35Arbeit&Wirtschaft 2/2019 jektmanagerin wollte unbedingt ihre ein- jährige Ausbildung zur zertizierten Yo- ga-Trainerin abschließen, fand dafür aber keine Zeit. Mit dem Jobwechsel war das Problem gelöst, bereits im Oktober konnte Tautscher ihre letzte Prüfung ab- solvieren. „Ich musste dafür viel lernen, in der ,heißen‘ Phase habe ich unter der Woche zehn bis 15 Stunden für Yoga auf- gewendet“, erzählt Tautscher. Die beken- nende Frühaufsteherin beginnt immer zwischen 6.30 und 7 Uhr mit der Arbeit. „Meistens bleibe ich bis 14 Uhr und gehe dafür am Freitag früher nach Hause.“ Kein Handy am Arbeitsplatz Die gebürtige Tirolerin aus dem Inntal ist der Liebe wegen vor sieben Jahren nach Freistadt in Oberösterreich gezogen. Bin- nen einer Viertelstunde ist sie im Büro in Bad Leonfelden, davor pendelte Taut- scher nach Linz und stand regelmäßig im Stau. „Mein alter Job war stressiger, ich habe wesentlich mehr Überstunden ge- macht, war teilweise auch unkonzentrier- ter – etwa weil ich bei der Arbeit vom Handy abgelenkt wurde.“ Auch dieses Problem hat sich gelöst. Kommen die MitarbeiterInnen morgens ins Büro, bleiben nicht nur die Straßen- schuhe beim Eingang stehen und wer- den von allen (außer den KundInnen) gegen bequeme Schlapfen getauscht – der anfangs ungewohnte Anblick ver- mittelt durchaus ein heimeliges Wohlge- fühl. Auch die Mobiltelefone machen Pause. Verwahrt in einer Schreibtisch- schublade, sind sie abgedreht oder auf lautlos gestellt. Was erst an schulische Maßnahmen erinnert, stellt sich für die Betroenen oenbar als Segen heraus und wird gut angenommen. Für Besu- cherInnen macht sich das durch ein friedvolles, ruhiges Klima bemerkbar. Das Handy soll nicht im Sichtbe- reich liegen, blinkend, vibrierend und piepsend aus dem Konzept bringen. „Jede Ablenkung, heißt es, braucht un- gefähr 15 Minuten Wiedereinarbei- tungszeit“, erklärt Hochreiter. „Das ha- ben wir dadurch unterbunden.“ Bei Müttern mit Kleinkindern wird eine Ausnahme gemacht. Und natürlich sind alle MitarbeiterInnen über eine Telefon- anlage erreichbar. Und noch ein abgeschates Ärger- nis: In Hinkunft wird der Zeitfresser Stau jene fünf MitarbeiterInnen, die aus Linz nach Bad Leonfelden pendeln und zumeist mit dem Auto unterwegs sind, nicht mehr treen. Ende des Jahres übersiedeln sie ins neue und zweite eMagnetix-Büro in Linz. Denn die 30-Stunden-Woche ist „ein toller An- reiz, aber der Eekt verput, wenn man lange anreisen muss“, wissen Fleischan- derl und Hochreiter. Weitere Informationen: www.emagnetix.at/30sindgenug Schreiben Sie Ihre Meinung an die AutorInnen sophia.fielhauer@chello.at resei@gmx.de oder an die Redaktion aw@oegb.at Für Klaus Hochreiter haben sich durch die 30-Stunden-Woche mehr Potenziale als Probleme ergeben. Er denkt nun über weitere Änderungen nach, etwa über die Vier-Tage-Woche. Das Mobiltelefon wandert in die Auszeit.