12 Konsumenten zur Verfügung, wie beispielsweise Kippwörter, „dekomponierte“ Markenzeichen, affektive Primes oder Stimuli, die nicht visuell wahrgenommen werden. Da über die Wirksamkeit derartiger Methoden bisher offiziell wenige Belege vorlagen, gab es auch kaum Gründe, diese gesetzlich zu verbieten oder Konsumenten darüber aufzuklären und somit vor Missbrauch zu schützen. Allerdings ist davon auszugehen, dass Unternehmen, die über derartiges Wissen verfügen, dies – ähnlich wie ein geheimes Verfahren oder Rezept – zur Wahrung eines Wettbewerbsvorteils nicht ihren Kunden und Konkurrenten mitteilen werden. Ähnliches kann auch bezüglich politischer Einflussnahme angenommen werden. Durch die bisherigen Forschungsergebnisse und die Kenntnis neuartiger Möglichkeiten der Reizdarbietung steht nun eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Verfügung, Menschen zu beeinflussen, ohne dass es ihnen bewusst wird, was als massiver Eingriff in die persönliche Freiheit und auch als Verletzung von Persönlichkeitsrechten gesehen werden kann und muss. Zwar ist die subliminale Einblendung von Botschaften beispielsweise in Filme in vielen Ländern gesetzlich verboten, die oben erwähnten Studien zeigen aber, dass zahlreiche andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um Menschen – zum Beispiel durch die supraliminale Darbietung von Reizen – zu beeinflussen, ohne dass sie sich der Beeinflussung bewusst sind. Zusätzliche gesetzliche Beschränkungen, Aufklärung von Konsumenten sowie einschlägige Forschung zur genaueren Abschätzung und Kategorisierung der Gefahrenpotenziale scheinen daher dringend und unumgänglich.