ausgeht, soll Ausbeutung erkl�ren. Sowohl der Preis der Arbeitskraft - der Lohn - als auch die Preise der Waren, soll dem Wert entsprechen, und damit im vollen Einklang stehen mit den Gerechtigkeitspostulaten der in der Werttheorie analysierten Tauschgesellschaft. Ausbeutung wird m�glich, weil der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft darin besteht, mehr Werte zu produzieren, als die Arbeitskraft selbst wert ist. Die Bestimmung des Wertes der Arbeitskraft ist daher f�r die Marxsche Theorie der Ausbeutung von zentraler Bedeutung. Sie kann nicht beiseite geschoben werden. Es ist dabei nicht von Bedeutung, ob die L�hne ein physisches, ein soziales oder ein historisch bestimmtes Minimum decken. Entschei� dend an der Marxschen Argumentation ist, da� der Lohn exogen dem �konomischen System vorgegeben ist. Es wird zwar von Marx keines� falls ein Steigen der L�hne ausgeschlossen, in manchen Kapiteln scheint er auch eine zumindest langfristige Verbesserung der Lebens� bedingungen der Arbeiter anzunehmen (etwa in Kap. 8 des ersten Bandes), in anderen hingegen eine ewige Verschlechterung (das allge� meine Gesetz der Akkumulation, Kap. 23, erster Band), aber es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Lohnerh�hungen und Wirt� schaftswachstum24. Die Arbeiter sind nur die Ausgebeuteten und nicht gleichzeitig die stillen Teilhaber der Gesellschaft: steigt die Produktivit�t der Arbeit, so folgt bei Marx nur die M�glichkeit eines h�heren Lebensstandards, nicht deren automatische Verwirklichung. Es gibt f�r Marx in der kapitalistischen Gesellschaft keinen Mechanismus, der ein Steigen der L�hne mit steigender Produktivit�t sichert. Steigender Lebensstandard wird eher als Folge des Steigens des Wertes der Arbeitskraft im Zuge des Zivilisationsprozesses gesehen. Dieser Zivilisationsproze� l��t sich nicht auf �konomische Entwick� lung im engeren Sinn reduzieren. Er ist ebensosehr Ergebnis des laufenden Klassenkampfes; im Kapitalismus hei�t das, des Kampfes der Arbeiter um bessere Lebensbedingungen. Versucht die akademi� sche �konomie steigende L�hne als Ergebnis eines �konomischen - d. h. marktm��igen - Prozesses zu erfassen, und in manchen ideologi� schen Facetten, die Sinnhaftigkeit politischer Organisierung zu bestrei� ten, so ist die politische Organisierung und der Klassenkampf f�r Marx erst ein Mittel den �konomischen Gesetzen zum Durchbruch zu verhel� fen. So w�re etwa f�r Marx der �bergang vom absoluten zum relativen Mehrwert, d. h. der �bergang von der Verl�ngerung des Arbeitstages zur Intensivierung des Arbeitsprozesses, nicht m�glich gewesen, h�tte es nicht einen politischen Kampf um die Verk�rzung des Arbeitstages gegeben. Da die Entwicklung des Reallohnes nicht blo� Ergebnis �konomischer Entwicklungen ist, kann es keine rein �konomische Theorie des Lohnes geben. Der Verweis auf den Klassenkampf macht eine geschlossene Theorie des Reallohnes unm�glich. Nicht der theore- tisierende Marx versagt, sondern das Problem entzieht sich der geschlossenen Darstellung. Solange Marx theoretische �konomie betreibt, das Proletariat als 28