XII  Im  Ländervergleich  zeigen  sich vor allem Unterschiede  in den Erwerbs? und Beschäftigungsquoten  am unteren und oberen  Ende des Altersspektrums, nicht  zuletzt  eine  Folge der unterschiedlichen  Bildungs?  und  Pensionssysteme,  die  bestimmende  Elemente  eines  jeden  Sozialmodells  sind.  Österreich hat  im EU?Vergleich eine hohe Beschäftigungsquote unter Jugendlichen – eine Folge der  großen Bedeutung der dualen Ausbildung  in der Lehre–, und eine geringe unter den Älteren – eine  Folge des zum Teil institutionell bedingten frühen Erwerbsaustritts.  Die Arbeitslosenquoten der Männer  liegen  im Schnitt der EU?27  im Jahr 2009 bei 9,1 %  (Österreich  5,1 %),  jene der EU?Bürger  liegen mit 11,4 % über diesem Schnitt  (in Österreich mit 6 %),  jene der  drittstaatsangehörigen Männer  liegen mit 20,2 % erheblich über dem Schnitt (in Österreich 14,2 %).  Die Arbeitslosenquoten der Frauen waren 2009 in der EU?27 mit 8,9 % (Österreich 4,6 %), anders als  noch 2008, niedriger als die der Männer; auch bei den EU?Bürgerinnen lagen die Arbeitslosenquoten  mit  11,7 %  über  dem  Gesamt?Schnitt  (in  Österreich  mit  7,6 %  ebenso);  jene  der  drittstaatsangehörigen  Frauen waren mit  18,2 %  deutlich  höher  als  der  EU?Schnitt  (in  Österreich  10,8 %).  Lohnunterschiede nach dem Geschlecht: ein komplexer Wirkungsmechanismus  In Österreich hat sich die berufliche Geschlechtersegmentierung der Erwerbsarbeit seit den 1960er  Jahren  nur  wenig  verändert,  trotz  einer  starken  Steigerung  der  Frauenbeschäftigung.  Die  Lohnunterschiede nach Geschlecht gehören in Österreich zu den höchsten in der EU.  Ein wichtiger Erklärungsfaktor für die  internationalen Unterschiede  in den Stundenlöhnen zwischen  Männern  und  Frauen  ist  in  der  beruflichen  und  branchenspezifischen  Gender?Segmentation  der  Beschäftigung  zu  sehen,  sowie  im  unterschiedlichen  Bildungs?  und  Erwerbsverhalten.  Das  unterschiedliche Bildungsverhalten schlägt sich vor allem in einer anderen Berufswahl nieder und das  Erwerbsverhalten unterscheidet sich vor allem  in der Erwerbsarbeitszeit. Dadurch dass Frauen sich  im Haupterwerbsalter häufiger als Männer aus dem Erwerbsleben zurückziehen bzw. ihre Arbeitszeit  reduzieren,  können  sie  seltener  als Männer  in  den Genuss  einer  Senioritätsentlohnung  bzw.  von  Überstundenzahlungen kommen.   Österreich  hat  im  EU?Vergleich  vergleichsweise  wenig  in  die  Ausweitung  der  so  genannten  produktiven  sozialen  Infrastruktur  investiert,  d.h.  in  den  Ausbau  eines  leistbaren  Angebots  an  Kinderbetreuung,  Pflege  und  anderen  (haushaltsnahen)  sozialen  Dienstleistungen.  Gleichzeitig  ist  Österreich  großzügig  bei  der  Auszahlung  von  Geldleistungen  an  Haushalte:  Transferleistungen  machen in Österreich 27,4 % des Haushaltseinkommens von Personen im arbeitsfähigen Alter aus, im  Vergleich zu 15,8 % im OECD?Durchschnitt.  In  Österreich  verbleiben  in  der  Folge  im  Vergleich  zu  den  nordischen  Ländern  mehr  Arbeitsressourcen  im Haushalt.  Einerseits  äußert  sich dies über  eine  geringere  Erwerbsbeteiligung  der  Frauen,  andererseits  über  einen  höheren  Anteil  von  teilzeitbeschäftigten  Frauen.  Dieses  Verhaltensmuster  trägt  dazu  bei,  dass  es  in  Österreich  eher  zu  einer  Verknappung  von  Arbeitskräften,  insbesondere  Fachkräften,  kommt  als  in  den  nordischen  Ländern.  Davon  geht  einerseits ein Zuwanderungsdruck von Arbeitskräften aus dem Ausland aus, andererseits ein Trend  zur  Urbanisierung  (Aushöhlung  des  ländlichen  Raums).  Letzterer wird  von  der  Abwanderung  gut