Konsumentenschutz Prinz-Eugen-Straße 20-22 A-1041 Wien Tel: ++43-1-501 65/2144 DW E-Mail: konsumentenpolitik@akwien.at 42/2010 Juni 2010 FINANZKRISE: DIE KUNDEN ZAHLEN FÜR DIE KRISE! Harald Glatz, Christian Prantner 1. Verbraucher haben Geld verloren Es ist nicht einfach die Schäden zu quantifizieren, die Konsumentinnen und Kon- sumenten in der Folge der Finanzkrise zu tragen hatten und zu tragen haben. Feststeht, dass sie die Folgen eines ungesteuerten, liberalisierten und aus den Fugen geratenen Finanzmarktes offenbar sehr einseitig zu tragen haben. Die meisten der Konsumentinnen und Konsumenten waren keine Spekulanten, die aus schierer Gier sich in abenteuerliche Finanzgeschäfte eingelassen haben. Es sind Menschen, die ihr Erspartes für die Altersvorsorge angelegt haben, Menschen die attraktive Kredite für den Hausbau gesucht haben. Passiert ist ihnen ? ein Verlust des angesparten Vermögens durch den Verfall der Wertpa- piermärkte, ? Kauf von windigen Produkten, die ihnen von provisionsgetriebenen Ver- käufern unter Vorspiegelung falscher Tatsachen angedreht wurden, ? Sparzinsen, die zu niedrig waren im Vergleich zu den Refinanzierungskos- ten der Banken, ? Kreditzinsen die zu hoch waren im Vergleich zu den Leitzinsen und Inter- bankzinsen der Banken, ? Fremdwährungskredite, die auf Grund der Wechselkursänderungen und auf Grund des Verfalls des Wertes der Tilgungsträger kaum mehr rück- zahlbar sind. Die Finanzkrise ist am durchschnittlichen Sparer und Anleger in Österreich nicht spurlos vorbeigegangen. Konsumentinnen und Konsumenten, die ihr Geld haupt- sächlich in einfache Sparprodukte angelegt haben hatten keinen Wertverlust zu beklagen. Sind aber insofern von der Finanzkrise betroffen als die Banken ihre verminderten Finanzierungskosten an die Verbraucher nicht weitergegeben haben