che in der Zeit oder im Raum immer verursachen. Es gibt eine umfassende Literatur zu diesem Thema8 und hier wollen wir nur auf einige Fragen eingehen, die bei den Vergleichen zwischen kapitalisti¬ schen und sozialistischen Ländern von spezieller Bedeutung sind. Die erste Schwierigkeit bezieht sich auf die Qualität der Güter. Die Qualität ist nicht immer identisch. Beim Verkäufermarkt, der für die Zentralverwaltungswirtschaft typisch ist, wird oft die Qualität der Güter vernachlässigt, weil es sich der Produzent leisten kann, die Ansprüche des Konsumenten, und des Käufers im allgemeinen, zu ignorieren oder sie nicht ganz ernst in Betracht zu ziehen. Im allgemei¬ nen, obwohl nicht immer, ist die Qualität der Güter auf einem Käufer¬ markt besser. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, bei Vergleichen zwischen Ländern mit verschiedenen Systemen das Problem der Quali¬ tät der Güter sorgfältig zu untersuchen. Eine vollkommene Lösung gibt es hier kaum, im allgemeinen jedoch sind hier direkte Vergleiche der einzelnen Güter notwendig, wobei Spezialisten aus den entsprechenden Branchen über die Qualität der Güter zu urteilen haben. Vergleiche, die sich lediglich auf Preislisten stützen, sind aus dieser Sicht streng abzulehnen. Eine zusätzliche Begründung dieses Postulates ergibt sich daraus, daß auf einem Verkäufermarkt oft Preise unter dem Vorwand gestiege¬ ner Qualität erhöht werden. Andererseits wird bei gegebenem Preis manchmal die Qualität (bzw. Menge) gesenkt. Beide Methoden dienen dazu, Preise in einer versteckten Weise zu erhöhen, ohne den Preisin¬ dex zu beeinflussen. Bei Vergleichen nur mit Hilfe von Preislisten würden diese Mängel unberücksichtigt bleiben und zu falschen Ergeb¬ nissen führen. Die zweite Schwierigkeit bezieht sich auf Güter, die nicht in beiden Ländern erzeugt, bzw. verbraucht werden. Wenn ein gegebenes Gut nur in einem Land erzeugt bzw. verbraucht wird, gibt es in dem anderen Land keinen Preis für dieses Gut. Dieser Preis muß bei Vergleichen „konstruiert" werden, indem man ein verwandtes Gut als Bezugsgröße nimmt. Nehmen wir an, daß das gegebene Gut ein Farbfernseher ist. Das Land, das keine Farbfernseher erzeugt bzw. verbraucht, produziert jedoch (bzw. verbraucht) schwarzweiße Fernseher oder Radiogeräte, die zu bestimmten Preisen verkauft werden. Nun müssen wird die Frage beantworten, wie groß der Preis eines Farbfernsehers wäre, wenn er erzeugt bzw. importiert würde. Diese Frage kann in der Regel benatwortet werden und demzufolge kann das Problem der Güter, die nicht in beiden Ländern vorkommen, zu einem gewissen Grad gelöst werden. 7. Nehmen wir jetzt an, daß beide Länder die verglichen werden, dieselben Güter mit derselben Qualität erzeugen bzw. verbrauchen. Die Schwierigkeiten, von denen oben die Rede war, tauchen daher nicht auf. Ist der Vergleich dadurch problemlos geworden? Nein, weil die Struktur des Outputs einerseits, die Struktur der Preise andererseits unterschiedlich sind. 158