1  Einleitung  Die vorliegende Studie untersucht die Versorgung mit sozialen Diensten von vier Bezirken/Regionen  Österreichs, nämlich Osttirol, Neunkirchen und Schwechat in Niederösterreich, sowie Leopoldstadt in  Wien. Fokus der Analyse ist das Herausarbeiten der Rolle der Verfügbarkeit von sozialen Diensten für  die Integration der Bevölkerung ins Erwerbsleben, für die Stabilisierung des Familieneinkommens und  in der Folge das wirtschaftliche Entwicklungspotenzial des Bezirks/der Region. Die wesentliche Frage  in dem Zusammenhang ist, in welchem Maße durch die Vernetzung sozialer Dienstleistungen oder die  Einrichtung  „sozialer  Dienstleistungszentren“,  die  als  regionale  integrierte  Serviceeinrichtungen  Menschen  bei  der Meisterung  der Herausforderungen  des Alltags  in  den  einzelnen  Lebensphasen  unterstützen, der regionale Wirtschaftsstandort aufgewertet und der soziale Zusammenhalt gestärkt  werden können.   Die  Untersuchung  ist  vor  dem  Hintergrund  der  Folgen  der  wirtschaftlichen  Krise  zu  sehen,  die  substanzielle  Beschäftigungsverluste  in  der  marktorientierten  Wirtschaft  ausgelöst  hat.  Arbeitsmarktpolitische  Maßnahmen  wie  Kurzarbeit,  Aus?  und  Weiterbildungsmaßnahmen  und  Ausgaben für die Arbeitslosenunterstützung wurden verstärkt eingesetzt, um die Familieneinkommen  zu  stabilisieren  und  die  Kaufkraft  zu  erhalten.  Es  wurden  aber  keine  Weichenstellungen  vorgenommen, die die  Sozialwirtschaft,  in der hohe und  steigende Anteile der Bevölkerung Arbeit  finden,  auf  neue  und  nachhaltige  Beine  stellen.  Die  Organisationsstruktur  der  Arbeit  verharrt  weiterhin  in  einer  am  Familienerhalter  ausgerichteten  Industriegesellschaft  mit  einer  hohen  Verbleibsquote  der  Betreuungsarbeit  in  den  Haushalten.  Nur  ansatzweise  kommt  es  zu  einer  Aufweichung der Rolle von Mann und Frau in der Aufteilung von Haus? und Erwerbsarbeit in Richtung  einer  von  partnerschaftlichem  Denken  geprägten  modernen  Dienstleistungsgesellschaft.  Ein  wesentlicher Grund hierfür  liegt  in dem unzureichenden Ausbau der sozialen Dienstleistungen, allen  voran der Kinderbetreuung und der Versorgung mit erschwinglicher Pflege und Betreuung. Um eine  Professionalisierung  dieser  Dienstleistungsbereiche  zu  forcieren  und  um  ein  adäquates  Versorgungsnetz  aufzubauen,  bedarf  es  eines  gezielten  kleinräumigen  Ausbaus  der  Infrastruktur,  etwa  über  soziale  Dienstleistungszentren  (one?stop?shop).  Mit  der  Schaffung  von  sozialen  Dienstleistungszentren soll das bestehende Angebot an sozialen Dienstleistungen zusammengeführt  sowie bedarfsorientiert ausgeweitet werden und zur zentralen Informations? und Anlaufstelle für all  jene werden, die soziale Dienstleistungen in Anspruch nehmen (wollen).   Ein Aspekt  in  dem  Zusammenhang  ist  die  Professionalisierung  und  arbeitsteilige Organisation  und  Institutionalisierung der sozialen Dienstleistungen unter Einbindung aller derzeitigen Angebote in ein  umfassendes  Informationsnetzwerk  (Plattform). Damit werden  einerseits Arbeitsplätze  geschaffen,  und  zwar  auf  allen  Qualifikationsebenen,  andererseits  werden  infolge  einer  effizienteren  Organisation Arbeitsressourcen freigesetzt, die derzeit in häuslicher Betreuungsarbeit gebunden sind.  Eine  institutionelle Neuorientierung der Organisation der sozialen Dienste soll sicherstellen, dass es  im  kommenden  Wirtschaftsaufschwung  zu  keiner  Verknappung  von  Fachkräften  kommt,  die  inflationäre  Tendenzen  auslösen  und  das  Wirtschaftswachstum  beeinträchtigen  könnte.  Die  vorliegende  Arbeit  setzt  sich  zum  Ziel,  Grundlagen  für  die  Entwicklung  einer  derartigen  Neuausrichtung zu erarbeiten.