlich erfol- gen, so der Oberste Gerichtshof. Ban- ken und Kreditkartenunternehmen mussten verrechnete Sperrentgelte zu- rückzahlen. » Mahnungen bei Krediten werden billiger Mehrere von der AK erstrittene Urteile in den vergangenen Monaten zeigten: Gestaffelte Mahnspesen bei Krediten sind rechtswidrig, sie müssen in einer Relation zur offenen Forderung ste- hen. Die Banken mussten die Mahn- spesen senken. » Zu lange Kündigungsfristen bei Telefonverträgen Telekomunternehmen beharrten bei Alt verträgen auf einer langen Kündi- gungsfrist von zwölf Wochen. Die AK hat geklagt und recht bekommen. Bei allen Telekomverträgen, egal wann sie abgeschlossen wurden, darf die Kündi- gungsfrist maximal einen Monat be- tragen. » Rechtswidrige Klauseln von Immobilien maklern Die AK hat die Allgemeinen Geschäfts- bedingungen, Maklerverträge, Miet- und Kaufanbote von vielen Immobili- enmaklerunternehmen geprüft. Alle Vertragsformulare enthielten Klauseln mit gesetzwidrigen Bestimmungen. Fast alle Makler lenkten ein und unterschrie- ben die Unterlassungserklärung. Wer nicht unterschrieben hat, wird geklagt. » Kautionen konsequent eingeklagt Die AK Steiermark hat drei Jahre lang konsequent MieterInnen beim Streit um die Kaution unterstützt und auch geklagt. Mit Erfolg: Seitdem gibt es viel weniger Beschwerden dazu. » Fluggastrechte durchgesetzt Ärger beim Fliegen ist der Hauptbe- schwerdegrund beim Reisen. Die AK berät, interveniert und klagt notfalls Fluglinien, wenn diese die gesetzlich zustehenden Entschädigungen nicht zahlen wollen. » Acht Jahre Kampf um Schadenersatz für ein schwerbehindertes Kind Die AK Tirol hat acht Jahre lang vor Gericht um Schadenersatz für ein Mädchen gekämpft, das nach einer OP schwerbehindert war, und erreichte rund 570.000 Euro Schadenersatz. Die AK Tirol kritisierte dabei insbe- sondere die lange Verfahrensdauer und dass ein Behandlungsopfer jahrelang gegen einen Gegner kämpfen musste, gegen den man eigentlich keine Chan- ce hat. Ohne Hilfe der AK wäre die Familie nie zu ihrem Recht ge kommen. » Einer Familie das Ersparte gerettet Einer Familie konnte 170.000 Euro Erspartes bei einem schiefgelaufenen Wohnungskauf gerettet werden und der Vater bedankt sich wie folgt: „… möchte ich mich auf diesem Weg noch einmal herzlichst bedanken und Ihnen bewusstmachen, wie sehr Sie mir geholfen haben und dass Sie der Einzige waren, der überhaupt probiert hat, mir zu helfen. Das war die schwers- te Zeit in meinem Leben und durch solche Menschen wie Sie habe ich auch wieder Hoffnung in einer doch aus meiner Sicht komplizierten und harten Zeit. Meine Familie und ich sind Ih- nen zu großem Dank verbunden.“ Bei allen Erfolgen: Wenn es nach der Wirtschaft geht, werden die Zeiten für die Rechte von KonsumentInnen schlechter. Deshalb werden wir in Zu- kunft – jedenfalls unter dieser Regierung – wohl vor allem dafür kämpfen müssen, dass bestehende Standards gehalten und nicht gesenkt werden. Dabei gäbe es noch viel Handlungs- bedarf für mehr Konsumentenschutz. Wir bleiben jedenfalls dran! Mehr Info: www.arbeiterkammer.at/Konsumentenschutz Schreiben Sie Ihre Meinung an die Autorin gabriele.zgubic@akwien.at oder die Redaktion aw@oegb.at Die AK ist in der Konsumenten- politik eine bedeutende Akteurin in Österreich. Sie ist Markt- und Preiswächterin, berät, unterstützt, zieht vor Gericht und vertritt die Interessen der KonsumentInnen gegenüber Politik und Wirtschaft. © K on st an tin Y ug an ov / Fo to lia .c om