171  Kommunen  finanziert. Die Pflege  in Wohn? oder Pflegeheimen wird durch die Krankenversicherung  finanziert. (vgl. European Commission 2009).  4.4.3. Der soziale Dienstleistungssektor  Im  zentralistisch  ausgerichteten  französischen  sozialen  Dienstleistungssektor  übernimmt  der  Zentralstaat  eine  starke  lenkende  und  kontrollierende  Funktion. Der  Spielraum der Gemeinden  ist  infolge  eingeschränkt.  In  Frankreich  hat  die  Dezentralisierung  im  Jahre  1982  die  Départements  gestärkt, die nun zentrale Akteure  im Bereich der sozialen Dienste sind. Die Sozialisation der Kinder  wird  als  zentrale  Aufgabe  des  Staates  angesehen.  Frankreich  unterscheidet  zwischen  Kinderbetreuung,  bezogen  auf  Kinder  unter  drei  Jahren,  die  den  sozialen  Diensten  zugerechnet  werden,  und  Bildung,  für  Kinder  ab  drei  Jahren. Die  spezifische Organisationsform  begünstigt  die  Integrationsquote der Kinder zwischen drei und sechs Jahren in institutioneller Betreuung.  Soziale Dienste sind ein komplexes Aktionsfeld, das  im Gefolge der Alterung an Bedeutung gewinnt  und  zunehmend  ausdifferenziert wird. Ambulante Pflegedienste und Heimhilfen  sind  in  Frankreich  vergleichsweise  schwach  ausgebaut.  In  allen  Systemen,  auch  den  nordischen,  müssen  Unterbringungskosten  oder  Verpflegungskosten  in  Heimen  von  den  Klienten  oder  ihren  Familien,  subsidiär  aus der  Sozialhilfe, bezahlt werden. Unterschiede  in  der Betreuungsdichte der  einzelnen  Länder zeigen sich vor allem auch in der unterschiedlichen Bedeutung altersspezifischer Wohnformen  (betreutes Wohnen  etc.)  Im  Bereich  der  Altenhilfe  liegt  der  Schwerpunkt  wie  in  allen  anderen  Ländern  auch  bei  dem  Ausbau  flexibler  ambulanter  Dienste.  Die  Herausforderung  liegt  in  der  besseren Koordination und Zusammenarbeit von Pflegediensten, Haushaltshilfen  sowie  stationären  und  ambulanten  Einrichtungen.  In  diesem  Sinn  bildet  sich  die  Altenversorgung  als  eigenständiger  Bereich  der  sozialen  Versorgung  heraus.  In  Frankreich  wird  infolge  die  Beschäftigung  von  Dienstleistungspersonal in Privathaushalten staatlich gefördert.  4.5. Österreich  Österreich  ist  ein  Land,  das  das  bis  2010  formulierte  Lissabon?Ziel  im  Bereich  der  Beschäftigungsquote von Männern und Frauen übertrifft. Allerdings ist für Österreich eine besonders  niedrige  Beschäftigungsquote  älterer  ArbeitnehmerInnen  kennzeichnend:  Zwar  stieg  die  Beschäftigungsquote der ArbeitnehmerInnen zwischen 55 und 64 Jahren von 18,8 % im Jahr 2000 auf  38,6 %  im  Jahr  2008  an,  sie  liegt  aber  immer  noch  weit  unter  dem  Lissabon?Ziel  von  50 %.  Die  Arbeitslosenquote ist in Österreich gering.  Die Armutsgefährdungsquote ist in Österreich unter Frauen (14 %) deutlich höher als unter Männern  (11 %). Transferleistungen nehmen in Österreich einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung vor Armut  ein, denn ohne diese Leistungen wäre die Armutsgefährdungsquote doppelt so hoch. Österreich  ist  ein Land mit hohen öffentlichen Ausgaben  für soziale Sicherung: 2007  lag Österreich mit Ausgaben  für den  Sozialschutz  in der Höhe  von 27,1 % des BIP über dem  EU?Schnitt, wobei  etwa die Hälfte  davon auf das Pensionssystem entfällt, ein Viertel auf Gesundheitsleistungen und nur ein kleiner Teil  (1,5 % der Sozialausgaben) auf Maßnahmen zur sozialen Integration. (Abbildung 127)  MigrantInnen  sind  eine  besonders  vulnerable Gruppe  am Arbeitsmarkt. Die  Beschäftigungsquoten  von  AusländerInnen  liegen  unter  jenen  von  ÖsterreicherInnen,  insbesondere  bei  Frauen.  Die  Arbeitslosigkeit  ist  ausgeprägter.  Dementsprechend  ist  auch  die  Armutsgefährdungsquote  unter