196  Jahren in der Altenbetreuung das berufliche Tätigkeitsfeld gewechselt werden will. Qualifizierung von  Frauen  ist also eine wesentliche Aufgabe  in Zusammenhang mit der Re?Strukturierung des sozialen  Dienstleistungssektors.  Qualifizierung  muss  dabei  nicht  ausschließlich  im  Kinder?  und  Altenbetreuungsbereich  stattfinden,  sondern  auch  an  der  Schnittstelle  zu  den  sozialen  Diensten,  etwa  im  Gesundheitsbereich,  im  Tourismus  etc.  Dadurch  könnten  sich  neue  Tätigkeitsfelder  für  Frauen  und  Männer  mit  unterschiedlichsten  Qualifikationen  ergeben.  Beispielsweise  könnten  ausgebildete  Nordic  Walking?InstruktorInnen  einerseits  Walking?Touren  mit  älteren  Personen  durchführen, andererseits aber auch mit TouristInnen?Gruppen.   Als  wichtige  Ressource  im  Sozialsektor  wird  auch  die  Ehrenamtlichkeit  angesehen,  die  es  gilt,  einzubinden  und  attraktiver  zu  gestalten.  Auf  diese  Weise  kann  Sozialkapital  aktiviert  werden.  „Gebraucht  zu werden“  stellt  ein wichtiges Motiv  für  Ehrenamtlichkeit dar.  Ehrenamtlichkeit  kann  daher  speziell  für  rüstige  SeniorInnen  attraktiv  sein. Man  könnte  so beispielsweise auch Verbände  wie den Seniorenbund bzw. Pensionistenverband  in die Organisation der  sozialen Dienstleistungen  einbinden.  In Zusammenhang mit Ehrenamtlichkeit sind AsylwerberInnen eine wichtige Gruppe, die  damit den Kontakt zur Arbeitswelt herstellen kann, was die Integrationschancen verbessert.  Eine  zentrale  Anlaufstelle  mit  entsprechendem  Internet?Auftritt  als  Plattform  für  alle  Sozialeinrichtungen wurde auch bei den ExpertInnen?Gesprächen (Neunkirchen 6. 4. 2010, Schwechat  22. 7. 2010) als wünschenswert eingestuft. Diese Stelle sollte als Anlaufstelle für die verschiedensten  Bedarfe,  wie  etwa  Kinderbetreuung  und  Pflege,  sein.  Dabei  ist  das  Zugehen  auf  Personen  mit  eingschränkten  Deutschkompetenzen  bewusst  zu  gestalten.  Seit  dem  Frühjahr  2010  gibt  es  für  Niederösterreich eine Sozialdatenbank70, die Anlaufstelle und Drehscheibe für Sozialdienste sein soll  und künftig soziale Projekte und Serviceleistungen der Hilfsorganisationen bündeln soll. Bislang sind  etwa  10.000  Initiativen  im  Sozialbereich  in  der  von  der  Niederösterreichischen  Landesakademie  betriebenen Datenbank  erfasst.71  Als  Zielgruppe  der Datenbank  gelten  nicht  nur  SeniorInnen  und  Pflegebedürftige, sondern „‘soziale Projekte‘, die über die Plattform Hilfe anbieten, wo sie  im Alltag  notwendig wird“72. Über die Datenbank kann nach sozialen Initiativen in der eigenen Gemeinde und  Umgebung  gesucht  werden,  wobei  sich  die  Suche  auf  Initiativen  für  Kinder,  Jugendliche  oder  SeniorInnen eingrenzen  lässt und die sozialen Initiativen differenziert werden nach „Idee“, „Projekt“  und  „Serviceleistung“. Die Datenbank  liefert  eine  Kurzbeschreibung  der  sozialen  Initiative  und  die  Kontaktdaten zum Träger (Ansprechperson, Telefonnummer, E?Mail?Adresse, Homepage).   6. Soziale Dienste, regionale Infrastrukturmaßnahmen und ihre  Finanzierung   Übliche Fragen der Politik im Bereich der Versorgung sind:   ? Gibt es genug Versorgungseinrichtungen für Kinder, Alte und Betreuungsbedürftige?   ? Reicht eine Ausweitung der Zahl der Versorgungseinrichtungen oder braucht es noch etwas  anderes?                                                                70 Link zur Datenbank: http://sozialprojekte.noe?lak.at/soziale_initiativen___erweiterte_suche.php (Juli 2010)  71 Bericht auf orf.at vom 30. 4. 2010, abgerufen unter: http://noe.orf.at/stories/439798/ (Juli 2010)  72 NÖ?Soziallandesrätin Johanna Mikl?Leitner (http://sozialprojekte.noe?lak.at/index.php (Juli 2010))