zustande, als praktische Fragen der Strukturpolitik auf der Tagesordnung standen. Häufig wird eben besonders emotional auf der Metaebene gestritten und nicht problemorientiert. Auf einer ersten Stufe kann die Angebotspolitik indirekt erfolgen. In diesem Fall setzt die öffentliche Förderung privatwirtschaftlicher Aktivitäten am Tatbestand des Forschens, Entwickeins und Investierens an. Dieses hat den Vorteil, daß die Administration nicht selbst zukunfts¬ trächtige Projekte ausfindig machen muß. Der Nachteil liegt in Mitnahme¬ effekten und im Gießkannenprinzip. Das Gegenteil einer solchen indirekten Angebotspolitik ist die direkte Projektförderung. Mit diesem Instrument konnten Erfahrungen in der Datenverarbeitung, Luft- und Raumfahrt etc. gesammelt werden, die nicht immer überzeugend waren. Neben der indirekten und direkten Förderung gibt es als dritte Möglichkeit die indirekt spezifische Förderung. Hier werden nur Vorhaben gefördert, die gewisse Kriterien hinsichtlich des Umweltschutzes, der Arbeitsbedingungen etc. genügen. Für diese Art der Förderung hat sich die Kommission ausgesprochen. Die skizzierte Angebotspolitik ist langfristig die beste Vollbeschäf¬ tigungspolitik. Dennoch ist nicht auszuschließen, daß bei kräftiger Moderni¬ sierung der Volkswirtschaft in der Zukunft weniger Arbeit gebraucht wird. In diesem Fall kann bei guter internationaler Wettbewerbsfähigkeit auf vielfältige Art und Weise das Arbeitsvolumen reduziert werden. Die entsprechenden Möglichkeiten werden im Gutachten analysiert. Ausblick Geschlossen wird mit einigen thesenartigen Denkanstößen: 1. Abgestellt wurde vor allem auf die Angebotsseite der deutschen Volkswirtschaft und entsprechend dem Kommissionsgutachten wurde eine Angebotspolitik empfohlen. Wirft man einen Blick auf die inter¬ nationale Szene, so könnte im Hinblick auf Zahlungsbilanz-, Beschäfti- gungs- und Inflationsprobleme gefragt werden, ob am Thema nicht vorbeigeschrieben worden ist: Muß nicht in der Bundesrepublik Deutsch¬ land die Nachfrage — schon aus internationaler Solidarität — kräftig ausgedehnt werden? Belegen nicht die angesprochenen Indikatoren, daß gar keine Angebotsprobleme bestehen? Da eine Querschnittsanalyse nur zeigen kann, daß »unter Blinden der Einäugige König ist«, ist die Zeitreihenanalyse allein problemadäquat. Die Trends bezüglich der Preis- und Mengeneffekte wurden aufgezeigt. Sie signalisieren die Notwendigkeit des wirtschaftspolitischen Handelns. Vielleicht nimmt zunächst nur der Wissenschaftler die Signale wahr. Seine gesicherte Position macht ihn zum Anwalt des long-run (was immer Keynes in diesem Zusammenhang gesagt hat). Angebotsbedingungen ändern sich nur sehr langsam zum Bösen oder auch zum Guten hin. Aus der Umweltpolitik ist bekannt, daß die Politiker erst dann unter Problemdruck kamen, als der Schaden schon sehr groß war. 2. Legt man diese allein angemessene langfristige Perspektive bei der Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage zugrunde, so folgen zwei 339