6 Anschluss an das Priming einen Gang beim Nachhausegehen langsamer entlang gingen als Versuchspersonen der Kontrollgruppe. Bargh und Kollegen (2001) konnten zudem zeigen, dass Versuchspersonen durch das Primen des Konzepts von Leistung dazu gebracht werden konnten, härter zu arbeiten und mehr Punkte bei einer verbalen Aufgabe zu erringen, während durch das Primen des Konzepts von Kooperation die Versuchspersonen zu kooperativerem Verhalten bewegt werden konnten. Berridge und Winkielman (2003) primten ihre Versuchspersonen subliminal mit glücklichen, neutralen und verärgerten Gesichtern. Jene, die mit glücklichen Gesichtern geprimt worden waren, beurteilten ein Fruchtgetränk positiver und tranken auch mehr davon als jene, die mit neutralen oder verärgerten Gesichtern geprimt worden waren. Dieser Effekt konnte aber nur festgestellt werden, wenn die Versuchspersonen durstig waren. 3. Theoretischer Hintergrund zur nichtbewussten Beeinflussung Bewusste versus nichtbewusste Wahrnehmung Sicherlich stellt sich die Frage, warum überhaupt Augenmerk auf nichtbewusste Wahrnehmung gelegt werden soll. Ein Grund dafür besteht in der Tatsache, dass nur ein sehr geringer Anteil der Reize vom Menschen bewusst wahrgenommen werden kann, während der Großteil nichtbewusst verarbeitet wird. George A. Miller (1956) definierte diesbezüglich die sogenannte Millersche Zahl, die besagt, dass ein Mensch gleichzeitig nur 7 ± 2 Informationseinheiten im Kurzzeitgedächtnis präsent halten kann. Man geht davon aus, dass unsere Sinne ungefähr 11 Millionen Informationseinheiten (Bits) pro Sekunde verarbeiten können, während wir bewusst nur etwa 50 Informationseinheiten pro Sekunde verarbeiten (vgl. Küpfmüller 1962; Norretranders 1998; Zimmermann 1989). Können wir auch nur einen Teil der nichtbewussten Informationsverarbeitungskapazität nutzen, stellt dies einen enormen Zugewinn dar. Dijksterhuis und Kollegen konnten bereits zeigen, dass bei komplexen Aufgaben bessere Entscheidungen getroffen werden, wenn diese nichtbewusste Informationsverarbeitungskapazität genutzt wird (vgl. Dijksterhuis 2004; Dijksterhuis et al. 2006).