denen 90 Prozent weniger als das Existenzminimum erhielten). In dieser weiten historischen Sicht ist es zweifellos zu einer Verringerung geschlechtsspezifischer Lohnunterschiede gekommen. Für einen kürzeren Zeithorizont von rund einem Vierteljahrhundert ist dagegen kein so eindeutiger Trend feststellbar: Diese Periode ist durch eine relativ stabile 50 Prozent-Relation gekennzeichnet. 4.1 Die Umverteilung zwischen Arbeitsplätzenführt zu keiner systematischen Besserstellung der Frauen In den letzten 25 Jahren nahm die Erwerbsbeteiligung der Frauen um rund 10 Prozent-Punkte zu. Im gleichen Zeitraum unterlagen sowohl die Branchenzusammensetzung der österreichischen Wirtschaft wie die Qualifikationsstruktur weiblicher Arbeitskräfte einem deutlichen Wan¬ del. Beide Entwicklungen bewirkten eine Umverteilung weiblicher Erwerbstätiger zwischen verschiedenen Wirtschaftszweigen und zwi¬ schen den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern innerhalb der österrei¬ chischen Betriebe. Nicht immer war diese Umverteilung für die Frauen von Vorteil. Beispielsweise bewirkte das Schrumpfen der Textilindu¬ strie im Zeitraum 1970-78 eine Verschlechterung für die weiblichen Arbeitskräfte relativ zu ihren männlichen Kollegen. Im Jahr 1978 arbeiteten zwar nur mehr 13 Prozent der in der Industrie beschäftigten Frauen im Textilbereich (gegenüber 19 Prozent im Jahr 1970), doch ging dieser Anteilsrückgang vor allem zu Lasten der besserbezahlten Posi¬ tionen. Der Frauenanteil nahm unter den Angestellten um 2,1 Prozent, unter den Facharbeitern um rund 4 Prozent und unter den angelernten Arbeitern um 3,5 Prozent ab. Hingegen nahm er unter den ungelernten Arbeitern um 5,9 Prozent zu. Neben der Textilindustrie (13 Prozent) nehmen zwei weitere Bran¬ chen ein großes Kontingent weiblicher Arbeitskräfte auf: die Beklei¬ dungsindustrie (14 Prozent aller in der Industrie beschäftigten Frauen) und die Elektrobranche (15 Prozent). In diesen beiden Industrien zeigt sich kein so eindeutiger Trend; weder erfuhren weibliche Arbeitskräfte eine so deutliche Verschlechterung wie im Textilbereich, noch besserte sich ihre relative Position im Zeitraum 1970-78. In der Bekleidungsin¬ dustrie nahm der Frauenanteil (1978: 62 Prozent) unter den Angestellten ab (- 3 Prozent), hingegen bei den Facharbeitern (+ 4 Prozent), den angelernten (+ 2 Prozent) und ungelernten Arbeitern (+ 0,5 Prozent) zu. Trotz zunehmender Bedeutung der Elektroindustrie für die Frauenbe¬ schäftigung (Anteil an der industriellen Frauenbeschäftigung: 15 Pro¬ zent) ging der Frauenanteil in zwei Beschäftigungskategorien (unge¬ lernte Arbeiter und Angestellte) zurück; unter den Facharbeitern wuchs die Frauenquote: von 0,6 Prozent auf 1,4 Prozent. Das Beispiel der drei für die Frauenbeschäftigung wichtigsten Indu¬ striebranchen (zusammen mehr als 40 Prozent aller weiblichen Arbeits¬ kräfte in der Industrie) zeigt folgendes: Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Verbesserung (oder Verschlechterung) 90 .