Zur Marxschen Theorie des tendenziellen Falles der Profitrate Kazimierz Laski 1. Bei Marx finden wir zwei Ansätze zur Theorie der Profitrate. Der eine knüpft an die orthodoxe Theorie seiner Vorgänger an und leitet die Änderung der Profitrate aus der Produktions- und Verteilungsseite ab. Dieser Ansatz gipfelt in dem Gesetz des tendenziellen Falles der Profitrate (weiter: Gesetz des t.F.d.P.). Der zweite Ansatz, völlig revolutionär, leitet die Änderung der Profitrate aus der Absatzseite oder — in Marxscher Sprache — aus den Bedingungen der Realisation ab. Im ersten Ansatz herrscht das Saysche Gesetz, das Angebot schafft immer eine ausreichende Nachfrage, die Schwierigkeiten ergeben sich lediglich aus der relativen Austrocknung der Akkumulationsquellen. Im zweiten ist das Saysche Dogma widerlegt, die Produktionsmöglichkeiten sind eine notwendige, aber nicht ausreichende Bedingung, die Profitrate hängt von den Realisations¬ möglichkeiten ab. Der zweite Ansatz ist in vielen Stellen angedeutet, wurde aber nirgends systematisch dargestellt. Er wurde fortgesetzt und erst in der modernen Theorie der effektiven Nachfrage entwickelt. Die zwei Beiträge, die in dieser Zeitschrift veröffentlicht wurden, knüpfen an den ersten Ansatz an.1 Wir nehmen zu dieser Diskussion Stel¬ lung, indem wir die logische Konsistenz des Gesetzes des t.F.d.P. im Rah¬ men der Marxschen Theorie untersuchen, wobei wir das Problem der effektiven Nachfrage zuerst außer acht lassen. Im zweiten Teil bildet das letztgenannte Problem unseren Ausgangspunkt. Aus dieser Sicht ergeben sich im Vergleich zum ersten Ansatz ganz neue Ergebnisse. I. Ist die Marxsche Formulierung des Gesetzes des t.F.d.P. logisch konsistent? 2. Marx übernahm von Ricardo die Hypothese, daß die Entwicklung des Kapitalismus von einer fallenden Profitrate begleitet werde, verwarf 27