Aspekte gesell schaftlicher Ungleichheit Walter Mayer Die folgenden Bemerkungen beziehen sich auf den gleichnamigen Aufsatz von Peter Kreisky, Nr. 1/1976. Soziale Schichten und soziale Gruppen Erstere werden auf den Seiten 66 und 70 erklärt. Die Definitionen auf Seite 66 sind dabei klarer als jene der Seite 70. Die sozialen Gruppen werden nicht erklärt, sondern in einer Statistik (Anmerkung 35) auf Seite 74 einge¬ führt. Dort werden die, wie gleich ge¬ zeigt wird, verschiedenen Begriffe ein¬ ander gleichgesetzt. Die nachstehende Tabelle a) zeigt die Zuordnungen. Tabelle a) Soziale Schichten (S. 66 und 70) I Oberschicht II Mittelschicht III Unterschicht Soziale Gruppen (S. 74) III Weniger als 20 Prozent der Erfaßten II Etwa 25 Prozent der Erfaßten I Mehr als 50 Prozent der Erfaßten Wie nötig die Klarstellung ist, zeigt das Diagramm auf Seite 70. Dort ist die Sozialgruppe III genannt, aber offensichtlich die Sozialschicht III, also die Sozialgruppe I, gemeint. Zur Ver¬ meidung von Irrtümern wird in der Stellungnahme nur von »sozialen Schichten« gesprochen, obwohl dieser Begriff abzulehnen ist. Kritik des Begriffs »soziale Schichten« Der Begriff Schicht ruft die Gedan¬ kenverbindung Wertung hervor. Das wird durch die weiteren Begriffe Ober¬ schicht, Mittelschicht und Unterschicht noch verstärkt. Wertungen schon in der Nomenklatur sind entschieden ab¬ zulehnen. Daher ist der Begriff Gruppe besser. Besonders, wenn klargestellt wird, daß eine Gruppe identisch mit einer Menge ist. Nun kann man von dieser Menge oder Gruppe nach einer vereinbarten Zuordnung Teilmengen, also Untermengen (Untergruppen) bil¬ den, zum Beispiel die Menge (Gruppe) aller öffentlich Angestellten. Davon können weitere Untermengen (Unter¬ gruppen) gebildet werden, zum Bei¬ spiel die Menge oder Gruppe aller gewerkschaftlich Organisierten und so fort. Jede Wertung ist nun vermie¬ den. Jedes Element der Menge, also jedes erfaßte Mitglied der ganzen Gruppe, kann und wird im allgemei¬ nen mehreren Teilmengen (Untergrup¬ pen) angehören. So sind die auf Seite 69 des Aufsatzes von Peter Kreisky auf¬ gezählten 11 Wohlstandskomponenten nichts anderes als Bezeichnungen für entsprechende Untergruppen (Teilmen¬ gen). Diese klaren Definitionen wer¬ den in der Kritik nicht benützt. Dort wird weiterhin von Schichten gespro¬ chen, um Irrtümer zu vermeiden. Der soziale Aufstieg Es ist zweckmäßig, die Tabelle 1 der Anmerkung 35 des Aufsatzes von Peter Kreisky neu zu schreiben. Das ge¬ schieht unten in der Tabelle b), wobei die gewählten Bezeichnungen benützt werden. 95