schnitts fort mit der Klage über Ver¬ einheitlichungsbestrebungen im Hin¬ blick auf Inhalte, Prüfungen etc. so¬ wie mit der Kritik einer Politik der „grundberuflichen Reduktion" der ge¬ wachsenen Vielfalt betrieblicher Aus¬ bildungsgänge. Als Problemgruppen der Berufsbil¬ dungspolitik werden Frauen, Behin¬ derte, Ausbildungs- und Arbeitslose, ausländische Arbeitskräfte sowie Strafgefangene behandelt. Die Dar¬ stellung beschränkt sich hier auf ei¬ nen Überblick über grundlegende sta¬ tistische Daten, spezielle Maßnahmen, Regelungen und Programme sowie einige allgemeine Überlegungen zu weiterführenden Ansatzpunkten der Berufsbildungspolitik. Überblicksar¬ tig, mit starker Betonung von Institu¬ tionen und politischer Programmatik, ist auch das Kapitel zur internationa¬ len Berufsbildungspolitik (EG, Euro- parat, OECD), während die Berufsbil¬ dung als „weltweite Aufgabe" zum Hinweis auf verschiedene Aktivitäten der UNESCO reduziert (und die ei¬ gentlich zuständige ILO nicht einmal erwähnt) wird. Die Arbeit von Dauenhauer tritt mit dem Anspruch auf, die fühlbare Lük- ke einer Gesamtdarstellung der beruf¬ lichen Bildung zu schließen. Unab¬ hängig von Beschränkungen, die sich für eine disziplinär orientierte Einzel¬ darstellung notwendig ergeben, kann dieser Anspruch nur teilweise einge¬ löst werden. Einen Vorzug der Arbeit stellt der Überblick zu politisch-admi¬ nistrativen, rechtlich-institutionellen Rahmenbedingungen, Strukturen und Ablaufprozessen der Berufsbil¬ dung und Berufsbildungspolitik dar, der dieses unübersichtliche Gebiet für die Bundesrepublik Deutschland transparent macht. Als Orientierungs¬ hilfe und Einführung in die jeweilige Problematik sind die einzelnen Kapi¬ tel mit wenigen Ausnahmen gut geeig¬ net. Als entscheidender Mangel bleibt eine unzureichende Systematisierung und mangelnde theoretische Durch¬ dringung des Problemfeldes der be¬ ruflichen Bildung, die diese Gesamt¬ darstellung hinter dem Entwicklungs¬ stand und dem Reflektionsniveau der einschlägigen Fachdiskussion deut¬ lich zurückbleiben läßt. Hans-Joachim Bodenhöfer 126