178  5. Versorgungsstruktur mit sozialen Dienstleistungen in den  Pilotregionen und regionale Herausforderungen  Die folgenden Ausführungen sind das Resultat von Gesprächen mit ExpertInnen in den Pilotregionen.  Sie vermitteln Einblick in die erlebten Strukturen, Möglichkeiten und Hemmnisse bei der Umsetzung  der  Versorgung  der  Bevölkerung mit  sozialen  Diensten.  Involviert waren  in  den  Gesprächen  und  Foren  eine Vielzahl  von  regionalen Akteuren/innen  in  den  diversen  Funktionen  des  Sozialschutzes  und  des  Regionalmanagements.  Der  Natur  der  Versorgung  Österreichs  mit  sozialen  Diensten  entsprechend,  waren  Vertreter  der  Gemeinden,  Schulen,  Sozial?  und  Gesundheitssprengel,  Kinderbetreuungseinrichtungen,  NGOs,  des  AMS  und  der  Landesregierung  bzw.  des  Beschäftigungspaktes  in  die  Gespräche  eingebunden.  Die  Gespräche  hatten  unterschiedliche  Perspektiven:  ? die der Konsumenten von Dienstleistungen: Kinder, Eltern Pflegebedürftige  ? die  der  Erbringer  der  Dienstleistung:  Kinderbetreuungseinrichtungen,  Pflege?  und  Gesundheitsdienste, Schulen, Arbeitsvermittlung und Qualifizierung   ? die der Politik: Gemeinden, Vertreter der Landesregierung und des Beschäftigungspaktes.  Sie  vermittelten  einen  differenzierten  Einblick  in  die  derzeitige  Versorgungssituation mit  sozialen  Dienstleistungen,  ihre  Organisation  und  Finanzierung.  Es  konnten  einige  strukturelle  Hindernisse  identifiziert  werden,  die  großteils  beseitigbar  sind,  allerdings  unter  beträchtlichem  Koordinationsaufwand  und  teils  mit  der  Notwendigkeit  finanzieller  Unterstützung  (start?up  Finanzierung).  Im  darauf  folgenden  Kapitel  6  wird  dann  auf  Handlungsoptionen  und  Gestaltungsmechanismen und ihre inhärente Logik eingegangen.  5.1. Fallbeispiel Osttirol  5.1.1. Kinderbetreuung  Seit  September  2009  ist  der  Kindergartenbesuch  für  4?  und  5?Jährige  in  Tirol  halbtags  gratis  (20  Stunden pro Woche, 10 Monate im Jahr). Das Land Tirol vergibt an die Träger der Kindergärten einen  Pauschalbetrag  von  450 €  jährlich  für  jedes  Kind  zwischen  vier  und  fünf  Jahren,  das  einen  Kindergarten besucht. Diese finanzielle Unterstützung ergeht sowohl an die Gemeinden, als auch an  die  Träger  privater  Einrichtungen,  wodurch  deren  Elternbeiträge  reduziert  werden  können.  Die  Landesförderung gibt es  in erster Linie für Kindergärten,  in Ausnahmefällen auch für Kindergruppen  (wenn  das  Kind  nicht  anders  untergebracht werden  kann).  Für  zusätzliche  Leistungen  (ganztägige  Betreuung, Sommerbetreuung, Mittagessen, etc.) können Beiträge von den Eltern verlangt werden.  Ab  dem  1.  September  2010  ist  ein  halbtägiger  Kindergartenbesuch  für  alle  5?Jährigen  Kinder  verpflichtend.  Die Betreuung von 2? und 3?Jährigen wird vom Land Tirol nicht gefördert, wodurch höhere Kosten für  die  Eltern  entstehen.  Aber  es  gibt  die  Möglichkeit,  ein  sogenanntes  „Kindergeld  PLUS“  bei  der  Abteilung  JUFF  des  Amtes  der  Tiroler  Landesregierung  zu  beantragen.  Dies  soll  die  finanzielle  Belastung  der  Eltern  durch  die  Betreuung  der  2?  bis  3?Jährigen  reduzieren  und  beträgt  400 €  pro