162  mit  den  geringsten Altersquotienten  (65+Jährige  als Anteil  der  15?64?Jährigen  von  20,7 %  im  Jahr  2007), der zwar stark ansteigen, aber immer noch unterhalb des EU?Schnitts bleiben wird.  Die Sozialschutzausgaben  liegen in den Niederlanden bei 26,8 % des BIP (2007, ESSPROS?Daten) und  damit  leicht über dem EU27 Schnitt von 25,2%. Die niederländische Regierung verfolgt den Ansatz,  Armut durch Erwerbsarbeit zu bekämpfen, dh. die Arbeitsmarktpartizipation durch Arbeitsaufnahme  und  Training  zu  erhöhen.  Das  bedeutet,  die  Bevölkerung  mit  den  notwendigen  Qualifikationen  auszustatten  und  die  Möglichkeit  zu  bieten,  eine  bezahlte  Arbeit  aufzunehmen.  (vgl.  European  Commission 2009)  4.1.1. Familienpolitik  In  den  Niederlanden  sind  die  Familienleistungen  steuerfinanziert.  Die  Niederlande  gewähren  16  Wochen  Mutterschaftsurlaub,  von  dem  vier  bis  sechs  Wochen  vor  dem  errechneten  Entbindungstermin  genommen  werden  müssen  und  der  mit  dem  vollem  Tagesarbeitsentgelt  abgegolten wird (maximal 185,46 €).  Die  Niederlande  haben  auch  ein  steuerfinanziertes  Kindergeldsystem.  Kindergeld  wird  allen  EinwohnerInnen  für  Kinder  unter  18  Jahren  gewährt,  für  die  Unterhalt  geleistet  wird,  und  zwar  unabhängig von Einkommen und Nationalität der BezieherInnen bzw. unabhängig vom Wohnsitz des  Kindes  (gilt  für  Kinder  in  anderen  EU?/EWR?Ländern  bzw.  sonstigen  Ländern  mit  Abkommen).  Erwerbstätige ohne Wohnsitz  in den Niederlanden sind auch bezugsberechtigt. Wie  in Dänemark  ist  auch  in  den  Niederlanden  das  Kindergeld  altersabhängig.  Zusätzlich  werden  bis  zu  festgelegten  Einkommensgrenzen und nach Zahl der Kinder gestaffelte Zuschläge gewährt.  In den Niederlanden gibt es kein Erziehungsgeld.  Die Niederlande gewähren eine Beihilfe, wenn beide Eltern berufstätig sind und das Kind außer Haus  betreut wird. Die Höhe der Kinderbetreuungsleistung hängt von der Haushaltszusammensetzung, der  Art und den Kosten der Kinderbetreuung sowie vom Einkommen der Eltern ab. Es werden maximal  6,10 € pro Stunde gewährt, die Leistung wird von den Steuerbehörden vergeben.   4.1.2. Altenbetreuung/?pflege  Die  Niederlande  haben  ein  beitragsfinanziertes  Pflegesystem.  Das  Pflegerisiko  wird  von  den  Krankenversicherungen  abgedeckt.  Im  Allgemeinen  werden  Pflegesachleistungen  angeboten.  Im  Rahmen  einer  Versuchsreihe  kann  für  bestimmte  Pflegeleistungen  auch  Pflegegeld  (persoonsgebonden  budget,  PGB)  bezogen  werden.  Auch  eine  Kombination  aus  Sach?  und  Geldleistungen ist möglich. Das Leistungsspektrum ist weit definiert und richtet sich an Personen bei  langem  Krankenhausaufenthalt,  ältere  Menschen,  Behinderte  sowie  geistig  Behinderte  mit  chronischen  Problemen.  Pflege  wird  dabei  in  sieben  Funktionen  eingeteilt:  häusliche  Pflege,  persönliche Pflege, Krankenpflege, unterstützende Betreuung, aktivierende Betreuung, Behandlung  und Unterbringung. Anspruch auf Pflegeleistungen haben alle EinwohnerInnen sowie Personen, die in  den Niederlanden  arbeiten und  Lohnsteuer  zahlen. Die Pflegeleistungen  sind dabei nicht  an Alter,  Bedürftigkeit  oder  einen  bestimmten  Mindestpflegebedarf  geknüpft.  Die  Feststellung  des  Pflegebedarfs  liegt  beim  „Zentrum  zur  Beurteilung  des  Pflegebedarfs“  (Centrum  Indicatiestellung  Zorg, CIZ), von diesem wird auch Art und Ausmaß der Pflege festgelegt. Die Pflegebedürftigkeit wird