163  zeitlich  befristet  (maximal  fünf  Jahre)  anhand  der  Internationalen  Klassifikation  der  Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation beurteilt. Die  Pflege wird hauptsächlich  in Einrichtungen erbracht,  versicherte Personen  können  ihr persönliches  Pflegegeld  (persoonsgebonden  budget,  PGB)  auch  für  Unterstützung  durch  nicht?gewerbsmäßige  Pflegepersonen (Nachbarn, Freunde) oder professionelle Anbieter (spezialisierte Agenturen) nutzen.  Die Pflegeleistungen umfassen die häusliche Pflege zum Ausgleich der (kurzzeitigen) Beeinträchtigung  der  versicherten  Person,  ein  eigenständiges  Leben  zu  führen,  die  teilstationäre  Pflege  zur  Förderung/Erhalt  der  Fähigkeit  ein  eigenständiges  Leben  zu  führen  und  damit  Bewahrung  vor  Institutionalisierung oder Vernachlässigung der versicherten Person. Stationäre Pflege richtet sich an  Personen  mit  Bedarf  an  geschützter  Wohn?  und  Therapieumgebung  sowie  dauerhaftem  Betreuungsbedarf. Die  Kostenbeteiligung  bei Heimunterbringung  ist  einkommensabhängig,  es  gibt  einen  „hohen  Betrag“  von  monatlich  maximal  1.838,60  Euro  sowie  den  „niedrigen  Betrag“  von  monatlich maximal 741,20 Euro. (vgl. MISSOC)  Seit 1. Jänner 2007 liegen verschiedene Verantwortlichkeiten, wie etwa Heimhilfe oder Transport von  Älteren und Behinderten, bei den Kommunen, mit dem Ziel, den  lokalen sozialen Zusammenhalt zu  stärken.  Die  Kommunen  sind  darüber  hinaus  dafür  verantwortlich,  zu  entscheiden,  wer  Betreuungsleistungen bekommen  soll/muss, und diese  auch bereitzustellen.  In den meisten  Fällen  muss ein privater Kostenbeitrag entrichtet werden, der einkommensabhängig und  in den einzelnen  Kommunen unterschiedlich hoch ist.  Um die Qualität in der Pflege zu sichern, wurden seitens der Regierung Instrumente zur Messung des  Standards der Pflegequalität  in Heimen entwickelt und Befragungen der Patienten zur Zufriedenheit  mit der Betreuung eingeführt. Das personenbezogene Budget stellt weiters ein wichtiges Instrument  zur  Erhöhung  der  Entscheidungsfreiheit  von  betreuungsbedürftigen  Personen  dar,  die Möglichkeit  der Pflege und Betreuung im eigenen Heim wurde weiter forciert. (vgl. European Commission 2009)  4.1.3. Der soziale Dienstleistungssektor  Das  niederländische  Wohlfahrtsmodell  hat  eine  ähnliche  institutionelle  Verankerung  wie  das  österreichische;  es  ist  abhängig  von  Beiträgen  der  Beschäftigten  und  daher  auf  ein  hohes  Beschäftigungsniveau angewiesen, um den Sozialstaat  zu  finanzieren. Die Verlagerung der  sozialen  Dienste  auf  den  Erwerbsarbeitsmarkt  erklärt  das  ‚Beschäftigungswunder‘  der Niederlande  und  die  hohe Resistenz gegen konjunkturelle Krisen.  Lange  Zeit  wurde  nur  wenige  Kinder  in  den  Niederlanden  in  institutionellen  Kinderbetreuungseinrichtungen  betreut,  1990  waren  zwei  Prozent  der  Kinder  im  Alter  von  0?13  Jahren  in  institutionellen Tagesbetreuungseinrichtungen. Die Gründe dafür  lagen vor allem  in einer  geringen  Erwerbsbeteiligung  der  Frauen,  traditionellen  Einstellungen  mit  einer  Präferenz  für  informelle Betreuung sowie eine Steuergesetzgebung, die Alleinverdienerhaushalte begünstigte. Bis  2004 hat sich der Anteil der 0?13jährigen  in  institutioneller Betreuung auf zwölf Prozent erhöht, bei  den  0?2jährigen  liegt  er  nun  beim  etwa  30 %.  Dieser  Anstieg  ging  einher  mit  einer  höheren  Frauenerwerbsbeteiligung,  gesunkenen  Kinderbetreuungskosten  für  die  Eltern  (teils  auf  Firmen  verlagert),  staatlichen  Initiativen  zur  Ausweitung  und  Professionalisierung  des  Kinderbetreuungsangebots  (1994?2004  jährliches  Wachstum  bei  den  institutionellen  Kinderbetreuungsplätzen ca. 9 %, nach 2005 ca. 10?12 %) sowie geänderte Einstellungen der Eltern