164  gegenüber  den  institutionellen  Betreuungsangeboten.  (vgl.  Noailly/Visser  2009)  Die  verstärkte  Erwerbstätigkeit  der  Frauen mit  Kindern  hat  den  Bedarf  an  familienorientierten  Dienstleistungen  erhöht  und  gleichzeitig  Beschäftigungschancen  für  Frauen  eröffnet.  Da  diese  Dienstleistungen  traditionellerweise nicht vom Staat bereit gestellt werden sondern von kirchennahen Einrichtungen,  entwickelten  sich  über  die  Zeit  zunehmend  nicht  auf  Gewinn  orientierte  Initiativen  sowie  kommerzielle  familienorientierte Dienstleistungen mit  flexiblen Beschäftigungs? und Arbeitsformen,  entsprechend  den  Anforderungen  eines  zunehmend  flexiblen  Arbeitsmarktes.  (Visser/Hemmerijck  1998)  Heute  gibt  es  zwar  auch  schon  öffentlich  geführte  Kindertagesstätten  und  Betriebskindergärten,  sie  sind  aber  gering  an der  Zahl. Der Großteil der Kinderbetreuung  findet  in  privaten Initiativen statt.  4.2. Dänemark  Dänemarks  Sozialsystem  baut  auf  den  Prinzipien  Universalität,  Erreichbarkeit,  Geschlechtergerechtigkeit,  Adäquanz  und  Nachhaltigkeit  auf  und  ist  primär  steuerfinanziert.  (vgl.  European  Commission  2009:  233)  In  der  Folge  hat  jede  Person mit  einem Wohnsitz  in Dänemark  Zugang  zu  sozialen  Diensten,  unabhängig  vom  Status,  Einkommen,  gezahlten  Beiträgen  oder  Beschäftigung. Die Kommunen verwalten das System der sozialen Sicherheit.  Dänemark  erfüllt  die  Ziele  der  Europäischen  Beschäftigungsstrategie;  die  Beschäftigungsquote  ist  traditionell hoch, die Arbeitslosenquote (auch die Langzeit? und Jugendarbeitslosigkeit) zählt zu den  niedrigsten  in  Europa.  Geschlechtsspezifische  Differenzen  am  Arbeitsmarkt  sind  relativ  gering.  Allerdings  steht  auch Dänemark  vor Herausforderungen,  die  durch  demografische  Veränderungen  hervorgerufen werden.  Dänemark  gehört  ähnlich wie  die Niederlande  zu  den  Ländern mit  besonders  hohen  öffentlichen  Sozialschutzausgaben  (2007:  28,1 %  des  BIP)  und weist  relativ  geringe  Einkommensungleichheiten  und  Armutsgefährdungsraten  auf.  Nichtsdestotrotz  gibt  es  Personengruppen,  die  ein  höheres  Armutsrisiko  aufweisen,  etwa  Personen  mit  Migrationshintergrund.  Sie  haben  auch  geringere  Erwerbsquoten und schneiden im Bildungssystem schlechter ab.  4.2.1. Familienpolitik  In  Dänemark  werden  im  Rahmen  von  Mutterschutz  und  Elternzeit  für  insgesamt  52  Wochen  Geldleistungen gewährt. Diese umfassen Mutterschutzgeld vier Wochen vor bis 14 Wochen nach der  Geburt. Väter haben Anspruch auf zwei Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub, der in den 14 Wochen  nach Geburt des Kindes zu nehmen ist. Bis zum neunten Lebensjahr des Kindes besteht Anspruch auf  32 Wochen  Elternurlaub,  der  zwischen  den  Eltern  geteilt wird.  Das Mutterschutzgeld  hängt  vom  Einkommen  der  vorausgehenden  Beschäftigung  ab  und  beträgt  maximal  3.625  DKK  (487 €)  pro  Woche bzw. 98 DKK (13 €) pro Stunde  (37 Stunden/Woche), kollektivvertraglich kann aber die volle  Kompensation vorgesehen sein. Das während des Elternurlaubs gewährte Elterngeld beläuft sich auf  60 % des Arbeitslosengeldes. (vgl. MISSOC, Stand: Juli 2009)  In Dänemark  sind die Kindergeld?Leistungen  steuerfinanziert. Es  ist ein universelles  System  für die  gesamte Bevölkerung, wobei für den Bezug der Leistungen teils die dänische Staatsbürgerschaft bzw.  ein  längerer Wohnsitz  in Dänemark erforderlich  ist. Das Kindergeld wird  für Kinder mit Wohnsitz  in  Dänemark  bis  zum Alter  von  18  Jahren  gewährt. Die Höhe  des  Kindergeldes  hängt  vom Alter  der