einmal präzisiert, was mit Verträglichkeit exakt gemeint ist und welche Verträglichkeitsgrade unterschieden werden. Die logische Struktur einer Arbeitslosigkeits-(Inflations)erklärung ist immer von der Art, daß aus einer .Ursache' Arbeitslosigkeit (Inflation) folgt. Je nachdem, ob die .Ursache' in einer bestimmten Arbeitslosigkeitserklä¬ rung und die .Ursache' in einer bestimmten Inflationserklärung in Widerspruch stehen/nicht in Widerspruch stehen/eine der beiden ,Ursachen' die andere bedingt, gilt für diese Kombination von Arbeitslosigkeits- und Inflationserklärung:' ,mit Stagflation unverträg¬ lich'/,mit Stagflation verträglich'/,erklärt Stagflation'. Bei Erklärungs¬ kombinationen, die .Stagflation erklären', handelt es sich um geschlos¬ sene' Stagflationserklärungen in dem Sinn, daß aus einer Ursache heraus Arbeitslosigkeit und Inflation, also Stagflation, erklärt werden kann; bei Erklärungskombinationen, die .mit Stagflation verträglich' sind, handelt es sich um .bedingte' Stagflationserklärungen in dem Sinn, daß zwar das Zusammentreffen von Inflation und Arbeitslosig¬ keit nicht ausgeschlossen ist, aber erst durch Zusatzüberlegungen plausibel gemacht werden muß. Indem wir die in 1.1. angeführten Arbeitslosigkeitserklärungen mit den in 1.2. dargestellten Inflationserklärungen kombinieren und prüfen, welche Kombination .Stagflation erklärt', .mit Stagflation verträglich', bzw. unverträglich' ist, erhalten wir in systematischer Weise die in den gängigen Inflations- und Beschäftigungstheorien enthaltenen potentiellen Stagflationserklärungselemente. Geschlossene-triviale Stagflationserklärungen Alle Theorien, nach denen die Arbeitslosigkeit auf einem „natürli¬ chen" Niveau verharrt (monetaristische Theorie und Neue MikroÖko¬ nomie in ihrer .strengen' Version) erklären .milde' Stagflation so geschlossen wie trivial, nämlich: Inflation = Stagflation. Geschlossene-nichttriviale Stagflationserklärungen Ursachen, die entsprechend den behandelten Theorien Arbeitslosig¬ keit, aber auch Inflation erklären können, sind 1. überhöht steigende Löhne: diese führen nach der .modifizierten' Form der vorkeynesianischen Gleichgewichtstheorie zu Arbeitslosig¬ keit, nach der neokeynesianischen und soziopolitischen Inflationstheo¬ rie, sowie nach dem Konzept der strukturellen Inflation und den alternativen Preis- und Lohntheorien zu Inflation. Praktisch wird die Transformation von steigenden Löhnen in gleichzeitige Inflation und Arbeitslosigkeit so argumentiert: Den bereits Beschäftigten und vor allem den qualifizierten Arbeitskräften werden die hohen Löhne bezahlt — inflationärer Effekt — neu einzustellende (z. B. Jugendliche) und ungelernte Arbeitskräfte werden zu den hohen Löhnen nicht beschäftigt — Arbeitslosigkeitseffekt (vgl. z. B.: Gordon 77, Kuh 74, 288