eine Erklärung sein, warum der relative Preis der dauerhaften Konsum¬ güter mit deren Verbreitung sinkt. Diese Bemerkungen bedeuten nicht, daß es ein Gesetz des relativ sinkenden Preises für mengenmäßig stark steigende Güter gibt. Man könnte auch Argumente finden, die in die umgekehrte Richtung gehen (z. B. Verknappung der gegebenen Ressourcen, die das mengenmäßig stark steigende Gut intensiv beansprucht). Würden die relativen Preise der mengenmäßig stark steigenden Güter auch steigen, müßten in der Abb. 3 entsprechende Änderungen vorgenommen werden, das Problem würde jedoch mit umgekehrten Vorzeichen weiterbestehen. 10. Der Umstand, daß der Vergleich der realen Sozialprodukte zweier Länder (mindestens) zwei Ergebnisse bringt, bedeutet offensichtlich, daß kein Resultat als endgültig betrachtet werden kann. Welches Resultat relevant ist, hängt entscheidend von dem Charakter der Frage und davon, wer die Frage stellt, ab. Nehmen wir am Anfang an, daß die Frage sich auf den Wohlfahrtaspekt des Sozialproduktes bezieht, wobei angenommen wird, daß die Wohlfahrt desto größer ist, je größer das reale Sozialprodukt ist. Für Überlegungen dieser Art scheint das eigene Preissystem ausschlaggebend zu sein. Nehmen wir das Land B: für die Konsumenten dieses Landes ist eine Einheit des Gutes 2 mit (1/ß) Einheiten des Gutes 1 gleichwertig. Es scheint daher sinnvoll dieses Preisverhältnis auch bei Bewertung des realen Sozialproduktes des Landes A anzuwenden. Daraus ergibt sich die Äquivalenz der Punkte A und A'. Das Verhältnis der beiden realen Sozialprodukte ist unter diesen Umständen (OB/OA') bzw. (OD/OA) gleich. Nehmen wir jetzt das Land A: aus der Sicht der Konsumenten in diesem Land ist das Preissystem a relevant. Für sie ist eine Einheit des Gutes 2 mit (1/a) Einheiten des Gutes 1 äquivalent, wobei wegen ß>a die Ungleichheit (l/a)> (1/ß) gilt. Dieses Preisverhältnis spiegelt die große Gewichtung des Gutes 1 bei den Konsumenten des Landes A. Aus diesen Überlegungen ergibt sich die Äquivalenz der Punkte B und B' und der Vergleich der beiden Produkte ist durch das Verhältnis (OB'/ OA) bzw. (OB/OC) bestimmt. Wir kommen zum Schluß, daß das eigene Preissystem jeweils als das geeignete erscheint. Das Übergewicht des Landes B über das Land A ist aus der Sicht der Konsumenten in A größer als derjenigen in B. Es ist natürlich, daß diese Lösung nicht leicht akzeptiert wird. Man erwartet eine eindeutige Antwort auf die Fage bezüglich des Vergleiches zweier realer Sozialpunkte. Die übliche Lösung besteht in der Form des Fisher- Indexes (V(OB/OA') (OB/OC), der eine eindeutige Antwort liefert. Diese Lösung bedeutet, daß ein Punkt gewählt wird, der zwischen A' und C liegt und einem Preissystem zwischen a und ß entspricht. Während sich Argumente, wie wir gesehen haben, sowohl für das eine wie auch das andere finden lassen, gibt es kaum eine theoretische Begründung für die Zwischenlösung. Ihr einziger Vorteil ist die Eindeu¬ tigkeit. 163