5. (hohes Niveau der aggregierten Nachfrage, überhöhte Mindestreal¬ löhne), (hohes Niveau der aggregierten Nachfrage, nachfrageinadäqua¬ te Struktur des Arbeitskräftepotentials), (hohes Niveau der aggregier¬ ten Nachfrage, nachfrageinadäquate Kapitalstockstruktur). Hohes Nachfrageniveau führt nach der keynesianischen Theorie zu Inflation. Zu Arbeitslosigkeit kommt es, wenn trotz hoher Nachfrage und steigenden Preisen die Mindestreallöhne über der Produktivität gewisser Arbeitskräfte liegen und Firmen daher nicht bereit sind, diese zu beschäftigen (vorkeynesianische Gleichgewichtstheorie), oder aus strukturellen Gründen. 6. (steigender mark up, überhöhte Mindestreallöhne), (steigender mark up, niedriges Niveau der aggregierten Nachfrage), (steigender mark up, nachfrageinadäquate Struktur des Arbeitskräftepotentials), (steigender mark up, nachfrageinadäquate Kapitalstockstruktur). Stei¬ gender mark up (seinerseits erklärt durch Konzentration, steigende Gewinnansprüche, nach den entsprechendenTheorien) führt zu Infla¬ tion. Zu Arbeitslosigkeit kommt es durch einen der unter 4. beschrie¬ benen Gründe. 7. (steigende Geldlohnsätze, niedriges Niveau der aggregierten Nachfrage), (steigende Geldlohnsätze, nachfrageinadäquate Struktur des Arbeitskräftepotentials), (steigende Geldlohnsätze,nachfrageinad¬ äquate Kapitalstockstruktur). Steigende Geldlohnsätze (ihrerseits erklärt durch steigende Lohnan¬ sprüche oder zunehmende Militanz der Gewerkschaften, entsprechend den einzelnen Theorien) führen durch Überwälzung auf Preise zu Inflation. Zu Arbeitslosigkeit kommt es gemäß keynesianischem Argument durch niedriges Niveau der aggregierten Nachfrage oder aus strukturellen Gründen. 8. (asynchrone Nachfrage-und/oder Produktivitätsentwicklung, nied¬ riges Niveau der aggregierten Nachfrage). Strukturelle Inflation trifft mit keynesianischer Unterbeschäftigung zusammen. 9. (Nachfragerückgang, überhöhte Mindestreallöhne), (Nachfrage¬ rückgang, nachfrageinadäquate Struktur des Arbeitskräftepotentials). Nachfragerückgang führt gemäß den Argumenten der .alternativen Preistheorien' (fullcost pricing) zu Inflation. Zu Arbeitslosigkeit kommt es durch überhöhte Mindestreallöhne entsprechend der vorkeynesiani- schen Gleichgewichtstheorie oder aus strukturellen Gründen. Alle übrigen Ursachenpaare schließen einander aus, die zugehörigen Kombinationen von Arbeitslosigkeits-/Inflationserklärungen sind also ,mit Stagflation unverträglich'. Wird das Prädikat .unverträglich' durch das Symbol „—1", das Prädikat .verträglich' durch „0" und das Prädikat .erklärt' durch „+1" dargestellt, so läßt sich die eben durchgeführte Verträglichkeitsanalyse — nunmehr nach Theorien geordnet — in Form einer .Stagflationsver- träglichkeitsmatrix' zusammenfassen (siehe nächste Seite). 290