2  Die  vier  ausgewählten Modellregionen weisen  unterschiedliche wirtschaftliche  Schwerpunkte  und  sozialpolitische  Herausforderungen  auf.  Der  demographische Wandel  in  Verbindung mit  Zu?  und  Abwanderung und damit verbunden einem unterschiedlichen Ausmaß der Alterung der Bevölkerung  stellen Anforderungen  an das  soziale Dienstleistungsangebot: Während  sich manche Regionen mit  einer  ausgeprägten  Abwanderungsdynamik  konfrontiert  sehen,  verzeichnen  andere  aufgrund  fortdauernder Zuwanderung aus dem Aus? und/oder Inland ein anhaltendes Bevölkerungswachstum.  Daraus  resultiert  im  ersten  Fall  ein  steigender  Bedarf  an  Pflege?  und  Betreuung  einer  alternden  Bevölkerung,  im  anderen  der  Bedarf  an  Integrationsmaßnahmen,  allen  voran  interkulturellen  Kinderbetreuungs? und Bildungseinrichtungen. Die Organisation der sozialen  Infrastruktur stellt eine  Herausforderung für lokale Entscheidungsträger dar, nicht zuletzt da die Qualifikationsanforderungen  an die Arbeitskräfte in den diversen Sozial? und Betreuungsdiensten sehr unterschiedlich sind und das  lokale  Bildungssystem  die  nötigen  Qualifikationen  nicht  in  ausreichendem  Maße  zur  Verfügung  stellen  kann.  Derzeit  nicht  genutzte  Ressourcen  könnten  über  eine  alternative  Organisation  der  Arbeit  –  Haus?  und  Erwerbsarbeit  sowie  Freiwilligenarbeit  –  Arbeitskräfteknappheiten  entgegen  wirken.   Wissenschaftliche Fragestellungen und methodische Umsetzung  Den  Ausgangspunkt  der  Analyse  bildet  eine  Status?quo?Erhebung  der  Angebots?  und  Finanzierungsstrukturen  der  sozialen  Dienstleistungen  vor  Ort.  Die  Studie  untersucht,  welchen  Beitrag die Professionalisierung und die effizientere Organisation der  sozialen Dienstleistungen  zur  Produktivitätssteigerung und Nachhaltigkeit des lokalen Angebots an sozialen Dienstleistungen sowie  des Wirtschaftswachstums  leisten kann, etwa durch Überführung von sozialer Arbeit  in den Markt,  die derzeit im informellen Sektor oder im Haushalt erbracht wird. Damit werden vor allem für Frauen  eigenständige,  sozialversicherungsrechtlich  abgesicherte  Arbeitsplätze  geschaffen,  die  das  lokale  Einkommensniveau und Konsumpotential erhöhen. Davon geht ein positiver Multiplikatoreffekt  für  das lokale Wirtschaftswachstum aus.  Hauptaugenmerk  der  Untersuchung  liegt  auf  den  Auswirkungen  des  sozialen  Dienstleistungsangebots,  vor  allem  von  Kinder?  und  Altenbetreuung,  auf  die  Beschäftigungs?  und  Einkommensperspektiven der Männer und Frauen sowie den Wirtschaftsstandort.   In  der  Studie  kommen  verschiedene  qualitative  und  quantitative  Forschungsmethoden  zur  Anwendung. Der Fokus  liegt dabei zum einen auf der Bevölkerungsstruktur und –entwicklung sowie  der  Wirtschaftsstruktur  und  Arbeitsmarktentwicklung,  zum  anderen  auf  den  Strukturen  des  Dienstleistungsangebots sowie der Rolle der  lokalen Akteure,  ihrer Verbindungen zur Unterstützung  des  Strukturwandels  und  sozioökonomischer  Transformation.  Dazu  wurden  in  den  ausgewählten  Modellregionen Fokusgruppen und ExpertInnen?Interviews durchgeführt.   In  einem  einleitenden  Kapitel  wird  auf  die  wirtschaftliche  Krise  und  ihre  Auswirkung  auf  den  Arbeitsmarkt eingegangen.  In weiterer Folge wird  im  zweiten Kapitel die Bevölkerungsentwicklung  dargestellt,  die  Zusammensetzung  der  Bevölkerung  nach  Migrationshintergrund  und  die  Beschäftigungslage,  und  zwar  aus  einer  konjunkturellen  und  strukturellen  Perspektive  (nach  Branchen,  Berufen  und  Bildung).  In  dem  Zusammenhang  wird  der  Grad  der  Einbindung  ins  Erwerbsleben aus einer Gender? und Integrationsperspektive durchleuchtet.