158  Wirkung. Es ist aber auch der Wirtschaftswandel und der technische Fortschritt, der den ‘gender pay  gap’ beeinflusst.   Abbildung 125: Ausgaben für Familienpolitik und ihre Komponenten in ausgewählten OECD Ländern (in % des BIP) 2003  0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 Lu xe m b ur g D ä ne m a rk Fr an kr ei ch N or w eg en Sc hw ed en Un ga rn A us tra lie n V er ei ni gt es K ön ig re ic h Be lg ie n Isl an d Ö st er re ic h Fin nl an d D eu ts ch la nd Irl an d Sl ov a ke i sc he ch isc he R ep ub lik N eu se el an d N ie de rla nd e Po rtu ga l Po le n Sc hw ei z V er ei ni gt e St a at en G rie ch en la nd Ita lie n Ja p an Ka na da Sp an ie n M ex ik o Ko re a In % d es B IP Cash Dienstleistungen Steuerliche Begünstigung von Familien S: OECD DUK   Q.: OECD.  Neben all diesen Erklärungen ist die ökonomische Situation der Frauen in Österreich von der geringen  „Vermarktung“ der sozialen Dienste, wie Pflege und Kinderbetreuung geprägt. Österreich hat nämlich  im  EU?Vergleich  vergleichsweise wenig  in  die  Ausweitung  der  so  genannten  produktiven  sozialen  Infrastruktur investiert, d.h. in den Ausbau eines leistbaren Angebots an Kinderbetreuung, Pflege und  anderer sozialen Dienste. Gleichzeitig wurde aber nicht mit Transferleistungen an Haushalte gespart,  damit diese Dienste  im Haushalt selbst erbracht werden – Transferleistungen machen  in Österreich  27,4%  des  Haushaltseinkommens  von  Personen  im  arbeitsfähigen  Alter  aus,  im  Vergleich  zu  nur  15,8%  im OECD?Durchschnitt (OECD 2008, 103). Dies zeigt sich besonders deutlich an den Ausgaben  der  Familienpolitik  (Abbildung  125),  die  zu  den  höchsten  der  OECD  zählen.  Sie  haben  einen  Schwerpunkt  in den Transferzahlungen  (cash?benefits) und nicht, wie etwa  in den  skandinavischen  Ländern,  in Dienstleistungen, was auf eine komplexe Weise die Berufswahl und das Arbeitsangebot  der Frauen beeinflusst.  In Österreich verbleiben in der Folge im Vergleich zu den nordischen Ländern mehr Arbeitsressourcen  im Haushalt, einerseits über eine geringere Erwerbsbeteiligung der Frauen, andererseits über einen  höheren Anteil von  teilzeitbeschäftigten Frauen. Dieses Verhaltensmuster  trägt dazu bei, dass es  in  Österreich  eher  zu  einer Verknappung  von Arbeitskräften,  insbesondere  Fachkräften  kommt  als  in  den nordischen Ländern. Davon geht einerseits ein Zuwanderungsdruck von Arbeitskräften aus dem  Ausland aus, andererseits ein Trend zur Urbanisierung (Aushöhlung des ländlichen Raums). Letzterer  wird von der Abwanderung gut qualifizierter Frauen aus dem  ländlichen Raum geprägt, die auf eine  soziale  Infrastruktur zurückgreifen wollen, um  ihre Erwerbs? und Einkommenschancen  langfristig zu  verbessern.