165  Kinder ab. Bei Kindern unter neun Jahren besteht Anspruch auf Beurlaubung zur Kinderbetreuung47,  das gilt für ArbeitnehmerInnen, Selbständige, Arbeitslose und BezieherInnen von Mindestsicherung,  die die Bedingungen  für einen Anspruch auf Krankengeld erfüllen. Dieser Elternurlaub beträgt acht  Monate,  wird  aus  Steuern  finanziert  und  entspricht  60  %  der  Leistungen  der  Arbeitslosenversicherung.  Dänemark  gewährt  Eltern,  die  ihre  Kinder  selbst  aufziehen  eine  Kinderbetreuungsbeihilfe.  Die  Kinderbetreuungsbeihilfe kann für eine Periode von acht Wochen bis zu einem Jahr gewährt werden.  Diese  Leistung  ist  steuerfinanziert  und  wird  von  den  Kommunen  erbracht.  Die  Kinderbetreuungsbeihilfe kann  für Kinder  zwischen 24 Wochen und  sechs  Jahren bezogen werden,  engere Altersgrenzen können von den Kommunen  festgelegt werden. Bezugsberechtigt sind Eltern,  die sieben der  letzten acht Jahre  in Dänemark einen Wohnsitz gehabt haben. Kinderbetreuungshilfe  kann  für maximal drei Kinder  im Haushalt bezogen werden,  sie darf  insgesamt den Maximalbetrag  des  Mutterschaftsgeldes  nicht  übersteigen  und  sie  beträgt  maximal  85 %  der  Kosten  der  Unterbringung des Kindes  in einer kommunalen Kinderbetreuungseinrichtung.  (vgl. MISSOC, Stand:  Juli 2009)  4.2.2. Altenbetreuung/?pflege  Dänemark hat ein universelles, steuerfinanziertes Pflegesicherungssystem, das dezentralisiert – von  den  Gemeinden  –  organisiert  wird.  Das  dänische  System  kennt  Sachleistungen  im  Fall  von  Pflegebedürftigkeit, spezielle Geldleistungen werden nicht gewährt. Alle BürgerInnen mit Wohnsitz in  Dänemark  haben  bei  Pflegebedürftigkeit,  unabhängig  von  ihrer  Zahlungsfähigkeit,  Anspruch  auf  persönliche und praktische Unterstützung  (das betreffende Gesetz  regelt auch die Versorgung von  Kindern). Damit  soll pflegebedürftigen Personen ermöglicht werden,  so  lange wie möglich  in  ihrer  Wohnung  zu bleiben.  Für die  Inanspruchnahme  von Pflegeleistungen  ist  kein Mindestpflegebedarf  Voraussetzung,  alle  Anträge  müssen  basierend  auf  einer  genauen  und  individuellen  Beurteilung  berücksichtigt  werden.  Die  BegutachterInnen  sind  Personen mit  Erfahrung  im  Pflegebereich.  Die  Pflegeleistungen  werden  von  privaten  und  öffentlichen  Einrichtungen  erbracht,  die  Gemeindeverwaltungen sind für die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen und Zielsetzungen sowie  die  Dokumentation  und  Qualitätssicherung  verantwortlich.  Die  Gemeinden  sind  auch  angehalten,  nicht?gewerbsmäßige  Pflegepersonen  (wie  Ehe?/PartnerIn,  Verwandte,  Freunde …)  einzubeziehen.  Die  Entscheidung  über  Zuerkennung  von  Pflegeleistungen  wird  von  den  Gemeindeverwaltungen  getroffen, und  zwar basierend auf einem von den AntragsstellerInnen ausgefüllten  Fragebogen. Es  erfolgt eine periodische Anpassung an die Bedürfnisse der EmpfängerInnen.   Die  Leistungen  umfassen  häusliche  Pflegeleistungen,  wie  Körperpflege  und  Hilfe  im  Haushalt,  teilstationäre  Pflege  zur  Entlastung  von  pflegenden  Angehörigen  (Pflege  in  Tageszentren,  Übernachtung  in  Krankenpflegeheimen)  und  stationäre  Pflege,  bei  der  verschiedene  Alternativen  innerhalb  und  außerhalb  der  Gemeinden  angeboten  werden  (Familienheime,  geschlossene  Pflegeeinrichtungen,  private  Krankenpflegeheime,  private  Pflegeheime/private  Unterkunft).  Als  sonstige Leistungen im Rahmen der Pflegesicherung sind die Wohnungsanpassung, die Bereitstellung  spezieller  Vorrichtungen  sowie  die  Vertretung  und  Entlastung  von  pflegenden  Angehörigen  zu                                                               47 http://www.iwkoeln.de/tabid/2691/ItemID/24230/Default.aspx (Juni 2010)