die Investitionsquote 15 Prozent beträgt, und weiters, daß die Arbeiter bei einer Sparneigung von 15 Prozent genau die Hälfte der fünfzehn Investitionseinheiten, also am break-even-point einer größeren Akku¬ mulation der Arbeiter, sparen, 15 _ 7,5 50 7,5 50 100 50 100 50 100 so zeigt sich, daß die Einkommensverteilung 50 : 50 beträgt. Nimmt man etwas realistischere Werte, z. B. ein Verhältnis von 70 : 30 für die Lohn- und Profitquote, so sparen die Arbeiter schon bei einer wesent¬ lich niedrigeren Sparquote von 10,7 Prozent die Hälfte der investierten Summe. Daß die Lohnquote in der Realität nicht konstant ist, sondern zumindest in den letzten Jahrzehnten stetig zunimmt, ist statistisch belegbar3. Daß dieser Anstieg vor allem auf eine Umschichtung von selbständig Erwerbstätigen zu den Arbeitnehmern zurückzuführen ist, berührt das Problem eines steigenden Finanzierungsbeitrages der Arbeitnehmer nicht. Da des weiteren der Finanzierungsbeitrag der Arbeitnehmer unter¬ sucht wird, beziehen sich die weiteren Ausführungen nicht auf die Lohnquote im Sinne der funktionellen Einkommensverteilung, son¬ dern auf das Einkommen der Lohnempfänger aus Löhnen, Gehältern und aus den Zinsen auf ihr eingesetztes Kapital. Diese Quote ist natürlich höher als jene, die nicht das Gewinneinkommen der Arbeit¬ nehmer berücksichtigt. Die Frage, ob die Sparquote der Arbeitnehmer langfristig zunimmt, ist nicht leicht beantwortbar4. Anzunehmen ist, daß das Sparen in Arbeiter- und Angestelltenhaushalten früher einen Luxus darstellte, den man sich nicht leisten konnte, da die Einkommen gerade die lebensnotwendigen Ausgaben deckten. Heute können doch die meisten Arbeiter- und Angestelltenhaushalte Ersparnisse bilden: zum Ansparen für dauerhafte Konsumgüter, zur Altersvorsorge (Lebensversicherun¬ gen) oder einfach, um einen Einnahmenüberschuß anzulegen, aus dem als Finanzanlage ein Kapitaleinkommen für sich oder die Kinder erzielt werden soll5. 2. Das Pasinetti-Verteilungstheorem bei wachsender Lohn- und/oder Sparquote der Arbeiter Pasinetti6, der das Kaldor-Theorem modifizierte, verknüpft in seinem Modell auf einfache Weise Verteilungs- und Nachfrageseite. Damit läßt sich die Frage beantworten, wie die Verteilung beschaffen sein muß, um gerade die Nachfrage zu schaffen, die eine gleichgewichtige Kapital¬ akkumulation ermöglicht. Das Volkseinkommen (Y) verteilt sich auf Löhne (W) und Gewinne (P), die zum Teil den Arbeitern (Pw) und zum Teil den Unternehmern (Pc) zuzurechnen sind. Das Sparvolumen wird durch die Arbeiter (Sw) und die Unternehmer (Sc) aufgebracht: 42