3  In  einem  dritten  Kapitel  wird  untersucht,  wie  sich  die  konjunkturelle  und  strukturelle  Beschäftigungslage  von  Frauen  und Männern  im  internationalen  Umfeld  darstellt.  Hier  liegt  der  Schwerpunkt auf dem Herausarbeiten der Rolle der sozialen Dienste für die Beschäftigungsquote von  Männern und Frauen sowie die  Implikationen für den gender pay gap, die Bildungsneigung und die  gesamtwirtschaftliche Produktivität.   In  einem  vierten  Kapitel  wird  untersucht,  welche  Organisations?  und  Finanzierungsformen  der  Sozialwirtschaft  in Ländern mit einer hohen Versorgungsdichte üblich sind. Beispielhaft wird auf die  Situation  in  Holland,  Dänemark,  Schweden  und  Frankreich  im  Österreichvergleich  eingegangen.  Daraus  wird  ersichtlich,  dass  unterschiedliche  räumliche  institutionelle  und  sozio?ökonomische  Rahmenbedingungen eine Vielfalt von Umsetzungsmodellen erforderlich machen.   In einem  fünften Kapitel  kommt es  zu einem Vergleich  zwischen den  vier Pilotregionen, d.h. dem  Wiener  Bezirk  Leopoldstadt,  Neunkirchen  (einer  alten  Industrieregion  in  NÖ),  Osttirol  (einem  ländlichen  Abwanderungsraum)  und  Schwechat  (einer  dynamischen  Zuwanderungsregion  mit  geringer sozialer  Infrastruktur). Aus diesen sehr unterschiedlichen Herausforderungen der einzelnen  Regionen ergeben sich anders geartete regionale Entwicklungskonzepte für die soziale Infrastruktur.   Der Frage der Finanzierung wird  im  sechsten Kapitel nachgegangen, wobei vor Ort erkundet wird,  welche  Förderungsmöglichkeiten  es  derzeit  gibt,  welche  neu  aufzubauen  wären  und  ob  es  Möglichkeiten  der Umschichtung  von  alten  Förderungen/Typen  auf  die  neuen Herausforderungen  gibt.   In Hinblick auf ein zukünftiges Monitoring und eine etwaige Evaluierung der Pilotprojekte werden in  einem  eigenen  kurzen  siebenten  Kapitel  Überlegungen  zur  Raumordnung  und  den  theoretischen  Konzepten  zur  Erklärung  regionaler  Wachstumsunterschiede  angestellt.  Dabei  gilt  der  Rolle  der  sozialen Dienste im Sinne einer Gemeinwesenökonomie besonderes Augenmerk.  Definition und Abgrenzung des Forschungsgegenstandes  Alltagssprachlich  ebenso  wie  im  fachlichen  oder  wissenschaftlichen  Diskurs  herrscht  kein  einheitliches Begriffsverständnis für „soziale Dienstleistungen“.   Einer  Definition  des  Deutschen  Bundesministeriums  für  Arbeit  und  Sozialordnung  folgend  (1981,  zitiert  nach:  Bauer  2001b:  13)  umfassen  die  sozialen Dienstleistungen  „all  diejenigen Handlungen,  Aktivitäten  und Maßnahmen  von  privaten  Institutionen  oder  Einzelpersonen  und/oder  staatlichen  Institutionen  ...,  die  darauf  abzielen,  die  physische  oder  psychische  Lebens?  und  Erlebensfähigkeit  sowie die Sozialfähigkeit von Einzelnen und/oder Gruppen wieder herzustellen oder zu verbessern“.  In  der  Definition  von  Badura/Gross  (1976:  73ff.)  sind  „soziale  Dienstleistungen“  (bzw.  „soziale  Dienste“)  all  jene  persönlichen  Dienstleistungen,  die  den  Tatbestand  des  Helfens  bzw.  der  Hilfe  aufweisen. Sie werden  „den Bedürftigen ohne Berücksichtigung  ihrer eigenen Beiträge  in gleichem  Ausmaß  gewährt“.  Soziale  Dienstleistungen  sind  also  Teil  des  wohlfahrtsstaatlichen  Sozialleistungssystems. Sie zählen zum Typus der personenbezogenen, direkten Dienstleistungen, die  von  privaten  Haushalten  nachgefragt  werden,  aber  großteils  über  Dritte  –  im Wesentlichen  die  öffentliche Hand –  finanziert werden. Soziale Dienste werden demnach  im Rahmen der  staatlichen  Sozialpolitik  vom  Staat,  juristischen  Personen  öffentlichen  Rechts  oder  gemeinnützigen  Trägern